Bericht für den 29. Dezember 2010

 

Bestätigung aus London

 

Der gestrige Anstieg der Realzinsen für die 10-jährigen US-Staatsanleihen auf 3,5 Prozent hat wohl die Alarm-Glocken in Washington und New York läuten lassen. Denn der heutige kräftige Einbruch um 0,2 Prozent-Punkte auf 3,3 Prozent war sicherlich nicht markt- oder nachrichtenbedingt.

 

Ebenso wie Beobachter der Finanzmärkte in den Vereinigten Staaten immer noch nicht herausfinden konnten, wer denn eigentlich die Aufkäufer der US-Aktien sind, die seit geraumer Zeit die Aktienindices in die Höhe schnellen lassen. Die Privat-Haushalte können es aus ihrer Vermögens- und Einkommenssituation heraus nicht sein, die Versicherungen und Pensionsfonds ebenfalls nicht. Also bleiben die FED über ihre Primary Dealer Agenten-Banken oder befreundete Notenbanken über deren Handelshäuser übrig.

 

Der heutige kräftige Rückgang des US-Dollarindex (USDX) um 0,7 Punkte auf 79,7 deutete zumindest auf ein internationales Zusammenspiel vor allem der Viererbanden-Geldhäuser (FED, EZB, BoE, BoJ) hin.

 

Das sozialistische Modell der Zentralbank-Planwirtschaften scheint im Interesse der Primat-Politiker zu funktionieren. Wären da nicht die lästigen Edelmetalle, mit deren Kauf man den ganzen Geldverwässerungs-Theorien der Bernanke, Trichet & Co ein Schnäppchen schlagen kann. Aber leider funktioniert das nur für bestehende Ersparnisse und Vermögen, aber nicht für das laufende Einkommen, sei es nun aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit verdient. Und zum Glück für diese Herren sind ja ein Großteil der Ersparnisse praktisch unkündbar in Versicherungen und Pensions-Fonds gebunden. Das können wir den AWD Maschmeyers und Finanztest Tenhagens dieser Welt verdanken – beim Zusammenbruch dieses Systems wird sich der gemeine Bürger an diese Namen erinnern und sicherlich auch an die hündischen Verehrer aus der Politik, die gerne einmal die großzügig bemessenen Villen auf Mallorca in Anspruch nehmen.

 

Jedenfalls hatte die Rettung der US-Staatsanleihen heute vor der Begrenzung des weiteren Goldpreis-Anstieges Priorität. Denn mit dem stark sinkenden US-Dollar konnte sich auch Gold weiter befestigen.

 

Eine wichtige Beobachtung des heutigen Tages: Die gestern erzielten Kurse waren keine Eintags-Fliege aufgrund eines beschränkten Handels – sondern konnten heute im erstmals seit dem 23. Dezember wieder voll operierenden Londoner Handel (LBMA) bestätigt werden: Der A.M. Fix lag bei $1.403,50 (EUR 1.069,90) und der P.M. Fix sogar bei $1.412,50 (EUR 1.075,37). Der Euro-Rekordstand vom 6. Dezember 2010 mit EUR 1.065,86 (Anmerkung – ich betrachte immer den Londoner P.M. Fix als die entscheidende Preismarke für den jeweiligen Tag) konnte also heute um neun Euro übertroffen werden. Der Preis eines 1kg-Goldbarren nähert sich der Marke von 35.000 Euro, wenn man den Londoner P.M. Fix als Grundlage heranzieht.

 

Der restliche Verlauf im New Yorker Handel verlief nach Ermittlung des P.M. Fix relativ ruhig. Erst gegen Ende des COMEX-Handels wurde ein Ausbruch in Richtung der Marke von $1.415 versucht. Das misslang jedoch und Gold ging mit $1.413,10 um acht Dollar höher aus dem Markt als vor 24 Stunden.

 

Silber setzte seinen Höhenflug fort und Palladium bewegt sich stetig in Richtung der Marke von $800. Palladium setzte seinen exponentiellen Anstieg, den es nach der Lehman-Krise im Herbst 2008 begonnen hatte, trotz einer vorübergehenden Pause zur ersten Jahreshälfte fort. Es unterscheidet sich von Silber, welches seit August dieses Jahres ein auf erhöhtem Niveau steigenden linearen Kurs-Verlauf zu verzeichnen hat. Eine genauere Betrachtung wird dann in dem Bericht zum 31. Dezember, der wahrscheinlich erst zum Nachmittag des 1. Januar erscheinen wird, folgen.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.403,50

(€1.069,90)

Kein Handel

 

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.412,50

(€1.075,37)

Kein Handel

 

COMEX Schlusskurs

$1.413,10

NA

$1.405,20

NA

+ $7,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$30,44

(€23,19)

Kein Handel

 

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.745,00

(€1.328,50)

Kein Handel

 

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$791,00

(€602,20)

Kein Handel

 

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

79,7

80,4

- 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,5 %

- 0,2 %

Quotient aus USDX und Renditen

24,2

23,0

+ 1,2

 

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