Bericht für den 4. November 2010

 

Zwei-Prozentregel gebrochen

 

Der heutige Tag war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Aber ein Ereignis ist dem aufmerksamen Goldbeobachter sicherlich nicht entgangen: Die bisherige vom Gold Kartell in Kraft gesetzte Regel, dass Gold maximal zwei Prozent pro Tag steigen darf, wurde heute zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 nachhaltig durchbrochen.

 

Im Gegensatz zu den letzten Tagen und Wochen war der Preisanstieg nicht allein dem verfallenden US-Dollarkurs zu verdanken. Denn Euro-Gold stieg auf 980 Euro, nachdem es im gestrigen Handel zeitweise unterhalb der Marke von 950 Euro tendierte.

 

Betrachtet man den Tiefstand des gestrigen Handelstages mit Kursen unterhalb von $930 und dem heutigen Schlusstand in New York mit Kursen oberhalb von $980, dann konnte Gold über $50 zulegen. Das ist nicht weit weg von den Steigerungs-Raten vom Herbst 2008, wo der Geldmarkt plötzlich zusammenbrach und viele Investoren in Panik aus ihren Geldmarkt-Fonds fliehen wollten. Damals konnte man an demselben Tag Gold wieder unter Kontrolle bekommen. Ob dies die folgenden Tage gelingen wird, werden wir sehen.

 

Den ultimativen Hinweis, dass das System seinem Schicksal ins Auge blickt würde, wenn der Anstieg des Goldpreises $100 und mehr betrüge, beobachten wir aufmerksam. Heute lagen wir mit einem Anstieg jenseits von $44 weit oberhalb der Gold Kartell Grenze von zwei Prozent. Wir befinden uns also derzeit in einer Phase, wo uns plötzlich das gesamte Finanz-System um die Ohren fliegen könnte.

 

Eine besondere Freude ist die heutige Preisentwicklung für die in den letzten Jahren verhöhnten Silber-Investoren. Ehrlicherweise bin ich einer dieser kritischen Kräfte, denn Silber performt in einem deflationären Umfeld nachweislich schlechter als Gold (Anmerkung: Öl, Platin und Palladium haben prinzipiell dasselbe Problem wie Silber). Trotzdem freue ich mich über die heutige Preisentwicklung, denn auch ich halte mehr als 10 Prozent meines Edelmetall-Portfolios in Silber. Die konnten einen bislang nicht beobachteten Preisanstieg von über 150 Cent, also 6 Prozent, für sich verbuchen. Wie reagieren da wohl die Silber-Drücker bei JP Morgan in New York, die noch gestern massive Silberpositionen short verkauft haben.

 

Aber diese massiven Verluste trägt sowieso die FED über die Notenbank-Presse. Ein James Dimon wird nicht so dumm sein, Silber in großem Umfang zu shorten, nur um am nächsten Tag einen Tagesverlust von über sechs Prozent verbuchen zu müssen. Das zeigt im Prinzip, dass JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank nur willfähige Ausführer der Befehle der FED sind: Für Geld tun wir alles – das ist die Devise in den Trading Rooms dieser Banken.

 

In eigener Sache

 

Ich werde am Freitag und am Samstag auf der Münchener Edelmetall-Messe ganztägig am Stand von Bullionaer / Dr. Neugebauer anwesend sein.

 

Der Freitags-Bericht wird deshalb gegebenenfalls erst am Sonntag im Laufe des Tages erscheinen. Ich bitte um Verständnis.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.361,00

(€55,62)

$1.358,00

(€966,70)

+ $3,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.381,00

(€968,44)

$1.345,50

(€958,88)

+ $35,50

COMEX Schlusskurs

$1.382,70

NA

$1.348,00

NA

+ $34,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$25,38

(€17,79)

$25,00

(€17,79)

+ $0,38

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.740,00

(€1.219,35)

$1.709,00

(€1.218,95)

+ $31,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$668,00

(€468,10)

$638,00

(€455,05)

+ $30,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,9

76,5

- 0,6

Renditen 10-jährige Treasuries

2,5 %

2,6 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

30,4

29,4

+ 1,0

 

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