Bericht für den 11. Januar 2011

 

Marktberuhigung bei Gold

 

Nun muss auch Japan stützend beim Euro eingreifen und die praktisch unverkäuflichen Staatsanleihen der Euro-Staaten in seinen Bestand nehmen. Neben China, das die Anleihen der PIIGS-Staaten kauft und der Schweizer Nationalbank (SNB), die neben dem Euro-Kurs auch gleichzeitig mit massiven Ankäufen von Bundesanleihen die Stellung Deutschlands als Haupt-Garant des Rettungsschirm sicherstellen soll, sind es nun offiziell drei außereuropäische Notenbanken, die stützend tätig werden. Ganz abgesehen von den direkten Anleihe-Käufen, welche die EZB massiv zur Stützung der Kurse unternimmt.

 

Es geht also langsam dem Ende entgegen.

 

Oder vielleicht doch nicht: Wie ich an dieser Stelle schon mehrmals betont habe, arbeiten die vier wesentlichen westlichen Notenbanken, die amerikanische FED, die europäische EZB, die britische BoE und die japanische BoJ eng zusammen, um jeden in Not Geraten mit massiven Stützungs-Käufen zu stabilisieren. Anscheinend sind auch die chinesische PBoC und die schweizerische SNB mit von der Partie. Wahrscheinlich ist der Verbund noch größer und umfasst auch die indische Zentralbank. Jede dieser Notenbanken kann praktisch unbegrenzte Mengen seiner eigenen Währungen aus dem Nichts schöpfen. Die SNB kann ohne Rückgriff auf ihre Reserven Schweizer Franken schaffen, die BoJ Yen und so weiter. Dieses Geld wird dann an den internationalen Devisen-Märkten beispielsweise in Euro umgetauscht, und mit diesen Euros werden Staatsanleihen der Euro-Länder aufgekauft. Die Titel landen bei den jeweiligen Notenbanken in der Bilanz als Aktivposten Währungsreserven, während das frisch geschaffene Geld auf der Passiva-Seite verbucht wird. So hat alles buchhalterisch seine Richtigkeit.

 

Das dies nichts anderes ist als ein Betrug an den Haltern der entsprechenden Währungs-Guthaben, sollte wohl jedem einleuchten. Denn im Allgemeinen muss man für sein Geld eine Leistung erbringen – aber die Notenbanken schaffen es, leistungslos Geld zu schaffen. Die Guthaben werden deshalb durch die zusätzlich geschaffene Geldmenge verwässert.

 

Diese frisch geschaffenen Gelder kaufen natürlich nicht nur Staatsanleihen, sondern feuern derzeit alle möglichen Asset-Märkte an. Deshalb sehen wir auch permanent steigende Aktien-Kurse, aus den unsere Politiker-Propagandisten dann einen Aufschwung konstruieren.

 

Gold konnte sich heute im Lauf des Tages erneut stabilisieren. Im asiatischen Markt heute früh waren die Kurse zwar noch wenig verändert. Aber mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels ging es kräftig nordwärts. Der A.M. Fix kam mit $1.381,00 (EUR 1.067,65) um $13 höher als vor 24 Stunden zustande.

 

Die positive Entwicklung setzte sich im Laufe des frühen Vormittags fort, wo Gold die Marke von $1385 berühren konnte. Das war für das Gold Kartell dann aber doch zuviel des Guten.

 

Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX setzte erneut eine Aufwärtsentwicklung ein, die Gold zu seinem Tages-Höchstkurs von $1.387 ansteigen lässt. Dann folgte, beeinflusst durch den P.M. Fix eine kräftige Preis-Drückung, die Gold auf $1.375 absinken ließ. Der P.M. Fix kam mit $1.374,00 (EUR 1.063,88) zustande – ein Anstieg von sechs Dollar gegenüber der gestrigen P.M. Notierung.

 

Nach diesem Schock konnte sich Gold im weiteren Verlauf des COMEX-Handels wieder befestigen und beendete mit $1.384,00 den Handel nahe dem Tages-Höchststand.

 

US-Dollarindex (USDX) und die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes waren heute unverändert.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.381,00

(€1.067,65)

$1.368,25

(€1.060,33)

+ $12,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.374,00

(€1.063,88)

$1.368,25

(€1.060,41)

+ $5,75

COMEX Schlusskurs

$1.384,00

NA

$1.374,30

(€1.061,03)

+ $6,10

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,54

(€22,79)

$28,79

(€22,30)

+ $0,75

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.758,00

(€1.355,45)

$1.742,00

(€1.348,30)

+ $16,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$778,00

(€599,85)

$753,00

(€582,80)

+ $25,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,9

80,9

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,3 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

24,5

24,5

unverändert

 

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