Bericht für den 20. Oktober 2010

 

Währungsachterbahn geht weiter

 

Die gestrige Goldpreis-Drückung setzte sich heute nicht weiter fort. War das also nur eine Eintagsfliege? Nein, denn betrachtet man den Euro-Goldpreis, dann liegt der fast zwanzig Euro unter dem Niveau Ende letzter Woche.

 

Und auch in US-Dollar gemessen konnte der gestern angerichtete Schaden nur teilweise aufgeräumt werden. Zu sehr sind die Investoren von diesem Paukenschlag beeindruckt worden.

 

Dabei verlor der US-Dollar fast vollständig seine im gestrigen Handelsverlauf erzielten Gewinne wieder. Das erinnerte mich im Großen an die Montags abgelaufende Aufwertung des Dollars, der am selben Tag dann wieder die Abwertung folgte. Es bleibt ein fader Beigeschmack, dass die Montags-Aktion als Testlauf für die gestern und heute durchgeführten Währungsverschiebungen diente.

 

Haben die Notenbanken mit dieser Währungsachterbahn nun ein neues Instrument gefunden, um die Märkte manipulieren zu können? Es scheint so, denn neben den Edelmetallen sind auch US-Öl und die Aktienmärkte gestern kräftig gefallen. Heute ging es dann wieder in der anderen Richtung aufwärts.

 

Man kann natürlich aus solchen Aktionen auch darauf schließen, dass den Notenbanken das für die Drückung notwendige physische Gold ausgegangen ist. Oder dass die verbliebenen Mengen nicht leichtfertig auf den Markt geworfen werden sollen. Oder man will mit diesen Aktionen den Ölpreis wieder unter Kontrolle bringen – denn mit physischem Öl zur Drückung können die Notenbanken nicht aufwarten. Gestern sank der Preis pro Barrel um über drei Dollar und heute hat er sich wieder um zwei Dollar erholt. Keine besonders erfolgreiche Strategie.

 

Kommen wir nun zu dem heutigen Geschehen an den Gold-Märkten: Nach dem gestrigen Tiefschlag bei $1.335 konnte sich Gold im frühen asiatischen Handel bis auf $1.340 befestigen. Im Laufe des Londoner Vormittags-Handels bewegte sich an diesem Kurs kaum etwas. Der A.M. Fix kam mit $1.340,50 (EUR 970,04) ziemlich genau auf der $1.340er-Linie zum Stehen. Der US-Dollarindex gab während dieses Zeitraums langsam aber stetig nach.

 

Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde dann versucht, den Preis unter die Marke von $1.340 zu drücken. Das schien anfänglich auch zu funktionieren – Gold machte bei knapp $1.335 aber dann wieder kehrt und der P.M. Fix lag mit $1.339,00 (EUR 962,62) in etwa auf dem Dollar-Niveau des Vormittags. Aber während des Nachmittags verschärfte der US-Dollar seinen Rückgang, was wir an dem um sieben Euro im Vergleich zum A.M. Fix zurückgegangenen Euro-Goldpreis erkennen konnten.

 

Im weiteren Handelsverlauf ging der Dollar weiter zurück und Gold begann nun langsam zu steigen. Zum COMEX-Schluss hat das gelbe Metall die Marke von $1.343,70 erreichen können.

 

Silber konnte ebenfalls einen Teil seiner gestrigen Verluste ausgleichen – die $24er-Marke konnte jedoch (noch) nicht überwunden werden. Palladium näherte sich bei einem Tagesgewinn von fast zwanzig Dollar der Marke von $600.

 

Die US-Treasuries zeigten sich heute unverändert bei 2,5 Prozent für die 10-jährigen Papiere. Der US-Dollarindex gab heute 0,8 Punkte auf 77,2 ab.

 

Der Goldpreis-Drückung ist zwar heute die Luft ausgegangen, aber die Notenbanken wissen, wie sie das gelbe Metall in den Würgegriff nehmen können: den US-Dollar stark gegen den Euro steigen zu lassen. Aber vielleicht wirkt auch dieses Instrument beim nächsten Mal nicht mehr, nachdem ein Teil der hochspekulativen Gold-Investoren gestern aus ihren Positionen geworfen wurden.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.340,50

(€970,04)

$1.367,75

(€981,10)

- $27,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.339,00

(€962,62)

$1.339,00

(€969,52)

unverändert

COMEX Schlusskurs

$1.343,70

NA

$1.337,00

NA

+ $6,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$23,71

(€17,13)

$24,26

(€17,46)

- $0,55

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.670,00

(€1.207,50)

$1.672,00

(€1.209,85)

- $2,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$581,00

(€420,10)

$571,00

(€413,15)

+ $10,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,2

78,0

- 0,8

Renditen 10-jährige Treasuries

2,5 %

2,5 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

30,9

31,2

- 0,3

 

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