Bericht für den 18. November 2010

 

Irland gerettet – Gold darf wieder steigen

 

Was muss Gold doch noch für eine Macht haben.

 

Phase 1: In Irland häufen sich die Probleme. Die Investoren kaufen verstärkt Gold. Der Euro-Goldpreis erreicht fast wieder die Höhe vom späten Frühjahr, wo der Euro schon einmal auf der Kippe stand.

 

Phase 2: Es wird kritisch. Irland steht vor der Pleite und insbesondere das deutsche und britische Bankensystem. Die Rettung ist offensichtlich die einzige Alternative – aber noch wehrt sich die souveräne Regierung davor, ein Protektorat der EU und des IWF zu werden. Der Goldpreis wird kräftig gedrückt – aber die ganze Prozedur ist sehr mühselig. Man schafft es gerade einmal, Gold zwanzig Euro unter die Marke von 1.000 Euro zu drücken. Die auf günstige Preise wartenden Gold-Schnäppchenjäger warten weiter in ihren Startlöchern.

 

Phase 3: Geschafft – die Iren nehmen doch das Geld des Euro-Rettungsfonds und des IWF. Joe Ackermann und seine Kollegen vom deutschen Bankenverband haben erneut den Kopf aus der Schlinge gezogen. Ebenso ihre britischen Kollegen. Gold steigt wieder kräftig an. Die Gold-Schnäppchenjäger müssen erneut warten – vielleicht bei 1.200 Euro, bis sich die nächste Gelegenheit ergibt.

 

Phase 3 wurde heute früh eingeläutet. Und Gold quittierte das mit einem über fünfzehn Dollar starken Anstieg im asiatischen Handel. Im Londoner Vormittags-Handel ging es dann noch weiter bergauf – bis fast an die Marke von $1.360. Der A.M. Fix kam etwas leichter mit $1.356,75 (EUR 995,85) zustande. Immerhin ein 24-Stundengewinn von zwanzig Dollar.

 

Mit Beginn des Handels an der COMEX geriet Gold zwar wieder leicht unter Druck. Aber bei $1.350 war dann auch schon wieder Schluss. Der P.M. Fix: $1.350,25 (EUR 992,61). Ganz so schnell wollten die EZB und ihre Erfüllungsgehilfen den Goldpreis dann doch nicht steigen lassen.

 

Dann ging es wieder bergauf: Aber bis auf $1.360 wollte man Gold erneut nicht ansteigen lassen. Zum Schluss des COMEX-Handels stand Gold dann bei $1.353,50 (EUR 992,45) und um $16 höher als gestern.

 

Der Star des Tages war ... Palladium. Das PGM-Metall ist heute um knapp fünf Prozent um mehr als dreißig Dollar gestiegen. Aber auch Silber lag heute mit einem Anstieg von knapp 130 Cent bei fünf Prozent im Plus. Dagegen mussten sich Gold und Platin mit einem Tages-Zuwachs von 1,5 Prozent zufrieden geben.

 

Der US-Dollar gab heute leicht nach und steht nun bei 78,7 (USDX). Die US-Staatsanleihen tendierten auf unverändert hohem Niveau von 2,9 Prozent für die 10-jährigen Papiere.

 

Fazit: Irland wurde erst einmal gerettet und nun kann man Gold wieder steigen lassen.

 

Was steht auf dem morgigen Termin-Kalender? Eigentlich nichts besonderes, außer dass eine Reihe von hochrangigen Notenbank-Vertretern morgen auf der heute begonnenen zweitägigen 6th ECB Central Banking Conference in Frankfurt sprechen werden: Unter anderem EZB-Präsident Trichet, FED Chairman Bernanke, PBoC Governor Zhoe und einige Mitglieder aus dem EZB-Präsidium wie beispielsweise Bundesbankpräsident Weber. Auch IWF-Chef Strauß-Kahn ist mit von der Partie. Jeder kann sich selbst darüber Gedanken machen, ob das auf eine bevorstehende Freitags-Drückung hindeutet. Oder ob der Irland-Effekt überwiegen wird.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.356,75

(€995,85)

$1.336,50

(€988,39)

+ $20,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.350,25

(€992,61)

$1.337,50

(€988,11)

+ $12,75

COMEX Schlusskurs

$1.353,50

(€992,45)

$1.338,00

NA

+ $15,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$26,57

(€19,47)

$25,20

(€18,68)

+ $0,37

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.656,00

(€1.213,65)

$1.637,00

(€1.212,15)

+ $19,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$684,00

(€501,30)

$649,00

(€480,55)

+ $31,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,7

79,0

- 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

2,9 %

2,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

27,1

27,2

- 0,1

 

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