Bericht für den 8. Dezember 2010

 

Goldene Ablenkung

 

Es brennen derzeit nicht nur die Staatsanleihen der Euro-Länder. Auch die Vereinigten Staaten bekommen zunehmend Probleme. Die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes sind heute um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen – ein Höchststand der letzten sechs Monate. Trotz eines um 0,2 Punkte auf 80,0 gestiegenen US-Dollarindex. Der von mir als Indikator des Stresses im Dollarraum ermittelte Quotient aus dem USDX und den Real-Renditen ist heute um mächtige 1,5 Punkte auf 24,2 gefallen.

 

Wenn das Imperium in Bedrängnis kommt, dann wird massiv auf den Goldpreis eingeprügelt. Die gestern mit dem Londoner P.M. Fix eingeleitete Aktion wurde heute massiv fortgesetzt.

 

Nach dem gestrigen COMEX-Schluss ging es mit Gold im späten Access Handel weiter bergab. In einem Großteil der Fälle ein Hinweis auf eine sich am folgenden Tag fortsetzende Drückung. Mit $1.401,10 zum New Yorker Handelsschluss hat Gold gegenüber dem COMEX-Schlusskurs weitere sechs Dollar verloren.

 

Im asiatischen Handel heute früh setzte sich dieser Druck erwartungsgemäß fort: Die Marke von $1.400 fiel und Gold wurde bis auf $1.390 gedrückt.

 

Der Londoner Vormittags-Handel führte dann wieder zu einer leichten Erholung, die Gold bis kurz vor dem A.M. Fix auf fast $1.400 anstiegen ließ. Der A.M. Fix kam mit $1.395,00 (EUR 1.054,90) dann aber unerwartet schwächer zustande. Auf 24-Stundenbasis hatte Gold bereits $31 beziehungsweise elf Euro verloren.

 

Im Vorfeld der Eröffnung der New Yorker COMEX kam es zu einem weiteren Einbruch, der Gold sogar unter die Marke von $1.390 fallen ließ. Zwar konnte sich das gelbe Metall in der ersten Stunde des Handels wieder etwas stabilisieren – aber erneut kam erst die Drückungs-Packung zum P.M. Fix mit $1.385,50 (EUR 1.046,06). Und dann im nahtlosen Übergang die Haupt-Drückung, die Gold auf bis zu $1.370 fallen ließ.

 

Dann war aber der Tages-Tiefpunkt endgültig erreicht und Gold konnte sich bis zum Ende des COMEX-Handels wieder auf $1.383 heraufarbeiten.

 

Die beiden letzten Tage haben insbesondere Silber und Palladium hart getroffen. Gestern stand Silber ja bereits schon bei über $31,60 und notiert um 21:00 Uhr mit $28,30 mit einem Verlust von über 10 Prozent. Palladium stand ebenfalls gestern noch über $770 und steht heute mit $730 um $40 oder über 5 Prozent niedriger. Hier scheinen die Mittel von HSBC, JP  Morgan & Co wesentlich beschränkter zu sein als bei dem kleinen Bruder von Gold.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.395,00

(€1.054,90)

$1.426,00

(€1.065,85)

- $31,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.385,50

(€1.046,06)

$1.420,00

(€1.062,40)

- $34,50

COMEX Schlusskurs

$1.383,00

NA

$1.407,50

NA

- $24,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,02

(€21,94)

$30,50

(€22,81)

- $1,48

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.683,00

(€1.271,15)

$1.724,00

(€1.288,00)

- $41,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$729,00

(€550,60)

$769,50

(€574,90)

- $40,50

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,0

79,8

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,1 %

+ 0,2 %

Quotient aus USDX und Renditen

24,2

25,7

- 1,5

 

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