|
Bericht für den 19. Oktober 2010 Wetten dass ... die
Goldpessimisten kommen aus ihren Löchern Jeder Anstieg hat einmal
ein Ende – auch der beim Gold. Bloß dass dort die Rückschläge besonders
krass ausfallen können. Die letzten Aktionen des Gold Kartells – wenn es
überhaupt solche gewesen sein sollten – schienen ja nicht von Erfolg
gekrönt gewesen zu sein. Das merken natürlich auch die eher spekulativ
orientierten Marktteilnehmer und versuchten noch, auf den fahrenden Goldzug
aufzuspringen. Meist jedoch mit stark gehebelten Goldinvestments wie beispielsweise
Future-Kontrakten. Tritt dann das Gold
Kartell in Zusammenspiel mit einem urplötzlich kräftig steigenden US-Dollar
wirklich in Erscheinung, dann werden zuerst die zuletzt aufgesprungenen
Fahrgäste des Goldzuges wieder abgeschüttelt. Deren panikartige
Verkaufs-Aktivitäten stoßen dann auf ein Nachfrage-Defizit beim Gold –
denn alle sind bei diesen Preisen entweder voll investiert oder warten ab, ob
der Preis nicht noch weiter fallen wird. So kommt es dann zu den in
Abwärtswellen beobachteten Preisverhalten des Goldes, das immer mehr Investoren
aus den Markt spült. Der Euro ist heute
gegenüber dem US-Dollar um 1,6 Prozent gefallen. Gegenüber dem Yen ist der Euro
um 1,4 Prozent gefallen. Wir haben ja bereits am Montag feststellen können,
dass Gold im Gleichklang mit einem fallenden Euro ebenfalls fällt. Mit Hilfe
dieser Methode konnten die Notenbanken den Weg für das Gold Kartell ebenen,
ohne dass sie nur einen 400oz-Barren aus ihren Beständen verkaufen (oder
verleasen) mussten. Der heutige Goldtag
verlief anfänglich noch sehr ruhig. Das gelbe Metall pendelte im asiatischen
Handel sowie im Londoner Vormittags-Handel zwischen $1.360 und $1.370 lustlos
herum. Der A.M. Fix lag mit $1.367,75 (EUR 981,10) innerhalb dieses Korridors.
Der Tages-Anstieg von acht Dollar ist jedoch nicht überzubewerten,
da gestern Vormittag die Notenbanken anscheinend schon einmal die heutige
Aktion einstudieren durften. Zum frühen
Nachmittags-Handel gegen 13:00 Uhr MEZ fiel Gold dann von $1.370 auf $1.355 und
wurde dann eine halbe Stunde nach Eröffnung des New Yorker COMEX-Handels
auf bis zu $1.335 gedrückt. Das war dann aber ein
bisschen zuviel des Guten, so dass gegen 16:00 Uhr Gold zum Londoner P.M. Fix
mit $1.339,00 (EUR 969,52) notierte. Trotz dieses kräftigen Einbruchs hielt
sich Euro-Gold noch bei knapp 970 Euro. Das gelbe Metall konnte
sich im Anschluss wieder auf $1.345 befestigen, wurde dann aber die verbliebene
Stunde des COMEX-Handels auf $1.337 gedrückt. Im
anschließenden Access Handel ging es weiter abwärts – gegen 20:00 Uhr
wurden Kurse von unter $1.330 gesehen (bei kitco.com konnte man dies nicht
beobachten – deren Webseite und Gold-Livefeed
ist wohl für eine knappe Stunde ausgefallen). Von den bis 21:10 Uhr MEZ verlorengegangenen
$37 sind laut kitco.com $15 auf den Anstieg des US-Dollarindex von 77,0 auf
78,0 Punkten zurückzuführen. Lediglich $22 betrug der eigentliche Preisabschlag
am heutigen Tage. Euro-Gold fiel heute um
knapp 1,5 Prozent, das heißt es sank wesentlich moderater als der in US-Dollar
gemessen Verlust von 2,7 Prozent. Silber sank um über 80 Cent oder 3,3 Prozent.
Palladium fiel in etwa so stark wie Gold, während sich Platin mit einem Verlust
von $20 noch relativ stark zeigte. Der Druck auf den Goldpreis
im heutigen späten Access Handel deutet eigentlich darauf hin, dass sich die
Preisdrückung morgen fortsetzen wird. Ich sage aber extra EIGENTLICH, weil uns
die Notenbanken und das Gold Kartell die letzten Tage und Wochen schon öfters an
der Nase herumgeführt haben. Bislang geltende Marktregeln sind zumindest in
Frage zu stellen. Wir müssen uns also bis
morgen gedulden, inwieweit die heutigen Preismarken im morgigen physischen
Londoner Markt bestätigt werden können – das würde für einen weiteren
Angriff nach 16:00 Uhr MEZ an der COMEX sprechen – oder ob der kräftig
gesunkene Preis neue Investoren in physisches Gold anlockt. Wahrscheinlich werden
die nächsten Tage – insbesondere wenn die Drückung sich in den folgenden
Tagen noch fortsetzen sollte – die Redaktionen der System-Presse auf
negative Gold-Berichterstattung umschalten. PRICE ACTION MAKES MARKET
COMMENTARY. Und so werden dann wieder die Tenhagens
dieser Welt mit ihren abstrusen Thesen Gehör finden, dass man Gold schließlich
nicht essen könne und ein Schrebergarten doch für diesen Fall das bessere
Investment gewesen wäre. Ganz abgesehen von den vermeintlich sicheren
Riester-Verträgen. Und dann gibt es noch
die Propheten, die das Ende der Gold-Hausse schon seit Jahren voraussahen und
nun das Ende des Goldzeit-Alters ausrufen werden. Die Goldpessimisten
werden also wie die Ratten aus ihren Löchern gekrochen kommen. Begleitet von
den Gold-Zitterern, welche die nächsten Tage vor
lauter Angst um ihr mühsam zusammengespartes Gold schlaflose Nächte verbringen
werden. Wetten dass ... Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||