Bericht für den 15. Dezember 2010

 

Bond-Renditen steigen weiter

 

Die Chinesen kaufen nach offiziellen Angaben weiter US-Staatsanleihen, die FED monetarisiert diese mit zunehmendem Tempo – und trotzdem steigen die Renditen dieser Papiere. Heute auf 3,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als gestern.

 

Anscheinend trennen sich viele Investoren derzeit von diesen Papieren. Als Versicherungs-Gesellschaft oder Pensions-Fond würde ich auch nicht das Geld meiner Kunden durch Anlage in solche Papiere veruntreuen wollen.

 

Wenn der US-Dollarindex (USDX) nicht wegen des schwachen Euros um 0,9 Punkte auf 80,0 gestiegen wäre, wäre der Rückgang des von mir ermittelnden Quotienten aus dem USDX und den Real-Renditen um 0,4 Punkte auf 22,9 noch kräftiger ausgefallen. Der Quotient nähert sich langsam wieder der Marke von 20 Punkten, die seit meiner Ermittlung noch nicht nach unten durchbrochen wurde. Es ist also an der Zeit, seinen Blick auf den US-Dollarraum zu schärfen.

 

Dem gelben Metall tat das überhaupt nicht gut. Gestern schon wurde nach Schluss des COMEX-Handels Gold im späten Access Markt um weitere acht Dollar auf $1.395,80 gedrückt. Das sollte für die aufmerksamen Beobachter eigentlich schon ein Hinweis auf den heutigen Kursverlauf gewesen sein. Auf diesem Niveau startete dann der frühe asiatische Handel, wobei in der zweiten Hälfte die Marke von $1.390 nach unten durchbrochen wurde.

 

Auf diesem Stand konnte sich Gold im Londoner Vormittagshandel halten. Der A.M. Fix kam mit $1.388,25 (EUR 1.043,64) um $17 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande.

 

Bis zur Eröffnung der New Yorker COMEX konnte sich Gold wieder auf $1.395 stabilisieren, wurde dann aber erneut um zehn Dollar gedrückt. Der P.M. Fix kam mit $1.388,75 (EUR 1.040,26) etwas oberhalb dieser Marke zustande.

 

In den nachfolgenden Stunden kam es zu keinen wesentlichen Kurs-Ausschlägen mehr. Das gelbe Metall beendete den COMEX-Handel mit $1.386,00 um $18 niedriger als gestern.

 

Im späten Access Handel wurde Gold dann bis auf $1.380 gedrückt. Das Gold Kartell hat wohl für den morgigen Tag wohl erneut größeres vor.

 

Der Euro brennt übrigens weiter: minus 1,2 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Morgen beginnt (erneut) ein EU-Krisengipfel. Mal sehen, welche deutschen Geschenke Angela Merkel erneut auf dem europäischen Gabentisch ausbreiten wird.

 

82 Milliarden Euro zusätzlicher Belastung für Deutschland entsprechen pro Bürger, egal ob Kind, Rentner, Hausfrau, Hartz-IV Empfänger, Angestellter, Arbeiter oder Beamter von EUR 1.000. Da kommt durch eine erwartete Aufstockung des deutschen Anteils am Rettungsfonds um 200 Milliarden Euro für eine fünfköpfige Familie eine zusätzliche Schuldenlast von 12.200 Euro zusammen. Zusätzlich zu den 110.000 Euro, die diese Familie von Staats wegen sowieso schon belastet ist.

 

Im Jahr 1980 waren es noch 19.200 Euro. Wenn aber die Bundesregierung für diverse Euro-Rettungsfonds de facto durch Bürgschaften den Bürger bereits so hoch mit Schulden belasten muss, wie in dem Zeitraum seit der Währungsreform bis zum Jahr 1980 zusammen, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

 

Das gibt keinen Knall – das wird eine 100 Megatonnen-Explosion.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.388,25

(€1.043,64)

$1.405,00

(€1.043,68)

- $16,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.388,75

(€1.040,26)

$1.394,50

(€1.041,06)

- $5,75

COMEX Schlusskurs

$1.386,00

NA

$1.403,50

(€1.045,61)

- $17,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,06

(€21,80)

$29,88

(€22,20)

- $0,82

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.701,00

(€1.275,10)

$1.701,00

(€1.265,60)

unverändert

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$752,00

(€563,70)

$758,00

(€564,00)

- $6,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,0

79,1

+ 0,9

Renditen 10-jährige Treasuries

3,5 %

3,4 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

22,9

23,3

- 0,4

 

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