Bericht für den 4. Februar 2011

 

Arbeitsmarkt-Zahlen enttäuschen

 

Heute um 14:30 Uhr MEZ wurden wie jeden Monat die US-Arbeitsmarktzahlen von dem Wahrheitsministerium BLS veröffentlicht. Und die Zahlen waren wesentlich schlechter als beispielsweise von Bloomberg erwartet wurde. Nur 36.000 neue Jobs wurden geschaffen, nach 121.000 im letzten Monat. Erwartet wurden von den Analysten allerdings 146.000 neue Jobs. Trotzdem ist die Arbeitslosen-Quote durch magische Hand von 9,5 Prozent auf 9,0 Prozent gefallen. Das soll einmal jemand verstehen.

 

Da die Vereinigten Staaten noch eine wachsende Bevölkerung haben, müsste das Land im monatlichen Durchschnitt über 100.000 neue Jobs schaffen, um die Erwerbstätigen-Quote zu halten. Aber anscheinend haben die BLS-Statistiker einen Trick gefunden, dass die von den Nachrichten im Allgemeinen gemeldete Quote niedriger ausfällt.

 

Aber die wesentlich interessantere Nachricht ist, dass die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Bonds heute auf 3,7 Prozent gestiegen sind. Mit einem bei 78,0 leicht ansteigenden US-Dollarindex (USDX) ergibt sich so ein Quotient aus USDX und den Real-Renditen von nur noch 21,1. Zuletzt hatten wir im Mai 2010 so hohe Real-Renditen gesehen. Damals kam der von mir ermittelte Index auch der kritischen Marke von 20 Punkten nahe. Am 5. April 2010 betrug der USDX 81,1 Punkte und die Real-Renditen 4,0 Prozent – der Quotient belief sich nur noch auf 20,3 Punkte.

 

Gold stand unter dem Einfluss vor allem der Arbeitsmarkt-Zahlen. Zu oft konnten wir in der Vergangenheit beobachten, dass sich mit der Verkündung dieser Zahlen immer das gleiche Ritual abspielt: Gold muss fallen.

 

Auch heute früh ging es gleich nach Eröffnung des Handels in Asien tendenzmäßig nach unten. Im Londoner Vormittags-Handel setzte sich der Abschwung fort – der A.M Fix kam mit $1.347,50 (EUR 988,78) um acht Dollar niedriger als der letzte gestrige Kurs in New York zustande. Auf 24-Stundenbasis betrug der Anstieg jedoch $15.

 

Da zehn Minuten nach Beginn des Handels an der COMEX die Arbeitsmarkt-Daten veröffentlicht wurden, ging es die nächsten 90 Minuten stetig bergauf. Der P.M. Fix markierte heute ausnahmsweise den Tages-Höchststand mit $1.355,00 (EUR 999,93) – ein Tageszuwachs von $27.

 

Dann wurde Gold aber um zehn  Dollar gedrückt und pendelte sich wieder auf den Stand vor Eröffnung der COMEX ein. $1.348 lautete schließlich der letzte Kurs an der New Yorker COMEX. Im späten Access Handel kam es bis 22:30 Uhr MEZ zu keiner weiteren Verschiebung des Gold-Preises.

 

Auf Wochenschluss-Basis (Londoner P.M. Fix) konnte das gelbe Metall mehr als 35 Euro zulegen. Die nächste Woche wird zeigen, ob der Anstieg der Real-Renditen der US-Staatspapiere zum ersten Mal seit meiner Ermittlung den Quotienten unter die Marke von 20 Punkten treibt. Wahrschein ist allerdings, dass die FED wieder einmal massiv in den Bond-Markt eingreifen wird, um den Bestand des US-Dollars zu sichern.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.347,50

(€988,78)

$1.332,50

(€967,05)

+ $15,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.355,00

(€999,93)

$1.328,00

(€973,89)

+ $27,00

COMEX Schlusskurs

$1.348,00

NA

$1.352,50

(€992,46)

- $4,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,91

(€21,21)

$28,30

(€20,56)

+ $0,61

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.838,00

(€1.351,95)

$1.828,00

(€1.337,70)

+ $10,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$813,00

(€598,00)

$808,00

(€591,30)

+ $5,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,0

77,8

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,7 %

3,5 %

+ 0,2 %

Quotient aus USDX und Renditen

21,1

22,2

- 1,1

 

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