Bericht für den 11. November 2010

 

Living beyond their means

 

Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes war es nicht die US-amerikanische FED, die bislang am meisten Geld in das Bankensystem gepumpt hat. Es war auch nicht die Bank of Japan, die schon seit über einem Jahrzehnt mit Zombie-Banken und einer stagnierenden Wirtschaft zu kämpfen hat.

 

Nein, der größte Gelddrucker ist die Bank of England. Wenn man sich das Volumen derer Quantitative Easing Programme betrachtet, dann wird man feststellen, dass die BoE-Programme vom Volumen in etwa halb so groß sind wie diejenigen der FED. Aber die Vereinigten Staaten haben mit einem Bruttoinlandsprodukt von $14,3 Billionen gegenüber $2,2 Billionen eine mehr als sechsfach so hohe Wirtschaftsleistung als das Vereinigte Königreich und 300 Millionen Einwohner anstatt 60 Millionen.

 

Großbritannien ist auch eines der Länder, wo trotz der durch Wahrheitsministerien nach unten manipulierten Daten zur offiziellen Preissteigerung relativ hohe Inflationsraten ausgewiesen werden. Hinzu kommt, dass die jetzige konservativ-liberale Regierung die Auswüchse jahrzehntelanger staatlicher Ausgaben-Programme durch Labour korrigieren muss. Denn der öffentliche Sektor ist wie bei allen lange Zeit von sozialistischen Regierungen geführten Nationen explosionsartig ausgeweitet worden. In der UK-Presse wurde wochenlang von Schulrektoren berichtet, die jährliche Einkünfte von über 200.000 Pfund erzielen konnten und damit besser bezahlt werden, als Spitzen-Politiker.

 

Diesen Stall auszumisten ist wirklich eine Herkules-Aufgabe.

 

Das führt aber dazu, dass immer mehr Bürger auf der einen Seite sinkende Einkommen, zum Teil durch Arbeitslosigkeit verursacht, bei steigenden Ausgaben zu verzeichnen haben. Die Daily Mail beschreibt das Problem kurz und prägnant: ... that millions of people are ‘living beyond their means’. This is because they are addicted to a lifestyle they do not want to give up.

 

So, so – die Leute leben über ihren Verhältnissen, wollen aber ihren Lebensstil nicht (entsprechend ihres Einkommens) zurückfahren. Das Hauptproblem scheint dabei das Ausgabeverhalten der Frauen zu sein:  The report said women typically spent nearly £600 more than their take-home pay each month. The figure for men was £138.

 

Durchschnittlich 23.000 Pfund reine Konsumschulden, das heißt Kreditkarten-Schulden oder andere Kredite zur Finanzierung von Konsum, hat durchschnittlich jeder Haushalt, der die Schuldner-Beratung aufsucht. Das ist ein Betrag, der das jährliche Netto-Einkommen eines typischen Arbeiters überschreitet.

 

Wohlgemerkt, das sind reine Konsumschulden; sie umfassen nicht die auf den Häusern lastenden Hypotheken-Schulden. Dort ächzen Millionen von Haushalte, weil sie sich eigentlich nicht das Haus leisten können, indem sie derzeit wohnen: Zombie-Haushalte nennt der Bericht diese Gattung von Schuld-Sklaven.

 

Man erkennt, dass ein nur marginaler Anstieg des Zinsniveaus diese Schuldner augenblicklich in den Ruin treiben würde. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass die Notenbanken von ihrer Gelddruck- und Niedrigzins-Politik abweichen werden.

 

Während sich im heutigen Marktverlauf das Gold Kartell bemühte, das gelbe Metall unterhalb der Marke von $1.400 zu halten – was eher schlecht als recht gelang – näherte sich Euro-Gold fast unbeachtet immer mehr dem historischen Höchststand vom Mai dieses Jahres an. Gegen 20:00 Uhr MEZ stand Euro-Gold nahe der Marke von 1.030 Euro.

 

1.048,03 Euro betrug am 8. Juni zum A.M Fix der Euro-Gold Höchststand – hierzu fehlen uns noch läppische zwanzig Euro.

 

Der Grund ist wieder einmal in der Verschiebung des USD/EUR Devisenverhältnisses zu suchen – der Euro verlor nämlich heute fast 0,8 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Bei einem leicht positiv tendierenden Dollar-Goldpreis konnte Euro-Gold somit 0,9 Prozent im Tagesverlauf zulegen. Die Zuwächse von Euro-Gold sind immer dann am größten, wenn die Marktteilnehmer lediglich auf den Dollar-Kurs schauen.

 

Ansonsten sahen wir heute eine Fortsetzung des Kräfte-Messens zwischen den beiden Parteien von gestern: Bis zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX dominierten die Kräfte, die einen steigenden Goldpreis anstreben – und Gold stieg in diesem Umfeld auf über $1.410 an. Mit Eröffnung der COMEX und insbesondere zum Londoner P.M. Fix ging es dann wieder abwärts in Richtung der Marke von $1.400.

 

Aber zum zweiten Mal in Folge konnte die Marke von $1.400 verteidigt werden. Die wichtigen Marktdaten, der Londoner A.M. sowie P.M. Fix und der COMEX-Schlusskurs finden sich in nachstehender Übersicht.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.413,00

(€1.028,38)

$1.402,00

(€1.016,38)

+ $11,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.398,50

(€1.022,97)

$1.390,50

(€1.016,22)

+ $8,00

COMEX Schlusskurs

$1.405,00

NA

$1.401,00

(€1.017,28)

+ $4,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$27,75

(€20,24)

$27,53

(€19,99)

+ $0,22

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.754,00

(€1.278,45)

$1.768,00

(€1.281,60)

- $14,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$715,00

(€521,15)

$714,00

(€517,60)

+ $1,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,2

77,6

+ 0,6

Renditen 10-jährige Treasuries

2,7 %

2,7 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

29,0

28,7

+ 0,3

 

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