Bericht für den 13. Dezember 2010

 

Politisches Sankt-Florians-Prinzip

 

Die verschiedenen Interessens-Gruppen, die es in Deutschland gibt, überbieten sich einmal mehr mit Vorschlägen, wo neues Geld aufgebracht werden kann oder wo man noch Geld sparen könnte. Der eine will die Vermögen der Reichen abschöpfen, der andere die Sozialleistungen auf ein Minimum begrenzen. Und der dritte will mit einer Mehrwertsteuererhöhung allen Verbrauchern gleichmäßig das Geld aus der Tasche ziehen.

 

Heiliger Sankt Florian / Verschon mein Haus / Zünd andre an!

 

Wer verbreitet denn eigentlich die Botschaft, dass es überhaupt Feuer geben wird: Die Politik, denn hier versucht man aus dem Bürger noch den letzten Steuer-Euro herauszupressen. Ein Großteil des Volks soll nach einem kürzlich erschienenen Bericht in der WELT AM SONNTAG aus Gründen der Rettung des Sozialstaates durchaus bereit dazu sein Steuererhöhungen mitzutragen. Aber auch hier gilt das Prinzip: Ich kann eigentlich kein Geld entbehren und im Notfall nur eine kleine Belastung ertragen – aber schau einmal auf jene Gruppe. Dort könnte man sich ja das benötigte Geld holen.

 

Alle liefern der Politik gratis Vorschläge und Argumente für eine weitere Ausweitung des Staats-Apparats. Schon längst braucht man dieses Geld nicht mehr nur für die Angleichung des Lebensstandards zwischen Nord- und Südländern – Stichwort Länderfinanzausgleich – dem Westen oder Osten – Stichwort Aufbau Ost – oder der Ermöglichung eines bedingungslosen Grundeinkommen – Stichwort Hartz IV. Es geht vielmehr darum, alle diese drei Mega-Programme nun auf die Länder der Europäischen Union auszuweiten.

 

Und da wird Deutschland dann zu einer Kombination von südwestdeutschen Besserverdienern.

 

Der Aufbau Ost wäre dann auszudehnen auf die ehemaligen Länder des Warschauer Paktes, der Länderfinanzausgleich versorge dann die Staaten am Mittelmeer und die Bürger mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wären diejenigen Europäer, die eben weniger verdienen als ein deutscher Hartz IV Empfänger.

 

Die Politiker als feixende Meute schickt die Bürger als Gladiatoren in den Circus Maximus und lässt dort gezielt die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander antreten. Kein Wunder, dass dort immer mehr auf der Strecke bleiben. Andere ziehen sich Verletzungen zu, von denen sie sich bis zur nächsten Kampf-Runde nicht erholen können.

 

Wir sind immer noch gehirngewaschen aus einer längst vergessen geglaubten Periode konditioniert – das Blockwart-Wesen keimt in der grün-faschistischen Umwelt-Ideologie wieder auf. Wer beim Mülltrennen nicht mitmacht, der wird angezeigt und öffentlich geächtet. Eine ungeschickte Bemerkung in der Öffentlichkeit oder am Arbeitsplatz – schon schlägt die Political Correctness – Gestapo zu. Ein dämlicher Bahnhof erregt die Gemüter, die Totalversklavung der Massen dagegen kümmert keine Sau – Ball paradox!

 

Sei auch eine Besserung der Lage auch noch so unwahrscheinlich, haben alle Wunderwaffen gegen die Finanzkrise bislang versagt und eilen wir immer noch mehr vermeintlichen Freunden zu Hilfe, die uns noch viel schneller mit den Abgrund ziehen: Der Deutsche scheint immer noch bis zum endgültigen Niedergang weiter an das Endsieg-Gesülze seiner Politiker glauben zu wollen. Waren 65 Jahre Demokratie und Freiheit einfach nur für die Katz?

 

Dabei sind die Fakten doch schon so offensichtlich, dass sie selbst jemand mit einer Sonderschulbildung erfassen müsste: Das deutsche Volk schrumpft von Generation zu Generation um ein Drittel – wer also von sicheren Renten spricht, ist ein Scharlatan. Im Jahr 1971 standen zwei Millionen der 4,5 Millionen zugezogenen Ausländer im Berufsleben. Heute haben wir über 7,5 Millionen Ausländer und immer noch arbeiten zwei Millionen davon. Wer glaubt denn da noch an einen stabilen Sozialstaat. Seit über zwanzig Jahren zahlt der Westen für den Aufbau Ost – konkurrenzfähige Industrien sind dort trotzdem nicht entstanden. Und der Länderfinanz-Ausgleich hat es bislang auch noch nicht zustande gebracht, besonders schwache Länder wie Bremen und das Saarland zu sanieren.

 

Wer glaubt dann allen ernstes daran, dass wir aus den Bürgern des Mittelmehrraums und des befreiten Ostens einen fleißigen südwestdeutschen, steuerzahlenden Tüftler oder Facharbeiter heranziehen könnten. Denn das müsste ja das Ziel der EU-Politiker sein, wenn Deutschland und auch Frankreich die Hauptlast des Euro-Staatenausgleichs zahlen müssten.

 

Ambrose Evans-Pritchard vom Londoner Telegraph schätzt, dass Deutschland sechs Mal so hohe Transferleistungen wie für den Aufbau Ost Jahr für Jahr aufbringen müsste, um die Idee einer gemeinsamen Währung erhalten zu können. Das CEBR (Centre for Economics and Business Research) behauptet in einer heute vorgestellten Studie, dass der Lebensstandard auf das Niveau britischer Bürger während des Zweiten Weltkrieges gesenkt werden müsste, wollte man die schwachen Staaten im Euro-Verbund halten.

 

Wahrscheinlich hat Bismarck recht mit dem ihm zugewiesenen Zitat: Die Deutschen sind die Dümmsten.

 

Zurück zum heutigen Handelsgeschehen: Der Euro war heute der große Favorit an den internationalen Devisenmärkten. Gegenüber dem US-Dollar konnte die europäische Gemeinschafts-Währung um mehr als 1,2 Prozent steigen. Man fragt sich – warum eigentlich?

 

Der heutige Rückgang des US-Dollarindex (USDX) um 0,8 Punkte war zum Wesentlichen der kräftigen Aufwärtsentwicklung des Euros geschuldet. Wahrscheinlich haben die Notenbanken weltweit zu Gunsten des Euros interveniert. Denn fällt der Euro, dann ist es auch mit den anderen Papierwährungen schnell vorbei.

 

Gold wurde durch die Entwicklung mit Beginn des Handels an der COMEX in Richtung der Marke von $1.400 getrieben. Zum P.M. Fix war es mit $1.399 (EUR 1.048,96) fast soweit. Aber ein Tagesanstieg um $23,75 schien dem Gold Kartell doch zu gefährlich, und man beschloss, den Goldkurs nicht weiter steigen zu lassen.

 

Der COMEX-Schlusskurs kam deshalb mit $1.398,00 etwas unterhalb der Marke von $1.400 zustande. Erneut waren Silber und Palladium mit einem Tagesgewinn von knapp drei Prozent die Favoriten des heutigen Tages.

 

Gold wurde im späten Access Handel wieder um mehr als fünf Dollar gedrückt und musste in Euro gerechnet sogar mehr als sechs Euro abgeben. Die Drückungen der letzten Woche habe die Märkte nicht beruhigen können. Immer noch werden größere Investments wohl von Staatsanleihen in Gold umgeschichtet. So vermeidet man zumindest einen Komplettverlust der mehr oder weniger mühsam erarbeiteten Ersparnisse.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.388,25

(€1.050,75)

$1.390,00

(€1.048,03)

- $1,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.399,00

(€1.048,96)

$1.375,25

(€1.041,38)

+ $23,75

COMEX Schlusskurs

$1.398,00

NA

$1.383,20

(€1.046,65)

+ $14,80

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,33

(€22,10)

$28,79

(€21,75)

+ $0,54

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.699,00

(€1.277,40)

$1.673,00

(€1.265,50)

+ $26,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$761,00

(€572,20)

$737,00

(€557,50)

- $24,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

79,3

80,1

- 0,8

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,3 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

24,0

24,3

- 0,3

 

© Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010

Parse Time: 0.356s