Bericht für den 27. Januar 2011

 

Herabstufung von Japans Bonität

 

Fast unbeachtet von der Öffentlichkeit hat die Rating-Agentur Standard & Poor das Kreditrating von Japan auf AA- reduziert. Das ist zwar immer noch die viertbeste Note, die diese Rating-Agentur zu vergeben hat. Aber Japan entfernt sich immer mehr von Nationen wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten, die weiterhin das Toprating AAA besitzen. In der Folge fiel der Yen um einen Prozent gegenüber dem US-Dollar.

 

Das war wohl nicht der Auslöser für den erneuten Einbruch des Gold-Preises, den wir heute erleben durften. Anscheinend versucht derzeit das Gold-Kartell mit brachialer Gewalt, die Edelmetall-Märkte von den Spekulanten und Margin-Tradern zu bereinigen. Diese Gruppe konnte sich ja über mehrere Monate hinweg – insbesondere beim Silber – den praktisch ungebremsten Anstieg der Edelmetalle für einen fast risikolosen Aufbau von Vermögen zu Nutzen machen.

 

Dabei hat das Gold Kartell auch schon erste Erfolge erzielen können: Bestimmte Investoren trennen sich von ihrem spekulativen Silber-Positionen und der größte Gold-ETF verzeichnet Abflüsse bei seinen Gold-Beständen (wenn diese wirklich in der angegebenen Höhe existieren sollten).

 

Der Verlust von 11 Prozent seines Wertes seit einem Monat ist aber beim Silber auch nicht weiter dramatisch: Ist dieses Metall seit Mitte August 2010 bei einem Stand von $18 bis zum Ende des Jahres praktisch linear auf $31 – oder 70 Prozent gestiegen. Selbst auf dem heutigen Preis-Niveau von $27 beträgt der Anstieg seit August immer noch 50 Prozent. Natürlich ist ein solcher Verlust für die mit einem Hebel von zehn oder mehr operierenden Spekulanten eine Katastrophe. Sind dort wohl wieder Großteile der zuletzt gewonnenen Gelder abgeflossen? Bei vielen dieser Akteure brennen derzeit nicht nur die roten Lampen durch, sondern wohl langsam auch deren Sicherungen.

 

Gold startete den frühen Handel in Asien bereits mit leichten Abschlägen. Bis zum Beginn des New Yorker COMEX-Handels ging es dann langsam aber stetig nach unten. Der A.M. Fix kam mit $1.337,50 (EUR 974,22) zustande.

 

In den ersten drei Handelsstunden inklusiv des P.M. Fixes bei $1.334,50 (EUR 972,38) verharrte Gold dann bei $1.335. Das war aber kein Zeichen einer Stabilisierung, wie sich ab 17:00 Uhr MEZ herausstellen sollte: Da wurde Gold nämlich innerhalb weniger Minuten um $15 auf $1.320 gedrückt. Diese Schwäche setzte sich bis zum Ende des Handels an der COMEX fort - $1.318,40 (EUR 961,97) lautete der Schluss-Stand heute.

 

Beim US-Dollar und bei den Renditen der 10-jährigen US-Staatstitel kam es zu keinen nennenswerten Veränderungen, ohne den oben erwähnten Rückgang des Yens.

 

Es ist jetzt 20:45 Uhr MEZ und im Access Handel kommt zusätzlicher Druck auf. Das gelbe Metall nähert sich der Marke von $1.310. Unter diesen Voraussetzungen ist wohl morgen ein Test der Marke von $1.300 zu erwarten. Dort sollen ja nach entsprechenden Berichten eine Reihe von Großinvestoren Kaufaufträge platziert haben. Lassen wir uns überraschen.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.337,50

(€974,22)

$1.335,50

(€974,32)

+ $2,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.334,50

(€972,38)

$1.328,00

(€972,68)

+ $6,50

COMEX Schlusskurs

$1.318,40

(€961,97)

$1.333,00

NA

- $14,60

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$27,39

(€19,94)

$27,10

(€19,80)

+ $0,29

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.807,00

(€1.314,20)

$1.791,00

(€1.310,15)

+ $16,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$814,00

(€592,00)

$790,00

(€577,90)

+ $24,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,9

77,7

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,4 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

22,9

22,9

unverändert

 

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