Bericht für den 27. Oktober 2010

 

Dog and Pony Show

 

Aus den Aktionen des Gold Kartells werde ich langsam auch nicht mehr schlau: Am Montag ließ man erst den Dollar-Goldpreis gefolgt von dem Euro-Goldpreis am Dienstag kräftig erholen. Und heute ging dann alles wieder rückwärts. Anstatt den ausgelösten Goldpreis-Rückgang an einem Tag dazu zu verwenden, in den nachfolgenden Tagen den Preisdruck fortzusetzen, um so eine Reihe von spekulativen Marktteilnehmern zum Auflösen ihrer Positionen zu bewegen, erinnert einen die derzeitige Entwicklung des Goldpreises eher an eine Achterbahn-Fahrt.

 

Vielleicht sind es die drei anstehenden Großereignisse, die uns zum Ende dieser Woche und während der nächsten Woche begleiten werden. Als erstes der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag, wo Frankreich und Deutschland ein bereits weichgespültes Programm für die Defizit-Sünder im Euro-Raum abgesegnet sehen wollen. Dort bahnt sich jedoch erheblicher Widerstand der anderen EU-Länder an, so dass bereits vermutet wird, dass Deutschland und Frankreich den Euro-Raum verlassen könnten, sollten ihre Forderungen nicht durchsetzbar sein.

 

Das würde für den wiedererstärkten Dollar sprechen. Aber der US-Dollar tendiert nicht nur stark gegen den Euro, sondern auch gegen die anderen internationalen Währungen.

 

Bleibt die seit langem wieder zweitägige Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) der FED am Dienstag und Mittwoch nächster Woche. Muss hier vielleicht schon Gold im Vorfeld zwanzig, dreißig oder mehr Dollar gedrückt werden, weil Bernanke am Mittwoch Abend mitteleuropäischer Zeit ein zweites massives Gelddruck-Programm auflegen wird, welches den Gold-Preis um fünfzig Dollar in die Höhe schnellen lassen könnte?

 

Oder sind die für den kommenden Freitag anstehenden Arbeitsmarkt-Zahlen für den Monat Oktober so katastrophal, dass man in gewohnter Manier den Gold-Preis drücken muss. Das ist schließlich schon ein eingeübtes Ritual.

 

Wir werden im Laufe der nächsten Tage erfahren dürfen, welches dieser Großereignisse hier dominierend sein wird.

 

Gold stand heute früh bereits im asiatischen Handel unter Druck. Bis kurz vor Eröffnung des Londoner Handels hatte Gold bereits knapp zehn Dollar im Vergleich zum gestrigen New Yorker Handelsschluss verloren. Im Laufe des Londoner Vormittags-Handels konnte sich das gelbe Metall zwar wieder leicht erholen, der A.M. Fix war mit $1.332,25 (EUR 964,14) aber immer noch acht Dollar schwächer als zum New Yorker Handelsschluss.

 

Die Preis-Entwicklung beim Gold ist heute auch wieder im Zusammenhang mit dem stetig stärkeren Dollar zu sehen. Der A.M. Fix war gegenüber dem gestrigen A.M. Fix zwar um zwei Dollar niedriger, aber Euro-Gold konnte sechs Euros zulegen.

 

Aber heute sollte auch Euro-Gold nicht ungeschoren davonkommen. Mit Beginn des New Yorker COMEX-Handels schwankte Gold um die Marke von $1.330, bevor kurz vor dem Londoner P.M. Fix der Preis plötzlich um über fünf Dollar einbrach: Der P.M. Fix mit $1.324,50 (EUR 960,20) war wohl durch eine signifikante Menge physischen Golds beeinflusst.

 

In den verbliebenen Stunden an der COMEX wurde dann Gold bis knapp unter die Marke von $1.320 gedrückt, konnte sich allerdings zum Handelsschluss wieder auf $1.322,60 (EUR 962,07) erholen. Das entspricht eines 24-Stundenrückgangs um $16.

 

Der US-Dollarindex (USDX) stieg heute um 0,4 Punkte auf 78,2 an. Die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes stiegen um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent an. Dadurch sank der von mir ermittelte Quotient aus beiden Parametern um 0,9 Punkte auf 29,0.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.332,25

(€964,14)

$1.334,00

(€957,78)

- $1,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.324,50

(€960,20)

$1.329,50

(€958,48)

- $5,00

COMEX Schlusskurs

$1.322,60

(€962,07)

$1.338,30

NA

- $15,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$23,77

(€17,19)

$23,48

(€16,84)

+ $0,29

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.695,00

(€1.225,60)

$1.696,00

(€1.221,00)

- $1,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$622,00

(€449,75)

$608,00

(€437,70)

+ $14,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,2

77,8

+ 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

2,7 %

2,6 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

29,0

29,9

- 0,9

 

© Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010

Parse Time: 0.265s