Bericht für den 20. Dezember 2010

 

Systemreparatur-Versuch

 

Nachdem die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes am Donnerstag zeitweise das Niveau von 3,6 Prozent erreicht haben, fallen die Renditen seitdem wieder. Am Freitag waren es nur noch 3,4 Prozent. Und am heutigen Tag ging der Verfall weiter, obwohl wegen der Rundungs-Differenz der Wert immer noch bei 3,4 Prozent lag. Vor Weihnachten will eben keiner die Finanzmärkte beunruhigen, weil die Aktienkurse zwischenzeitlich wieder auf das Niveau vor der Lehman-Krise im Herbst 2008 gestiegen sind.

 

Alles wird wieder gut – diese Nachricht möchte man an den Märkten platzieren. Als herausragende Wirtschaften werden die von China und Deutschland vorgestellt, die kräftig wachsen zu scheinen. Allerdings kommen selbst die nominellen, das heißt nicht von den offiziellen Inflationszahlen bereinigten, Einkommen der Arbeitnehmer nicht richtig vom Fleck. Wir sehen also erneut eine Situation wie vor der Lehman-Krise, wo die deutsche Wirtschaft auch zu florieren schien: Diese Wachstum hat einfach nicht die Bevölkerung erreicht, sondern wurde zum einen Teil vom Staat verkonsumiert oder ist wohl als Liquiditäts-Hilfe in Anlagen derjenigen Staaten des Euro-Raums geflossen, die derzeit die größten Probleme zu verzeichnen haben.

 

Wie sich doch die Situationen damals und heute ähneln.

 

Am vergangenen Donnerstag konnten wir sehr gut den typischen Ablauf der derzeitigen Golddrückung verfolgen: Mit Beginn des Handels an der COMEX gerät das gelbe Metall unter Druck und erreicht (immer wieder) zum Londoner P.M. Fix seines Tages-Tiefpunkt. So betrug der dort angerichtete Schaden um die zwanzig Dollar.

 

Am Freitag konnten wir dann eine verhaltene Erholung beobachten, die sich mit dem heutigen Wochenanfang fortzusetzen schien. Dann kam aber erneut Druck auf, weil der US-Dollar plötzlich zu steigen begann.

 

Der A.M. Fix zum Vormittag lag mit $1.381,00 (EUR 1.051,47) um sechs Dollar höher als noch am Freitag zur selben Zeit.

 

Erneut war der P.M. Fix im Fokus der Golddrücker, nachdem das gelbe Metall im Laufe des COMEX-Handels bis auf über $1.385 steigen konnte. Zum P.M. Fix brach Gold dann aber erneut auf magische Weise um über fünf Dollar auf $1.380,00 (EUR 1.049,83) ein. Diesmal wurde dies durch einen plötzlichen Anstieg des US-Dollarkurses bewerkstelligt. Wichtig für die Euro-Goldbesitzer: Das Metall steht mit 1.050 Euro wieder nahe der historischen Höchstmarke.

 

Im weiteren Verlauf des Handels in New York konnte sich Gold wieder erholen und schloss mit $1.385,60 (EUR 1.056,67) doch mit einem Gewinn von sieben Dollar oberhalb der $1.385er-Marke. In Euro gerechnet lag Gold nun signifikant oberhalb der Marke von 1.050 Euro. Kein schlechter Tag.

 

Der US-Dollarindex (USDX) befestigte sich um 0,2 Punkte auf 80,6.

 

Über die Feiertage sollte eigentlich nichts Gravierendes passieren – deshalb die heutige Beruhigungs-Taktik.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.381,00

(€1.051,47)

$1.374,75

(€1.030,70)

+ $6,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.380,00

(€1.049,83)

$1.368,50

(€1.035,57)

+ $11,50

COMEX Schlusskurs

$1.385,60

(€1.056,67)

$1.378,60

NA

+ $7,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,21

(€22,18)

$28,78

(€21,68)

+ $0,43

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.704,00

(€1.294,85)

$1.696,00

(€1.279,50)

+ $8,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$747,00

(€567,65)

$738,00

(€556,75)

+ $9,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,6

80,4

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,4 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

23,7

23,6

+ 0,1

 

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