Bericht für den 12. Januar 2011

 

Merkels letzter Kampf

 

Die Krise um den Euro scheint erneut die Diskussion anzufeuern, den Euro-Rettungsschirm ausweiten zu müssen. Bislang hat Angela Merkel allen entsprechenden Wünschen insbesondere des IWF und des Euro-Gruppenchefs Juncker widerstehen können.

 

Diese Position scheint nun zu wackeln – wir haben nicht nur eine Umfaller-Partei in Deutschland, sondern auch eine Umfaller-Bundeskanzlerin.

 

Bloomberg berichtete heute: Merkel Says Germany Ready to Do ‘Whatever Needed’ to Save Euro. Und weiter wird von einem Treffen Merkels mit dem Chef des Internationalen Währungsfonds berichtet. Wir kennen bereits den Ausgang solcher Treffen und das Ergebnis dieser Politiker-Rhetorik: Der geordnete Rückzug von allen bislang standhaft gehaltenen Positionen wird öffentlichkeitswirksam vorbereitet. Am Ende wird Deutschland wohl den letzten Rest seiner Zuständigkeit an supranationale Organisationen wie die EU-Diktatur verlieren.

 

Dabei ist der Euro unter den derzeitigen Rahmenbedingungen sowieso nicht rettbar. Man versucht nur das Unvermeidbare herauszuzögern: Dass die Schulden den Südstaaten insbesondere zu Lasten der Sparer der Nordstaaten abgeschrieben werden müssen. Und dass den PIIGS mit einer eigenen Währung wieder die Möglichkeit geboten wird, eine konkurrenzfähige Industrie aufzubauen.

 

Dieses Modell scheint aber das Weltfinanzsystem aus den Angeln zu heben, so dass man lieber so weiter macht wie bisher: Staaten wie Deutschland sind das Euro-Sozialamt für Griechenland & Co.

 

Während Edelmetalle wie Palladium, die nicht der direkten Kontrolle des Gold-Kartells unterliegen, weiter kräftig ansteigen, werden Gold und Silber wohl wegen der derzeitigen Verwerfungen im Euro-Raum unter Kontrolle gehalten. Nur so lässt sich der stagnierende Gold-Preis erklären.

 

Man muss sich nur die heutigen Anstiege von Gold und Silber im Vergleich zu Platin und Palladium ansehen: Gold stand zum A.M. Fix mit $1.383,50 (EUR 1.061,29) um drei Dollar höher, zum P.M. Fix mit $1.378,75 (EUR 1.057,73) um fünf Dollar höher und zum COMEX-Schluss mit $1.385,70 um zwei Dollar höher als noch vor 24 Stunden.

 

Bei Silber betrug der Anstieg zum Londoner Fixing sechs Cent.

 

Platin konnte zum Londoner P.M. Fix um $35 auf $1.793,00 zulegen, Palladium erneut (zweiter Tag in Folge) um $25 auf $803.

 

Mit dem gleichzeitig um 0,7 Punkte auf 80,2 einbrechenden US-Dollarindex (USDX) wurden Gold und Silber dann sogar in Euro etwas niedriger gehandelt als gestern. Mehr ist zu dem heutigen Marktgeschehen nicht anzumerken, das in sehr engen Kursbändern verlief.  

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.383,50

(€1.061,29)

$1.381,00

(€1.067,65)

+ $2,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.378,75

(€1.057,73)

$1.374,00

(€1.063,88)

+ $4,75

COMEX Schlusskurs

$1.385,70

NA

$1.384,00

NA

+ $1,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,60

(€22,80)

$29,54

(€22,79)

+ $0,06

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.793,00

(€1.376,05)

$1.758,00

(€1.355,45)

+ $35,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$803,00

(€616,25)

$778,00

(€599,85)

+ $25,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,2

80,9

- 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,3 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

23,6

24,5

- 0,9

 

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