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Bericht für den 14. Dezember 2010 Der Märchenonkel der FTD Die Financial Times
Deutschland (FTD) kann es einfach nicht lassen, Stimmung für eine Rettung des
Euros um jeden Preis zu verbreiten. Neulich versuchte uns ja Wolfgang Münchau das trojanische Pferd einer Anti-Euro und
Anti-Ausländerpartei unter der Führung von Hans-Olaf Henkel und Thilo Sarrazin
unterzujubeln. Gestern wurde dann
dieser Leitartikel unter dem Titel So ist der Euro noch zu retten veröffentlicht.
Man hat immer mehr Probleme, gute Argumente für den Euro zu finden. Was haben
wir nicht alles lesen müssen: Der Euro, eine Währung, die den Frieden in Europa
bewahren würde. Ich frage mich, wie viele Kriege wir zwischen 1945 und der
Einführung des Euros in Europa erleben durften. Und dann das Argument, dass
ohne den Euro Deutschland seine Produkte nicht mehr in die Länder der EU
verkaufen könnte. Nur dumm, dass vor der Euro-Einführung der Exportanteil
Deutschlands in die EU-Länder noch etwas höher war als derzeit. Nun versuchen es die FTD-Redakteure mit Geschichts-Klitterung - Zitat: Welche Verwerfungen die Rückabwicklung der Währungsunion
verursachen würde, lässt sich nur erahnen. Vieles spricht dafür, dass es für
Deutschland noch schlimmer käme als 1992. Damals brach das Europäische
Währungssystem (EWS) auseinander, weil Länder wie Italien, Großbritannien,
Spanien und Portugal dem Hartwährungskurs der Bundesbank nicht länger folgen
konnten und abwerten mussten. Der darauf folgende Verlust an
Wettbewerbsfähigkeit für die deutsche Wirtschaft war enorm. Sie hat fast zehn
Jahre gebraucht, um sich von ihm zu erholen. Unsinn – denn die
Situation Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre wird durch ein ganz
anderes Ereignis überlagert: Die Überführung der alten DM-West und Ostmark in
eine neue Gemeinschafts-DM. Das war eine kleine Währungsreform in Deutschland,
die nur niemand bemerkt hatte. Plötzlich wurden die Ostmark-Ersparnisse in der
neuen DM aufgewertet, was einen beispielslosen Boom vor allen Dingen für
westdeutsche Unternehmen und Dienstleister auslöste.
Auf der anderen Seite versprach Helmut Kohl blühende Landschaften im Osten, so
dass wiederum die Ersparnisse nebst Krediten aus dem Westen ein lukratives
Investment im Osten suchte. Angefeuert wurde diese Entwicklung durch kräftige
direkte – Solidarpakt Ost – und indirekte –
Sonderabschreibungen aller Art für Privatinvestitionen im Osten – staatliche
Subventionen. Im Prinzip hat
Deutschland damals das in noch viel krasserem Maße mitgemacht, was wir heute
beim Euro sehen: Ein Land, dessen Bürger auf praktisch wertlosen Ersparnissen
sitzt, konnte sich plötzlich dem Konsum-Rausch widmen. Und die Westindustrie
konnte durch massive Geldzuflüsse in den Osten diesen Konsum-Rausch
befriedigen. Wie es weiter geht,
wissen wir ja: Die Party ging relativ schnell zu Ende. Die blühenden
Landschaften kamen nicht, das investierte Geld war für schnellen Konsum
verpulvert und der ungünstige Umrechnungskurs der Ostmark in die DM
pulverisierte die dortige Industrie. Die West-Investoren mussten hohe
Abschreibungen auf ihre Ost-Investments bis zum Totalverlust hinnehmen. Klingt das nicht ein
wenig nach unserer Euro-Krise, nur dass damals die Entwicklung im Zeitraffer
viel schneller vonstatten ging. Nachdem dieses Modell
geplatzt war, kam es zu einer lang anhaltenden Rezession, die durch die nun
unauflösbare Bindung von Ostdeutschland an die DM die dortige Industrie endgültig
zerstörte und die Leute immer ärmer machte, während im Westen die Industrie
gesundschrumpfen musste. Gut, dass dann der Euro
kam. Den Rest der Geschichte kennen wir ja bereits: Deutschland konnte sich
durch Lohnzurückhaltung wieder fangen, während nun die Euro-Südländer in die
Ostdeutschland-Falle tappten. Eine wirklich großartige Leistung von Bundesbank
und Politik, die Fehler der Vergangenheit dem Euro als Geburtsfehler zu
vererben. Und mit noch einer
Falschaussage der FTD möchte ich aufräumen: Nämlich dass das Europäische
Währungssystem (EWS) im Jahr 1992 auseinandergebrochen sei. Das ist es nämlich
nicht, denn dieses System existierte mit seiner Verrechnungswährung ECU
solange, bis der Euro eingeführt worden ist. Die Stärke dieses Systems war ja
gerade, dass man im Falle von gleich starken Währungsräumen einen praktisch
festen Verrechnungskurs der Währungen untereinander hatte. Und war ein Land
über einen längeren Zeitraum besonders stark, dann wurden eben die Paritäten
der Währungen untereinander neu geregelt. Die Abwertung war zwar ein
Prestigeverlust für die eine Nation und die Aufwertung ein Prestigegewinn für
die andere. Aber das konnte teilweise die heimische Industrie vor dem starken
Nachbarn schützen. Das war ein weitaus cleveres System als der heutige Euro. Es wäre wünschenswert,
sich über eine Rückabwicklung des Euros in Richtung eines solchen Systems
Gedanken zu machen. Man muss ja nicht das ganze Projekt auf einmal einstampfen.
Damit wäre wohl den Bürgern am meisten geholfen. Gold bei über $1.400 und
auf 3,4 Prozent gestiegene Realrenditen der 10-jährigen Treasury Bonds –
das durfte nicht sein. Und so entschloss man sich erneut zu einer
Preisdrückung, die ihren Höhepunkt erneut zum Londoner P.M. Fix entfaltete. Außerdem tagte heute der
Offenmarktausschuss (FOMC) der FED zu einer eintägigen Sitzung. Getroffene
Entscheidungen werden gegen 20:15 Uhr MEZ verkündet. Das ist zumindest eine Erklärung
für den aus heiteren Himmel eingebrochenen Gold-Preis. Erneut sehen wir den
V-Verlauf: Zum Vormittag steigt Gold an, wird dann zum P.M. Fix plötzlich nach
unten gedrückt und kann sich bis zum Ende des COMEX-Handels
wieder erholen. Der COMEX-Schlusskurs lag mit
$1.403,50 (EUR 1.045,61) fast auf der Höhe der Vormittags-Kurse, für die
stellvertretend der A.M. Fix bei $1.405,00 (EUR 1.043,68) lag. Es ist jetzt nach 20:30
Uhr MEZ und die FED hat erwartungsgemäß keine Änderung ihrer Geldpolitik
beschlossen. Auch im Access Handel kam es beim Gold zu keinen wesentlichen
Ausschlägen. Wichtige Marktdaten im Überblick
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