Bericht für den 3. Februar 2011

 

Euro-Einbruch folgt ein Gold-Ausbruch

 

Die Entscheidungs-Schlacht ist weiterhin ausstehend: So beschloss ich meinen gestrigen Bericht. Nach Tagen des Wartens fand nun aber (endlich) die entscheidende Kampfrunde zwischen Euro und US-Dollar auf der Papiergeld-Seite und Gold auf der Hartgeld-Seite statt.

 

And the winner is: Gold.

 

Zuerst wurde der Euro schwer angezählt. Denn die europäische Gemeinschafts-Währung brach geradezu katastrophal um 1,3 Prozent gegenüber dem US-Dollar ein. Hatten Euro und Gold in der letzten Zeit einen harten Kampf ausgefochten, so blieb der Dollar am Rande praktisch unbeteiligt und wollte mit der heutigen Aktion gegen Gold an Kraft zulegen.

 

Meine Vermutung der letzten Tage war, dass der gegen den Euro schwächelnde Dollar bei plötzlicher Erholung zu einem massiven Tiefschlag gegen Gold ausholen würde. Das wurde auch heute versucht – aber dieser Versuch ging voll daneben.

 

Der Euro fiel und fiel gegen den Dollar, aber Gold wollte sich einfach nicht in Solidarität mit dem Euro nach unten begeben. So sahen wir den ersten Spike des heutigen Tages beim Euro-Gold.

 

Nachdem der erstärkte Dollar gegenüber dem Gold doch keine Stärke zeigen konnte, bemerkten die Markt-Teilnehmer, dass auch der US-Dollar wankt. Schleunigst wurden Gold-Positionen gekauft beziehungsweise Short-Positionen im gelben Metall glattgestellt. Es kam zu einem kräftigen Gold-Anstieg in US-Dollar. Da sich das Devisenpaar EUR/USD praktisch nicht mehr bewegte, verzeichnete Euro-Gold einen entsprechend großen zweiten Spike am heutigen Tage. Erst wenige Euro unterhalb der Marke von 1.000 war dann Schluss.

 

Der COMEX-Schlusskurs sagt alles: $1.352,50 (EUR 992,46). Euro-Gold stieg um über 2,5 Prozent. Von nun an sollte es keinen Angriff auf die Marke von $1.300 mehr geben. Die nächsten Tage – eventuell schon Ende nächster Woche – sollte Gold wieder kräftig steigen und die Marke von $1.400 nach oben durchbrechen. Im Anschluss sind wohl neue historische Höchstkurse zu erwarten.

 

Heute früh sah es dagegen noch nach fallenden Notierungen aus. Bereits im asiatischen Handel tendierte Gold etwas schwächer. Im Vorfeld der Eröffnung des Londoner Vormittags-Handels ging es dann bis $1.327 nach unten. Dann erholte sich das gelbe Metall aber im Londoner Vormittags-Handel leicht. Der A.M. Fix kam mit $1.332,50 (EUR 967,05) zustande.

 

Nachdem im Vorfeld der COMEX Gold erneut die Marke von $1.330 nach unten durchbrochen hat, ging es die erste Handelsstunde in New York auf $1.337 nach oben. Der P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ verhagelte dem Metall aber mit $1.328,00 (EUR 973,89) erneut die Stimmung. Allerdings fand bereits der erste Euro-Gold Spike mit Beginn des COMEX-Handels statt.

 

Der kräftig verfallende Euro ließ Gold in US-Dollar bis auf $1.325 fallen. Dann merkten die Händler aber, dass die heutige Drückung gescheitert war. In der Folge stieg Gold in den nächsten 90 Minuten erst einmal auf $1.335. Und nachdem diese Marke genommen war, schnellte es auf $1.350 hoch. Im Anschluss ging es dann noch bis über $1.355 beziehungsweise knapp 995 Euro nach oben. Dann konnte das Gold-Kartell der Euphorie erst einmal ein Ende setzen.

 

Besorgniserregend ist der weitere Anstieg der Real-Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen: Diese standen gegen 21:30 Uhr MEZ bei 3,54 Prozent. Nur durch die Rundung nach der ersten Kommastelle waren diese Papiere unverändert. Bekommt die FED trotz ihrer massiven Ankäufe die Papiere nicht mehr in den Griff?

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.332,50

(€967,05)

$1.337,00

(€966,53)

- $4,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.328,00

(€973,89)

$1.337,00

(€968,70)

- $9,00

COMEX Schlusskurs

$1.352,50

(€992,46)

$1.331,50

NA

+ $21,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,30

(€20,56)

$28,27

(€20,49)

+ $0,03

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.828,00

(€1.337,70)

$1.830,00

(€1.326,55)

- $2,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$808,00

(€591,30)

$819,00

(€593,70)

- $11,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,8

77,1

+ 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

3,5 %

3,5 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

22,2

22,0

+ 0,2

 

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