Bericht für den 10. Dezember 2010

 

Deutschnationale Utopie

 

Dem internationalen Banken-Oligopol wird die Instabilität des Euros langsam unheimlich. Wolfgang Münchau, Kolumnist der britischen Financial Times und ihres deutschen Ablegers FTD versucht nun auf perfide Art, die zunehmenden Widerstände in der Öffentlichkeit gegen die Gemeinschafts-Währung durch Maßnahmen der Ausgrenzung und demokratischen Mehrheitsfindung zu brechen.

 

Sein Aufruf Gründet die Anti-Euro-Partei versucht die validen Argumente gegen die Gemeinschafts-Währung in einen Populismus umzudeuten, der nun Hans-Olaf Henkel zum neuen Parteiführer dieser Gruppierung proklamieren möchte. Natürlich darf da bei Münchau auch nicht der Hinweis fehlen, dass Thilo Sarrazin als Repräsentant des angeblichen Anti-Ausländer Populismus gut mit Henkel harmonieren dürfte.

 

Und schon demaskiert er sich, und es kommen seine wahren Beweggründe zum Vorschein: Der Euro-Raum befindet sich an einer Weggabelung. Wer geradeaus gehen möchte, muss die notwendigen Voraussetzungen für eine Fiskal- und Wirtschaftsunion schaffen. Wer das nicht will, der biegt nach rechts ab und folgt Henkel und Sarrazin in ihre deutschnationale Utopie.

 

Da haben wir sie wieder einmal: Die gerne verwendete Nazi-Keule.  Sie schlägt diesmal nicht nur auf Sarrazin ein, sondern wird nun auch noch gegen Hans-Olaf Henkel wegen seiner vermeintlich dumpf-deutschnationalen Thesen gegen den Euro eingesetzt.

 

Das zweite Problem ist ein systemimmanentes der Demokratie. Da die Welt und ihre Zusammenhänge im höchsten Maße komplex sind und nicht jeder wählende Bürger alle Aspekte kennen und bewerten kann, neigt man in der Argumentation zu klaren, aber falschen Ideen – fausses idees claires nach Alexis de Tocqueville. Die Anwendung dieses Prinzips lässt sich gut unter Heranziehung des obigen Münchau-Zitats nachvollziehen: Der Geradeaus-Weg bildet dort eine Symbiose mit einer Fiskal- und Wirtschaftsunion, während die Rechtsabbieger eine deutschnationale Utopie weiterverfolgen sollen. Wer würde da nicht sein Ja für den Geradeaus-Weg geben. In Wirklichkeit stecken hinter diesem Prinzip aber Konsequenzen, die zwar für die Macht der von Münchau vertretenen Banken-Oligopole überlebenswichtig sind, aber für das deutsche Volk ganz einschneidende Konsequenzen hätten: Als erstes gäbe der Bürger die Macht über die Fiskal- und Wirtschaftpolitik von der durch ihn gewählten Legislative, dem Deutschen Bundestag, in die Hand einer von keinem Bürger der EU gewählten Europäischen Regierung ab. Und zum zweiten wäre die Folge dieses Machtverlusts, dass vor allen Dingen die deutschen Massen zum Zwecke eines europäischen Transferstaates noch weiter ausgeplündert werden würden.

 

Aber Vereinfachung hat schon immer bei der Zielerreichung geholfen: Einen deutschnationalen Feind der Henkels oder Sarrazins könnte man in pseudo-demokratischer Tradition über alle Parteigrenzen hinweg gemeinsam bekämpfen. Da sind ja schließlich die Union und die SPD als untergehende Volksparteien, die sicherlich bei einer solchen Parteigründung intellektuell noch weiter ausbluten würden. Aber die verbliebenen rückgratlosen Gestalten würden trotzdem weiter um ihre seit über 60 Jahren aufgebauten Pfründe kämpfen wollen. Und da gibt es noch die europagläubigen Grünen, deren Wähler gut versorgt und satt im staatlichen Apparat sitzen und die Linken, die mit der europäischen Union und dem Euro eigentlich schon ihr realsozialistisches Ziel verwirklicht sehen. Wenn man die mit einer Parteigründung in die Bredouille bringt, weil sie die Währungs- und Ausländerpolitik jahrzehntelang fast straffällig falsch bewertet haben, dann halten sie wie die ehemaligen DDR-Blockparteien zusammen.

 

Ein netter Versuch, Deutschland ein solches trojanisches Pferd unterzujubeln.

 

Besonders schlimm sind die Jörg Schönenborns dieser Welt, die unter dem Mantel der anerkannten ARD Forschungsgruppe Wahlen den Bürgern weismachen wollen, dass nur die schlecht gebildeten Schichten Angst vor dem Euro oder Angst vor einer Islamisierung hätten. Wie werden diese Leute dann öffentlich denunziert, damit sie beim nächsten Anruf wissen, was sie politisch korrekt zu antworten hätten - Globalisierungs-Verlierer. Die Methode ist hier die gleiche wie bei dem Finanztest-Tenhagen, der den guten Ruf der Stiftung Warentest dazu verwendet, Millionen von Sparern in den sicheren Finanztod zu treiben. 

 

Wer aber die Demokratie zu einer Mehrheits-Diktatur instrumentalisieren möchte, um seine Ziele zu erreichen wie Münchau das tut, der geht im Prinzip mit seinen Kritikern auch nicht anders um wie die altgriechische Urdemokratie – die ließ nämlich einen ihrer Kritiker, den Philosophen Sokrates hinrichten und ging im Anschluss selbst unter.

 

Zum heutigen Geschehen am Gold-Markt. Das war erneut beherrscht von dem Preisdruck durch das Gold Kartell. Warum – weil insbesondere Gold und Silber unter Druck standen, während die Aktienmärkte weiter haussierten. Denn die 10-jährigen US Treasury Notes sind heute wieder auf ein Realzins-Niveau von 3,3 Prozent gestiegen. Die offizielle Propaganda behauptet wegen der guten Zahlen zum Verbraucher-Vertrauen. In Wirklichkeit ist es aber die kritische Situation der weltweiten Staatsanleihen, welche die Notenbanken zu einem Angriff auf Gold & Co verleiten. Im Hintergrund kaufen natürlich die FED-, EZB- und andere Zentralbank-Agenten die Staatsanleihen auf, welche die Investoren wegen der Staatenkrise abstoßen wollen. Dadurch wird der Anstieg der Realzinsen noch stark verlangsamt. Aber alles können FED & Co auch nicht aufkaufen.

 

Zum Vormittag sah es eigentlich noch nach steigenden Goldpreisen aus. Im asiatischen Handel setzte die positive Bewegung ein und konnte sich zum Londoner Vormittags-Handel verstetigen. Aber seit Eröffnung des Londoner Handels ging es nicht mehr bergauf. Der A.M. Fix kam mit $1.390,00 (EUR 1.048,03) um acht Dollar höher als gestern zustande.

 

Aber wehe, wehe, wenn ich auf den Anfang der COMEX sehe. Kaum hatte der New Yorker Handel eröffnet, dann ging es in zwei Abwärtsbewegungen runter bis auf $1.370. Dieser Kurs war wohl durch den P.M. Fix von $1.375,25 (EUR 1.041,38) beeinflusst worden. $16 gingen im 24-Stundenverlauf verloren. Erneut stellte dieser Kursstand den Tiefpunkt des heutigen Handelstages dar. Typisch Gold-Kartell eben.

 

In den folgenden Handelsstunden konnte sich Gold einen Großteil seiner Verluste wieder zurückerobern. Aber es verblieb zum Ende des Handels an der COMEX ein Tagesverlust von neun Dollar. Wochenend-Kosmetik für unser wackeliges Finanzsystem.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.390,00

(€1.048,03)

$1.382,00

(€1.045,94)

+ $8,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.375,25

(€1.041,38)

$1.391,25

(€1.052,78)

- $16,00

COMEX Schlusskurs

$1.383,20

(€1.046,65)

$1.392,00

NA

- $8,80

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,79

(€21,75)

$28,41

(€21,51)

+ $0,38

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.673,00

(€1.265,50)

$1.691,00

(€1.275,75)

- $18,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$737,00

(€557,50)

$746,00

(€562,80)

- $9,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,1

80,1

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,2 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

24,3

25,0

- 0,7

 

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