|
Bericht für den 28. Januar 2011 Test der $1.300er-Marke steht noch
aus Die gestrigen
Spät-Indikatoren im Access Handel deuteten heute auf einen Test der Marke von
$1.300 hin. Denn wenn nach COMEX-Schluss im Access
Handel der Preis des gelben Metalls um einige US-Dollar gedrückt wird, dann hat
das Gold-Kartell üblicherweise am nächsten Tag größeres vor. Heute durften wir aber
im Laufe des Marktgeschehens erleben, dass diese über lange Zeit beobachtete
Gesetzmäßigkeit nicht allgemeingültig ist. Denn obwohl Gold im Tagesverlauf bis
zum Beginn des Handels an der COMEX in New York mit leicht negativem Vorzeichen
notierte, ging es plötzlich kräftig nach oben. Diese Dynamik in der
Gegenrichtung ist nicht ungewöhnlich, denn die schon seit Wochen fortgesetzte Drückung
und die oben genannten Gesetzmäßigkeiten sind natürlich auch den Short-Tradern bekannt. Werden diese Marktteilnehmer mit
ihren hoch gehebelten Wetten auf einen weiter sinkenden Goldkurs auf dem
falschen Fuß erwischt, dann kann es durch deren fluchtartiges Verhalten bei
einem plötzlichen Anstieg des Goldpreises zu solchen Ausschlägen nach oben
kommen, wie wir sie heute beobachtet haben. Denn wie die gehebelten Long-Trader dem Gold-Kartell auf der einen Seite seine
Arbeit erleichtern, erschweren die im Fahrwasser der Preisdrückung agierenden Shorties die notenbankinduzierten Maßnahmen. Manchmal muss
das Gold-Kartell daher auch einen kurzfristigen Preisanstieg zulassen, um diese
Kletten aus dem Weg zu räumen. Es ist also weiterhin
Vorsicht angebracht – denn auch der für heute erwartete Test der Marke
von $1.300 hat noch nicht stattgefunden. Obwohl Gold heute auf über $1.340
gestiegen ist, befinden wir uns noch nicht in der Komfort-Zone, von wo es
wieder stetig bergauf gehen kann. Auf der anderen Seite
wird von Großinvestoren berichtet, die große Mengen Gold ab der Marke von $1.300
kaufen wollen. Es kann also auch sein, dass diese Investoren die Gunst der
Stunde genutzt haben, sich mit Gold zu Preisen nahe der Marke von $1.300
einzudecken. Perfekterweise sollte
entweder der Goldpreis nächste Woche erneut kräftig steigen – was auf ein
Ende der Preis-Drückung hindeuten würde. Oder das Gold-Kartell scheitert an
einem Tag zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten, den Preis nachhaltig unter die
Marke von $1.300 zu drücken. Die erlebte
Preis-Drückung deutet sowieso darauf hin, dass erneut etwas Gravierendes im
Hintergrund köchelt – wo man Rauch wahrnimmt, gibt
es auch immer Feuer. Ob dieses Feuer nun ein kontrollierter Default von
Griechenland oder Irland mit einhergehendem Abschreibungsbedarf für das
internationale Banken-System ist oder ob ein anderes Ereignis ansteht, ist
schwer vorherzusagen. Auf alle Fälle ist etwas im Busch. Den heutigen
Stimmungs-Wechsel am Markt kann man gut an den Kursen zu den drei wichtigsten
Zeitpunkten des Tages festmachen. Herrschte zum Vormittag noch eher depressive
Stimmung beim Gold; der A.M. Fix kam mit $1.316,00 (EUR 957,79) um $22
niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Dann sind die Verluste zum P.M. Fix
mit $1.319,00 (EUR 962,77) auf nunmehr $16 zusammengeschmolzen. Zum COMEX-Schluss
schloss Gold bei einem Stand von $1.341 oder mehr als 980 Euro um $23 höher als
noch vor 24 Stunden. Der US-Dollarindex
(USDX) stieg erneut um 0,3 Punkte auf 78,2 an. Dabei fiel insbesondere der
schwache Euro mit einem Tagesverlust von knapp 0,9 Prozent auf. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||