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Bericht für den 5. Januar 2011 Zweite Angriffswelle Das US-Öl hat sich im
Laufe des heutigen Tages wieder erholt. Wer aber erwartet hatte, dass sich
damit auch die Edelmetalle wieder erholen würden, der wurde enttäuscht. Das
heutige Tages-Tief bei Gold wurde kurz vor dem Londoner P.M. Fix bei
Notierungen um die $1.363 gesehen. Der P.M. Fix selbst kam wenige Minuten
später aber mit $1.368,00 (EUR 1.039,12) wieder sechs Dollar höher zustande. Die heutigen
Drückungsmaßnahmen waren primär nicht vom Abwurf von Zentralbankgold
gekennzeichnet. Was davon überhaupt noch
in den Kellern in New York, London und Paris sowie Fort Knox existiert, darüber
kann man nur spekulieren. Es muss aber vermutet werden, dass das ganze
Goldsystem einer Pyramide ähnelt, bei der nur eine kleine Spitze noch mit
physischem Gold gefüllt ist. Die ganzen Ebenen darunter sind reine
Papiergold-Instrumente, heißen sie nun Futures, Optionen, Goldkonten –
aber auch ETFs und Zentralbank-Goldbestände. Gerade
mit den beiden letzteren Instrumenten wurde ein fractional
gold banking System aufgebaut, bei dem jeder der
involvierten Parteien (Zentralbanken mit der Basler Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich als Koordinator, sowie die diversen Gold-ETFs
und natürlich der IWF) für sich den Anspruch auf physisches Gold zurechnen. Wie
groß der leverage in diesem System ist, kann nur
geschätzt werden: Bei den Zentralbanken und Gold ETFs
beträgt er wohl noch satte eins-zu-fünf; das heißt jeder fünfte ausgewiesene
400oz-Barren existiert noch wirklich. Bei Gold-Konten und Futures liegt die
Zahl wohl jenseits von eins-zu-zehn. Ebenso wie unser fractional reserve banking System, bei dem nur ein kleiner Prozentsatz der
gesamten verbuchten Geldmenge in Form von Zentralbankgeld vorliegt (Noten sowie
Guthabenkonten des Bankensystems beziehungsweise des Staates bei der
Notenbank), schöpft das fractional gold banking System seine Existenzgrundlage aus der Hoffnung,
dass nur ein kleiner Teil der Investoren ihr Gold physisch ausgeliefert
bekommen. Im Papiergeldsystem druckt die Notenbank dann einfach neues Geld
– aber im System der Goldpyramide kann man natürlich kein physisches Gold
herbeizaubern. Die Goldpyramide
kollabiert deflationär, falls die Parteien in diesem System nicht mehr liefern
können. Aus dem leverage von vorsichtig geschätzten eins-zu-zehn
würde dann physisches Gold als einzig akzeptiertes Gold im System übrigbleiben.
Dessen Preis müsste sich also um den Faktor zehn gegenüber der noch intakten
Geld-Pyramide erhöhen. Solange die
Gold-Pyramide intakt ist und die stetig steigenden Preise immer mehr
spekulative Marktteilnehmer anziehen, die nicht mit dem Inhalt der Spitze,
sondern nur mit Papiergold handeln, desto länger werden wir auch in Zukunft
solche Drückungs-Maßnahmen beobachten können. Dabei scheint Silber wegen
seines linear/explosionsartigen Anstiegs seit August 2010 besonders viele
Papier-Silber Glücksritter angezogen zu haben. Die müssen jetzt den Preis dafür
zahlen, dass Papiergeld-Kredit künstlich verknappt wird und ihre Geschäfte ins
Negative drehen. Gold ist dagegen ein
relativ lahmer Zeitgenosse, der aber mit viel Eigenkapital-Geld gekauft wurde
und immer noch wird. Der spekulative Anteil in diesem Marktsegment ist einfach
relativ klein – das erkennt man an der schon seit mehreren Jahren fast gleichmäßig
verlaufenden Aufwärtsbewegung. Und man erkennt es daran, dass sich Gold von dem
Lehman-Schock, der im Prinzip nichts anderes war als eine sehr starke
Verknappung von Papiergeld-Kredit, wenig beeindruckt zeigte. Wer zu dieser Zeit
in Silber, Platin, Palladium oder auch Öl investiert war, der weiss wovon ich spreche. Der heute stark gegen
den Euro steigende US-Dollar hat zwar auch das Gold getroffen. Aber schaut man
sich den Euro-Goldpreis zum COMEX-Schluss mit EUR
1.043,20 an und vergleicht den mit dem Kurs vor 24 Stunden, dann ist Euro-Gold
sogar neun Euro gestiegen – obwohl es gleichzeitig sechs Dollar abgeben
musste. Was ist nun der
eigentliche Grund für die Drückung. Nun – heute sind die Realzinsen der
10-jährigen Treasury Notes um bemerkenswerte 0,2 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent
gestiegen. Trotz des um 0,9 Punkte auf 80,3 gestiegenen US-Dollarindex (USDX)
gab somit der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den Renditen um 1,1
Punkte auf 23,0 nach. Bloomberg versucht sich mit der folgenden Erklärung: Service industries expanded in December at the fastest pace since May 2006, showing the U.S. economic recovery is picking
up and broadening beyond manufacturing. Das ist genauso lachhaft
wie das deutsche Jobwunder, das sich als das herausstellt, was es in
Wirklichkeit ist: Eine Mogelpackung, bei der produktive und gut bezahlte
Industriejobs immer mehr zu Gunsten von staatlich und kirchlich bezahlten
Niedriglohn-Jobs in der Industrie des sozial-politisch industriellen Komplexes substituiert
werden. Vollzeit-Jobs werden nämlich wie Tagelöhner in der Statistik als
Beschäftigte geführt. Wichtige Marktdaten im Überblick
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