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Bericht für den 29. November 2010 Auslands-Vermögens-Verbrenner Was passiert eigentlich
mit den Milliarden an Export-Überschüssen, die
Deutschland jedes Jahr erwirtschaftet: Bei den Bürgern landen sie jedenfalls
nicht, obwohl uns das manche Berichte der Systempresse weiss
machen wollen. In Wirklichkeit verbleiben die Gewinne bei den Unternehmen, wie
der Bericht von Stephan Schulmeister am Freitag im Handelsblatt feststellt: Die Gewinne der Unternehmen stiegen deutlich an, in erster Linie
als Folge sinkender Reallöhne. Statt ihre Investitionen zumindest in gleichem
Maß zu erhöhen, akkumulieren die Unternehmen Finanzkapital:
Sechs Jahre in Folge haben sie nun schon Finanzierungsüberschüsse. Diese legen
sie primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzderivaten an.
Die Überschüsse landeten nicht in deutsches Realvermögen (=
Direktinvestitionen), wie zu Zeiten der Deutschen Mark, sondern in ausländische
Finanztitel. Stephan Schulmeister
rechnet nach: In den Jahren 2004 bis 2009
kumulierten sich die jährlichen Zuflüsse an Nettofinanzvermögen im Ausland auf
982 Milliarden Euro. Der Bestandswert des angehäuften Nettofinanzvermögens lag
Ende 2009 aber nur 527 Milliarden Euro über dem Wert von 2003. Die
verschwundenen 455 Milliarden Euro landeten wohl in von
den Banken angekauften Schrottpapieren, aber auch Bewertungsverluste durch
Dollar-Abwertung und Aktienkursverfall. Wo sind aber die
restlichen 527 Milliarden investiert? Richtig, bei ausländischen Banken und in
ausländischen Staatsanleihen der Defizitländer des Euro-Raums. Wir wissen, welche
Länder das sind – die Staaten der PIIGS-Zone.
Derzeit versucht man noch mit allerhand Rettungsmaßnahmen und Garantien, die
Zahlungsfähigkeit dieser Länder zu erhalten. Dass dies nur ein Notpflaster sein
kann, und die unabwendbare Pleite dieser Staaten nur eine Frage der Zeit sein
wird, ist auch dem Autor bekannt. Stephan Schulmeister kommt deshalb zu dem
messerscharfen Schluss: Auch sie (Anmerkung: die
527 Milliarden) werden sich verflüchtigen. ... Von jenen Finanzvermögen, die
Deutschland aus seinen Exportüberschüssen akkumuliert hat, wird kaum etwas
übrig bleiben. Das war in der Wirtschaftsgeschichte immer so. Endlich spricht das renommierte
deutsche Bankenblatt einmal Klartext. Während man in der Sonntags-Ausgabe der
FAZ noch die guten Argumente der Euro-Kritiker mit Überschriften wie Die Apokalyptiker reiten wieder durch den Kakao zu
ziehen versucht, beschreibt der
Kommentator des Handelsblatt die Situation messerscharf, wie sie wirklich ist:
Die aus Deutschland in die PIIGS-Staaten investierten
Handels-Überschüsse sind zum Teil schon offiziell verloren – bedingt
durch Kursverluste der dortigen Anlageformen. Oder sie werden derzeit mit den
diversen Rettungs-Aktionen vor dem Totalverlust notdürftig abgeschirmt. Andere Kommentatoren gehen hier sogar noch weiter
und verweisen darauf, dass die großen Exporteure mit bekannten deutschen Namen
schon längst nicht mehr im deutschen Besitz sind: In
den letzten zehn Jahren ist der ausländische Besitzanteil an DAX-Unternehmen
von 20 Prozent auf über 80 Prozent angestiegen. Es wäre unlogisch, anzunehmen,
dass die Landet der deutsche Exporterfolg im Wesentlichen in
den Taschen amerikanischer und britischer Investoren? Erklärt dies die
Beobachtung, dass das deutsche Volk seit mehreren Jahren nichts mehr von dem
Export-Erfolg seines Landes im eigenen Geldbeutel spürt? Absolut – aber anstatt die Interessen ihrer
Bürger zu vertreten, rettet Teflon-Merkel lieber mit
einem Zukunfts-Scheck, der auf die (immer weniger werdenden) Kinder und Enkel
des deutschen Volkes ausgestellt ist, das aus dem Ausland fremdbestimmte
Bankensystem und den Erfolg der sowieso zum größten Teil ausländischen Mächten
gehörenden Export-Unternehmen. Ist das nicht sogar eine noch viel schlimmere
Form der Versklavung als das oben genannte pure Ausbeuten der deutschen
Arbeitnehmer. Die Zeichen auf den Finanzmärkten stehen trotz des
Beschlusses, Irland durch Hilfen vor dem Zusammenbruch zu bewahren, auf Sturm.
Erneut ist der Euro gegenüber dem US-Dollar um mehr als ein Prozent gefallen.
Das tat zwar anfangs den Edelmetallen, die in US-Dollar gehandelt werden, nicht
besonders gut, dafür stiegen aber die Euro-Notierungen von Gold & Co. Der A.M. Fix zum Londoner Vormittagshandel kam mit
EUR 1.030,30 ($1.360,00) noch fast unverändert gegenüber den Notierungen des
Freitags zustande. Der P.M. Fix war da aber mit EUR 1.038,49
($1.357,00) trotz leicht fallender Dollar-Notierungen um 16 Euro stärker als
der P.M. Fix vom letzten Freitag. Zum COMEX-Schluss
ging es schließlich auf bis zu EUR 1.043,25 ($1.366,60) hoch – ein neuer
Rekordstand. Auch die anderen Edelmetalle entwickelten sich in
Euro gemessen durchaus zufriedenstellend. Während die Real-Renditen der 10-jährigen
Staatsanleihen der Euro-Länder zulegten, konnten sich die US-Treasuries
mit einem Rückgang der Realrendite um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent leicht
verbessern. Zusammen mit dem um 0,5 Punkte auf 80,9 gestiegenen US-Dollarindex
(USDX) schnellte der von mir beobachtete Quotient aus USDX und den Realrenditen
um 1,2 Punkte auf 28,9 hoch. Wichtige Marktdaten im Überblick
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