Bericht für den 6. Dezember 2010

 

Wo bleiben die Euro-Retter?

 

Die Kakophonie im wild herumflatternden Euro-Hühnerhaufen nimmt immer abstrusere Dimensionen an. Da musste der Luxemburger Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker die Idee der europäischen Bonds per Zeitung in die Diskussion einbringen. Denn Luxemburg hätte neben dem Job von Juncker am meisten von einem Auseinanderbrechen des Euros zu verlieren.

 

Nach Daten des Internationalen Währungsfonds waren im Jahre 1980 die Schweiz und Luxemburg beim Vergleich des Bruttoinlands-Produkts pro Einwohner noch gleichauf. Im Jahr 2010 hat Luxemburg aber mit $80.300 pro Einwohner fast das doppelte BIP wie die Schweiz ($41.770) erwirtschaftet. Und auch wenn wir die Hauptländer der Europäischen Union betrachten, dann liegen die zwar unter der Wertschöpfung der Schweiz. Aber über die letzten 30 Jahre gab es zwischen Deutschland (2010: $35.900), Frankreich (2010: $34.100) und Großbritannien (2010: $35.100) tendenzmäßig keine wesentliche Verschiebung gegenüber der Schweiz. Euro-Land ist voll in Juncker-Hand, so könnte man wahrheitsgemäß dichten.

 

Wer braucht eigentlich diesen korrupten und selbstgefälligen Wurmfortsatz in Europa: Die Bürger Frankreichs und Deutschlands sicherlich nicht. Die würden sich wieder wohler fühlen, wenn dieses infektionäre Anhängsel aus dem Bauch des Euro-Landes operativ entfernt würde.

 

Und dann die große Rettungs-Sau, die ebenfalls durchs Dorf getrieben wird. Diesmal vom IWF-Chef Strauß-Kahn persönlich. Der möchte nämlich den Rettungs-Fond verdoppeln. Das wird die Amerikaner, Japaner und andere Nationen im Nahen und Fernen Osten aber freuen, die über ihre IWF-Umlage die Rettung des Euros mitbezahlten müssten. Und der deutsche Finanzminister und seine französische Kollegin wären wohl auch begeistert, wenn die europäische Solidarität sich dann nur noch auf zwei Geberländer reduzieren würde. Alle anderen fallen ja weg und gehören zu der Elite der zu rettenden. Der französische Sozialist Strauß-Kahn wetzt wohl schon die Hufe, um gegen Sarkozy antreten zu können.

 

Die dritte Idee kam aus den 1968er-schulgeschädigten Gehirnen der deutschen Politiker-Eliten. Die wollten allen Ernstes eine europäische Kollektiv-Haftung für alle Staatsschulden der Euro-Staaten etablieren. Nachdem ihnen jemand geflüstert hat, dass das noch viel schlimmer als die Aufstockung des Euro-Rettungsfonds nebst Euro-Staatsanleihen sei, hat man in Berlin vehement dementiert. Hier rächt sich wieder einmal die Tatsache, dass deutsche Politiker Laienschau-Spieler sind, die im Prinzip jedes politische Amt gleich (schlecht) ausüben können. Und wenn dann mit Jörg Asmussen noch ein trojanisches Pferd der deutschen Banken-Oligopolie als Staatssekretär im Finanzministerium sein Vernichtungswerk vollbringt, dann braucht man sich über die infantilen Kommentare der Sprechpuppe Merkel auch nicht mehr zu wundern.

 

Wahrscheinlich wird Deutschland heute Abend wieder auf ganzer Linie einbrechen. Denn die Zeit eines Hans-Olaf Henkel ist noch nicht gekommen, der dem Euro endgültig den Todesstoß versetzen möchte.

 

Gold konnte heute – kein Wunder – neue Höchststände sowohl in Euro als auch in US-Dollar gemessen erzielen. Noch stärker ist erneut Silber gestiegen, das kurzzeitig die Marke von $30 knacken konnte. Der US-Dollar ist gegenüber dem Euro erneut um über ein Prozent gestiegen. Die FED kann in den USA einfach hemmungslos Staatsanleihen monetarisieren, während in Europa die Verfassungsklage der Euro-Kritiker bei entsprechenden Aktionen der EZB wohl nicht mehr aufzuhalten wäre. So komisch das klingen mag: Die Investoren in Staatsanleihen hassen Probleme und lieben auch künstlich von der Notenbank liquide gehaltene Bond-Märkte. Deshalb führen die Quantitative Easing Maßnahmen paradoxerweise zu einem stärkeren US-Dollarkurs.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.411,50

(€1.062,32)

$1.391,75

(€1.049,11)

+ $19,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.415,25

(€1.065,86)

$1.403,50

(€1.051,31)

+ $11,75

COMEX Schlusskurs

$1.414,80

(€1.062,44)

$1.406,00

NA

+ $8,80

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,60

(€22,29)

$28,78

(€21,68)

+ $0,82

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.717,00

(€1.293,90)

$1.718,00

(€1.287,35)

- $1,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$759,00

(€571,95)

$758,00

(€568,00)

+ $1,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

79,6

79,4

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,0 %

3,0 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

26,5

26,5

unverändert

 

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