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Bericht für den 31. Januar 2011 Aufschwungs-Absteiger Gehören Sie auch zu den
Zweiflern, die den Verheißungen unserer Politiker skeptisch gegenüberstehen:
Wenn diese wie eine tibetanische Gebetmühle wiederholen, es gäbe keine
Inflation und der Wirtschafts-Aufschwung käme bei den Menschen an. Wenn ja, dann müssen Sie
sich wohl von unseren Kolumnisten, Analysten und Trendforschern ähnlich wie die
es beim Thema gescheiterte multikulturelle Gesellschaft nebst Überfremdung durch
Denunziation dieser Bürger als sogenannte Globalisierungs-Verlierer bereits
getan haben, zukünftig als
Aufschwungs-Absteiger beschimpfen lassen. Wie sollte man auch
sonst Menschen bezeichnen, die einen höheren Zuwachs der monatlichen Ausgaben
zu verkraften haben, als dies uns das statistische Bundesamt mit jährlichen
Preissteigerungs-Raten unterhalb von zwei Prozent weiss
machen will? Oder wie sieht das mit
dem Zuwachs des verfügbaren Einkommens aus. Ist dieses nicht wegen des
Wirtschafts-Aufschwungs die letzten Monate kräftig gestiegen? Was – Sie
stellen auf der Gehaltsabrechnung fest, dass die Einkünfte im Vergleich zum
Vorjahr sogar noch etwas gesunken sind. Dann können Sie nur der Gruppe der
Aufschwungs-Absteiger angehören. Vielleicht haben Sie ja
wirklich innerhalb eines Jahres eine zweiprozentige Erhöhung ihres
Bruttoeinkommens erhalten. Wenn Sie Glück haben, dann sind nach Abzug der
Steuer-Progression vielleicht noch 1,5 Prozent dieser Erhöhung als
Nettolohn-Zuwachs übrig geblieben. Besonders eklatant wird
aber auf der Ausgaben-Seite manipuliert. Die offizielle Inflations-Statistik
strotz nur so von Beschönigungen – und sie schreckt auch nicht vor
dreisten Lügen zurück. Die WELT liegt in ihrem gestrigen Artikel Die große
Augenwischerei mit der Inflationsrate voll im Trend der offiziellen Zahlenbeschönigerer. Denn was sich beim ersten Lesen als
eine Bestätigung der These, dass die gefühlte Inflation höher sei als die
amtlich gemeldete, stellt sich bei genaueren Lesen als eine Bestätigung der
statistischen Inflationsermittlung heraus. Tenor: Die amtlich erhobene
Inflation ist die sachlich korrekte. Bei genauerer Analyse
der Artikels kommen einen dann aber doch Bedenken: Autos
wurden zwar etwas teurer, doch gerade mal um 0,2 Prozent, behauptet
der Artikel. Moment einmal: Kostet nicht der Golf, der 3er BMW oder die
Mercedes E-Klasse mit gleicher Motorisierung heute in etwa zehn Prozent mehr
als noch vor drei Jahren. Wie kommt man so auf eine jährliche Preissteigerung
von 0,2 Prozent. Hier bedienen sich
unsere Statistiker zweierlei Tricks. Die erste Methode ist, die Aufwertung der
Ausstattung des Fahrzeuges beispielsweise durch neue Sicherheitssysteme oder
andere elektronische Gimmicks als wertsteigernd zu
bewerten. Besonders eklatant wirkt sich diese Methode der Bewertung bei Computern
aus, die alle 18 bis 24 Monate ihre Leistung verdoppeln aber im Preis sich
praktisch nicht verändern. Hier wird statistisch angenommen, dass diese
Leistungs-Steigerung bei gleichem Preis stark deflationär wirke. Oder anders
herum: Der Computer mit 100 Prozent mehr Leistung müsste wesentlich mehr
kosten, wie sein Vorgängermodell. Vor 18 Monaten hätte ein solches Modell
wirklich anstatt 1.000 Euro noch 1.500 Euro gekostet. Da er aber immer noch den
gleichen Preis hat (EUR 1.000), wird entsprechend des Leistungsgewinns eine
statistische Preissenkung kalkuliert. In dem o.g.
Beispiel wären das circa 20 Prozent pro Jahr. Deshalb sehen wir in der
Warenkorb-Berechnung für solches Equipment auch negative Preissteigerungen von
jährlich zehn Prozent und mehr. In Wirklichkeit wird die zusätzliche Leistung
(z.B. Prozessor-Takt, Speicherkapazität) durch ein immer komplexer werdendes
Betriebssystem und die hungrigeren Anwendungen aufgebraucht. Die zweite Methode ist
es, dass mit dem Preisanstieg bestimmte Fahrzeug-Typen von niedriger bepreisten Modellen in der Statistik abgelöst werden. Fuhr
man beispielsweise noch vor 20 Jahren einen VW Golf, dann war es vor 10 Jahren
nur noch ein VW Polo. Und heute überlegt man sich vielleicht, einen Dacia Logan anzuschaffen. Denn der Dacia
verdrängt zuerst den inzwischen preislich unerschwinglichen VW Gold und dann
seinen günstigeren Bruder Polo. Die Statistik folgt hier den Handlungen des
Bürgers – ein nicht mehr leistbares Fahrzeug wird durch ein billigeres
substituiert. Am Ende zahlt der Bürger wirklich de facto nicht mehr für sein
PKW. Dies aber in der Statistik praktisch als keine Inflation zu kennzeichnen,
ist Manipulation pur. Diese Methode der
Realitäts-Verschleierung ist natürlich besonders dreist. Nur die Statistiker
selbst wissen, wie hoch die Manipulations-Dosis bei den aktuellen
Inflationsdaten wirklich ist. Und sind die Zahlen dann politisch nicht opportun
genug, so kann man mit Hilfe dieser Stellschrauben jederzeit den gewünschten Zielwert
erreichen. Auch interessant ist die
Aussage des Berichts zur Miete: Sie macht rund 20
Prozent (Anmerkung – des Warenkorbs)
aus – und auch hier gibt es seit Jahren kaum Veränderungen.
Nun, diese Aussage kann sich nur auf die Kaltmiete ohne Nebenkosten beziehen.
Denn die Kosten für Energie (Heizung, Warmwasser) und die kommunalen Gebühren
(Müllabfuhr, Wasser und Abwasser) steigen schon seit Jahren massiv an. Aber
auch wenn es um die reinen Mietzinsen geht, stimmt diese Aussage nur solange,
bis man sich eine neue Wohnung beispielsweise wegen eines beruflich
veranlassten Umzugs suchen muss. Dann wird man feststellen, dass der Mietzins
über die letzten Jahre doch beträchtlich angestiegen ist. Beim Goldmarkt ist heute
zum Teil das eingetreten, was ich am Freitag befürchtet habe. Da der Euro aber
kräftig gegen den US-Dollar gestiegen ist, war ein Test der Marke von $1.300
außerhalb des möglichen. Wir müssen abwarten, wie sich das gelbe Metall bei
einem kräftigen Anstieg des US-Dollars verhalten wird. Genügend Gründe für eine
Flucht in den Dollar gibt es wegen der explosiven Situation im Nahen Osten ja
genug. Wichtige Marktdaten im Überblick
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