Bericht für den 25. Januar 2011

 

Erleiterung – Eurorettungsfond platziert Anleihe

 

Man weiss derzeit gar nicht, welche der vielen quasi parallel laufenden Nachrichten für den anhaltenden Druck auf den Gold-Preis verantwortlich sind. Heute hat zwar der Offenmarkt-Ausschuss der FED seine zweitägige Tagung begonnen. Aber eine Zinsentscheidung – wenn es zu einer solchen kommen sollte – wird erst am morgigen Mittwoch um 20:15 Uhr MEZ veröffentlicht – da hat bekanntermaßen die COMEX schon geschlossen und es regieren die Marktteilnehmer im Access Markt.

 

Zur Erleichterung unserer Euro-Eliten konnte die erste Tranche über 5 Milliarden Euro des European Financial Stability Facility (EFSF) Rettungsfond ohne Probleme platziert werden. Man sprach von einer Nachfrage jenseits von 40 Milliarden Euro, wobei Japan ja schon vor Wochen angekündigt hatte, diese Anleihe zeichnen zu wollen.

 

Nach dieser Nachricht konnte sich der US-Dollar gegenüber dem Euro wieder erholen. Ebenso legte Gold gegenüber dem US-Dollar wieder zu und konnte seine Tagesverluste fast wieder ausgleichen. Euro-Gold legte heute einen Zickzack-Kurs hin – ein Hinweis darauf, dass bestimmte Marktteilnehmer eine Erholung des gelben Metalls mit immer neuen Eingriffen verhindern wollten.

 

So bleiben dann nur noch das Ergebnis des FED-Meetings sowie der beginnende Weltwirtschafts-Gipfel in Davos als bestimmende Nachrichten. Und mit Griechenland ist auch noch nicht alles OK, da man dort anscheinend versuchen möchte, die bislang bei ca 70 Prozent ihres Nominalwertes an den Bond-Märkten gehandelten langfristigen Staatsanleihen aufzukaufen und durch Ausgabe von neuen griechischen Papieren, die aber durch die EU-Partnerländer garantiert sein sollen, zu refinanzieren. Unschöner Effekt bleibt natürlich der versteckte Haircut, den Banken und Versicherungen wegstecken müssen, wenn sie ihre wohl zu Nominalwerten in der Bilanz bewerteten Anleihen nun auf dem Bondmarkt zu 70 Prozent ihres Wertes verhökern müssen. Aber vielleicht konnten sie ja vorab Absicherungs-Geschäfte mit der amerikanischen AIG oder der deutschen HRE abschließen – auf mehrere zehn Milliarden Dollar oder Euro Verluste kommt es bei diesen Geldpumpmaschinen auch nicht mehr an.

 

Die für diese Woche vorhergesagte Drückung setzte gestern erst richtig kräftig kurz nach Schluss des Handels an der COMEX ein. Ein untrügliches Zeichen – bis auf wenige Ausnahmen in der zweiten Jahreshälfte 2010 – dass am nächsten Tag die Preis-Drückung fortgesetzt werden würde. Gestern Abend fiel Gold nämlich im Access Handel plötzlich um zehn Dollar und schloss den New Yorker Handel auf diesem Niveau.

 

Heute früh verlor Gold im asiatischen Handel weiter an Boden. Der Abwärts-Trend beschleunigte sich dabei im Londoner Vormittags-Handel, wo Gold zum A.M. Fix mit $1.326,00 (EUR 975,38) um $22 niedriger als noch vor 24 Stunden bewertet wurde.

 

Im Anschluss erholte sich das gelbe Metall zwar wieder, wurde aber zum P.M. Fix erneut auf $1.324,00 (EUR 972,46) um $19 gedrückt. Diese beiden Marken markierten die heutigen Tiefpunkte.

 

Tiefpunkte zu den beiden Londoner Fixings: Das riecht geradezu nach Eingriffen der EZB mit physischem Gold.

 

Im Verlauf der restlichen Handelsstunden konnte sich Gold wieder zum COMEX-Schluss auf $1.333,00 (EUR 977,62) stabilisieren. Es blieb ein Tagesverlust von zwölf Dollar, wobei die ersten zehn Dollar der Drückung schon gestern Abend im Access Markt gesehen wurden.

 

Im Vergleich zu Gold mit einem Tagesverlust von 0,2 Prozent (bezogen auf dem Schlusskurs gestern im Access Handel), musste Silber 0,7 Prozent abgeben. Die beiden PGM-Metalle Platin und Palladium verloren sogar 1,9 beziehungsweise 3,7 Prozent. Zusammen mit dem um $1,50 gefallenen Ölpreis dürfte wohl ein Liquiditätsentzug eine der Hauptursachen gewesen sein.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.326,00

(€975,38)

$1.347,50

(€993,81)

- $21,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.324,00

(€972,46)

$1.343,00

(€984,68)

- $19,00

COMEX Schlusskurs

$1.333,00

(€977,62)

$1.344,90

(€985,15)

- $11,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$26,70

(€19,58)

$27,56

(€20,33)

- $0,86

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.787,00

(€1.314,45)

$1.822,00

(€1.339,70)

- $35,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$786,00

(€578,15)

$816,00

(€600,00)

- $30,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,1

78,0

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,4 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

23,7

22,9

+ 0,8

 

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