Bericht für den 1. und 2. Februar 2011

 

Unklarheit bei Gold

 

Gestern und am heutigen Tag konnte sich Gold nicht entscheiden, welche zukünftige Richtung das gelbe Metall einschlagen wird. Eigentlich möchte es steigen, wird aber permanent vom Gold-Kartell gebremst. Zu riesengroß scheinen derzeit die Probleme im Weltwirtschafts- und Finanzsystem zu sein, dass man eine freie Bewegung nach oben zulassen würde.

 

Sei es nun die bevorstehende Griechenland-Pleite oder die reihenweise umfallenden Marionetten-Regierungen im Nahen Osten und Nordafrika. Auch hier stecken westliche Banken mit großen Beträgen drin, die wohl nach erfolgreichen Revolutionen abzuschreiben wären. Shoot the Messanger – Töte den Überbringer der schlechten Nachricht scheint derzeit die gewählte Strategie zu sein.

 

Wegen einer Auslands-Reise musste der gestrige Kommentar leider ausfallen. Viel zu berichten hätte es aber sowieso nicht gegeben. Der US-Dollar scheint sich solidarisch mit dem Fortune der US-freundlichen Diktatoren zu zeigen und zu fallen. Eigentlich unüblich, da die Investorenherde weltweit bei jeder Krise bislang immer seine Vorliebe für den Dollar unter Beweis gestellt hatte. Aber vielleicht wird die Schutzfunktion der letzten verbleibenden Supermacht nicht mehr geglaubt, der sichere Hafen USA zunehmens zum Minenfeld.

 

Gestern Morgen sahen wir einen Preisanstieg vom Gold im asiatischen Handel – kauften etwa die Chinesen zu niedrigen Preisen? Dann hat sich das gelbe Metall über den Verlauf des Vormittags und des frühen Nachmittags auf hohem Niveau stabilisiert. Ein versuchter Gold-Kartellangriff, der Gold um zehn Dollar nach unten drückte – erneut zum Londoner P.M. Fix; ein Hinweis darauf, dass physisches Gold im Spiel war – wurde in den verbliebenen Stunden des COMEX-Handels pariert. So dass Gold zum Ende des Handels dann sogar noch höher stand zur Handelszeit in Asien.

 

Heute setzte die Drückung, nachdem sich Gold im asiatischen Handel praktisch unverändert zeigte, zum Londoner Vormittags-Handel ein. Aber so richtigen Erfolg hatte das Gold-Kartell damit auch nicht: Der A.M. Fix kam mit $1.337,00 (EUR 966,53) nur minimal schwächer als noch vor 24 Stunden zustande.

 

Die folgenden Stunden bis zum P.M. Fix liefen überraschend ruhig. So kam der P.M. Fix mit $1.337,00 (EUR 968,70) unverändert zum A.M. Fix zustande – auf 24-Stundenbasis ein Anstieg um sieben Dollar (wegen der gestrigen Drückung zum P.M. Fix). Vielleicht setzt sich langsam die Erkenntnis ein, dass die dauernde Drückung zum P.M. Fix zu große Mengen der Zentralbank-Reserven verschwendet.

 

Zum Nachmittag hat sich dann doch noch etwas getan. Die 10-jährigen Treasury Notes stiegen heute erneut an und erreichten die kritische Grenze von 3,5 %. Mit dem auf 77,1 gefallenen US-Dollarindex ergibt sich ein um 0,8 Punkte auf 22,0 gefallener Quotient aus beiden Parametern. Das ist nicht mehr weit weg von der kritischen Marke von 20 Punkten.

 

Wahrscheinlich löste dies die plötzliche Order an das Gold Kartell aus, nun im verbleibenden COMEX-Handel auf das Gold zu drücken. Dieses fiel nämlich bis zum Ende des Handels auf $1.331,50 zurück – ein Tagesminus von acht Dollar. Im späten Access Handel konnte Gold diese Verlust wieder wettmachen und notiert dreißig Minuten vor Ende des New Yorker Handels in etwa auf dem Niveau des heutigen P.M. Fixes.

 

Die Entscheidungs-Schlacht ist weiterhin ausstehend.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.337,00

(€966,53)

$1.337,50

(€973,72)

- $0,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.337,00

(€968,70)

$1.331,50

(€969,07)

+ $6,50

COMEX Schlusskurs

$1.331,50

NA

$1.339,60

NA

- $8,10

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,27

(€20,49)

$28,32

(€20,57)

- $0,05

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.830,00

(€1.326,55)

$1.812,00

(€1.318,30)

+ $18,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$819,00

(€593,70)

$822,00

(€598,04)

- $3,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,1

77,4

- 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

3,5 %

3,4 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

22,0

22,8

- 0,8

 

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