Bericht für den 7. Januar 2011

 

US-Arbeitsmarktzahlen enttäuschen

 

Viele Gold-Investoren werden sich nach der seit Anfang des Jahres massiv durchgezogenen Goldpreis-Drückung fragen, wann der Abwärtstrend denn endlich ein Ende haben wird. Andere bekommen vielleicht sogar Zweifel, ob Gold nicht doch seinen Zenit mit den Kursen Ende des Jahres 2010 erreicht hat. Immerhin läuft diese Hausse schon zehn Jahre. Schließlich ist Gold ja auch in vielen Systemmedien ein Thema. Und wie heißt es so schön: Wenn alle darüber reden, dann ist es Zeit auszusteigen.

 

Aber wie viel Goldinvestment wird den Bürgern durch die Medien angedichtet – und wie viel ist es in Wirklichkeit? Erneut scheint sich hier eine mediale Lücke aufzutun, die den Bürgern einreden möchte, dass es einen Massenandrang nach Gold gäbe. Diese Lücke zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung bekommen wir tagtäglich in den Medien zu spüren: Da wird einem ehemaligen Berliner Finanzsenator und Bundesbankvorstand vorgeworfen, dass sein Buch nur bei den Absteigern – in der Wortwahl der medialen Hexenverbrenner sind dies die sogenannten Globalisierungsverlierer – der Gesellschaft beklatscht wird. In Wirklichkeit erhalten seine Thesen Zustimmungsraten von 70 Prozent und höher.

 

So bekommt man beim Thema Gold fast den Eindruck, dass ein hoher zweistelliger Prozentsatz der Bürger Gold in seinem Investment-Portfolio gebunkert hat. Dass es in Wirklichkeit vielleicht ein Prozent ist, das fällt unter die journalistische Gestaltungs-Freiheit.

 

Man sieht, eine neue Form des Goldverbots ist in Form unterschwellig unterstellter Herdenbewegungen in die Gehirne der Menschen eingebrannt worden. Man muss nur die Unwahrheit häufig genug wiederholen, damit sie für den Bürger zur Wahrheit wird. Es ist einfach ein falscher Glaube, dass ein Contrarian Investor einer ist, der entgegen dem Zeitgeist zu schwimmen scheint. Vielmehr muss ein erfolgreicher Investor Dichtung von Wahrheit und Meinungsmache von wirklichen Nachrichten unterscheiden können. Erst dann sollten Schlüsse gezogen werden.

 

Dichtung sind beispielsweise die heute veröffentlichten US Arbeitsmarkt-Zahlen für den Monat Dezember. Wahrheit ist, dass um den Zeitraum deren Verkündung der Goldpreis immer sprunghafte Bewegungen nach unten auszuführen scheint. Meinungsmache ist, dass die angeblich 103.000 zusätzlichen Jobs eine Erholung am Arbeitsmarkt ankündigen. Eine Nachricht ist, dass die Geldmenge M2 wöchentlich seit mehreren Monaten um $14 Milliarden wächst und die FED allein diese Woche $40 Milliarden ins System gepumpt hat. Die richtige Folgerung lautet: Wenn es keinen Aufschwung gibt, dann versucht man ihn sich eben mit zusätzlichen Gelddrucken selbst zu erschaffen.

 

Eigentlich ist diese Nachrichtenlage business as usual – es gibt gerade deshalb überhaupt keinen Grund daran zu zweifeln, dass Gold weiter kräftig steigen wird. Das in das System zusätzlich gepumpte Geld konkurriert dann eben mit dem bereits existierenden Geld um die praktisch konstant bleibende Goldmenge.

 

Dazu bedarf es noch nicht einmal eines Systemzusammenbruchs – den von vielen befürchtete und manchen erhoffte Game Over Event.

 

Kommen wir zurück zu dem heutigen Geschehen am Gold-Markt. Das lässt sich vereinfachend in drei Phasen einteilen: Die Phase vor der Verkündung der Arbeitsmarktzahlen, der Phase um die Veröffentlichung und die Zeit danach.

 

Vor den Arbeitsmarkt-Zahlen setzte bereits im asiatischen Handel heute früh die Preisdrückung ein. Diese verschärfte sich im Londoner Vormittags-Handel und der A.M. Fix kam mit $1.358,00 (EUR 1.045,98) um $18 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Mit Eröffnung der COMEX wurde Gold dann bis auf $1.353 gedrückt – also um weitere fünf Dollar.

 

Wir befinden uns jetzt in der Phase, wo die Zahlen veröffentlicht werden. Da ging es erst einmal wieder steil bergauf in Richtung der Marke von $1.370. Gebremst wurde diese Aufwärts-Entwicklung von dem mit $1.367,00 (EUR 1.053,16) zustande gekommenen P.M. Fix. In der Folge kam es zu Preisausschlägen bis an die Marke von $1.380.

 

Es folgt die Spätphase, in der das Gold Kartell versucht, die Euphorie wieder aus dem Markt zu nehmen. Die plötzlichen Tagesgewinne schmolzen dahin und zum Schluss der COMEX blieb mit $1.368,20 (EUR 1.058,01) ein Tagesverlust von drei Dollar und ein Tagesgewinn von vier Euro übrig.

 

Das ist ein fast historisch hoher Wochenschluss-Kurs bei Euro-Gold. Man muss darauf achten worauf es ankommt. Und nicht was einen interessierte Parteien einreden wollen.

 

Der US-Dollarindex (USDX) ist um weitere 0,2 Punkte gestiegen und die 10-jährigen US-Staatsanleihen haben erneut 0,1 Prozentpunkte ihrer Realrendite abgeben müssen. Das sind üblicherweise Kursbewegungen, die eher bei negativen Zahlen der US-Konjunktur zustande kommen würden. Lesen wir nicht fast täglich bei Bloomberg, dass bei anziehender Konjunktur die Investoren aus den angeblich sicheren Staatsanleihen in die Aktien- und Rohstoff-Märkte strömen würden?    

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.358,00

(€1.045,98)

$1.376,00

(€1.050,70)

- $18,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.367,00

(€1.053,16)

$1.368,50

(€1.046,65)

- $1,50

COMEX Schlusskurs

$1.368,20

(€1.058,01)

$1.371,00

(€1.054,36)

- $2,80

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,39

(€21,88)

$29,08

(€22,18)

- $0,69

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.735,00

(€1.334,10)

$1.731,00

(€1.319,85)

+ $4,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$754,00

(€579,80)

$766,00

(€584,05)

- $12,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

81,0

80,8

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,4 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

24,5

23,8

+ 0,7

 

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