Bericht für den 10. Februar 2011

 

EZB-Bolschewiki

 

Der Abtritt von Axel Weber signalisiert eine Zeitenwende in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. War die Bundesbank doch seit ihrer Gründung im Jahr 1957 ein Garant der wirtschaftlichen Aufwärts-Entwicklung der am Boden liegenden deutschen Volkswirtschaft. Geldstabilität und Unabhängigkeit lagen dieser in Frankfurt ansässigen Institution bis zuletzt am Herzen. Obwohl sie mit Gründung der EZB die Instrumente ihrer Geldpolitik in die Hände anderer geben musste. Aber auch innerhalb der EZB galt sie als geldpolitischer Hardliner und versuchte die Einflussnahme der Politik zu begrenzen.

 

Es heißt nun endgültig Abschied zu nehmen: Zu Grabe getragen wird heute die Idee einer von der Politik – mit ihren endlosen auf Kredit finanzierten Wahlversprechen – unabhängigen Notenbank. Gestorben ist damit auch die Idee, eine verlässliche und wertstabile Währung seinen Bürgern anzubieten.

 

Friedrich Merz, Erzfeind von Angela Merkel, hat in seinem heutigen Gastbeitrag im Handelsblatt von einem schweren Schlag für den Euro gesprochen. Die Europäische Währungsunion wird mehr und mehr zu einer Transferunion, so Merz. Und Bloomberg formuliert, was uns zukünftig innerhalb des Euro-Systems erwarten wird: Webers retreat was a reminder that politics, not central banking ideology, will determine who succeeds Trichet.

 

Die EZB wird ähnlich wie die FED immer mehr zu einem Refinanzierungs-Instrument für den ausufernden Sozialstaat, für noch mehr nutzlose Migranten-Ströme, für zunehmende Zahlungsströme vom Norden in den Süden Europas. Das alles wird für den Bürger nicht schlagartig kommen, sondern über gesteuerte Geldverwässerung durch die Hintertür. Und über einen längeren Zeitraum. Der Frosch, dessen Wasser langsam erwärmt wird, merkt gar nicht, dass er am Ende den Tod finden wird.

 

Die Geld-Revolutionäre werden keine Rücksicht auf die Zukunft der so ausblutenden Völker nehmen – wird dem Bürger doch tagtäglich klargemacht, dass deren Handlungsweise alternativlos sei. Und dass es vor allen Dingen angeblich wieder aufwärts ginge.

 

Wie brutal die Geldentwertung die Bürger verarmen wird, zeigt das folgende Beispiel: Bei einer angenommenen realen Inflationsrate – ich meine hier nicht die von den diversen Wahrheitsministerien herausgegebenen Zahlen, die Otto-Normalschaf glauben soll – von jährlich 5 Prozent ergeben sich nach einem Zeitraum von 20 Jahren für folgende zwei Durchschnitts-Bürger-Typen folgende Verarmungs-Kennziffern:

 

1.         Der Arbeitnehmer, der heute netto 2.000 Euro verdient und eine Kaufkraft von 2.000 Euro hat, wird bei einer angenommenen Nettolohn-Erhöhung von jährlich 2 Prozent nach 20 Jahren ein Nettoeinkommen von 2.972 Euro haben. Das klingt auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. Aber mit diesem Einkommen kann er nur noch Waren- und Dienstleistungen zum heutigen Preis von 1.087 Euro erwerben. Das entspricht einem Kaufkraftverlust von 46 Prozent – d.h. sein Lebensstandard wird sich die nächsten 20 Jahre praktisch halbieren.

 

2.         Noch schlimmer wird es den zukünftigen Rentner treffen, der heute schon Geld in eine Lebensversicherung, Riester-Rente oder ähnliche Pläne einzahlt. Angenommen nach allen nachträglich zu entrichtenden Steuern käme er in 20 Jahren auf eine monatliche Rentenzahlung von 2.000 Euro. Dann könnte er für diesen Betrag zu seinem Renteneintritt nur Waren- und Dienstleistungen zum heutigen Preis von 717 Euro erwerben. Das entspricht sogar einem Kaufkraftverlust von 64 Prozent – sein auf heutigen Zahlen geplanter Lebensstandard wird also auf praktisch ein Drittel zusammenschmelzen.

 

Um das noch einmal zu verdeutlichen: Ich spreche hier von einem Weiterbestand unseres Finanz- und Währungssystems ohne staatliche Enteignungen (wie bei privaten Rentenplänen beispielsweise in Ungarn), ohne zusätzliche Steuern und Abgaben. Und ohne irgendwelche anderen staatlichen Abschöpfungs-Maßnahmen, seien es nun zusätzliche Vermögens- oder Grundsteuern. Allein die Politik der Notenbank, etwas mehr Inflation zu wagen, wird auf längere Sicht zu einer völligen Verarmung großer Teile unserer Bevölkerung führen. Besonders schlimm werden Rentner und andere Pensionäre getroffen werden.

 

Diese Arithmetik könnte man nun auch auf die weitere Entwicklung des Goldpreises anwenden. Steigt dieser weiter mit einer jährlichen Rate von 30 Prozent, dann hätten heute 2.000 Euro in Gold investiert in zwanzig Jahren einen nominalen Wert von 380.000 Euro. Unter Berücksichtigung der Geld-Entwertung aber immer noch eine Kaufkraft zu heutigen Preisen von 173.500 Euro. Man wird zweifelsohne erkennen, dass die derzeitige Preisentwicklung beim Gold so nicht weitergehen kann. Bei einem bestimmten Preis-Niveau wird sich der Preis des gelben Metalls einpendeln und der Nominalwert des Goldes nur noch entsprechend der Preisentwicklung steigen (also 5 Prozent pro Jahr mit der oben angenommenen Inflationsrate). Diese Marke sehe ich beispielsweise bei mindestens 5.000 Euro pro Feinunze. Die Marke von 5.000 Euro wird bei einem weiterhin jährlich ansteigenden Goldpreis von 30 Prozent nach etwas mehr als 6 Jahren erreicht werden (4.827 Euro am Ende von Jahr 6). Während dieses Zeitraums würde der Gold-Investor aus heute 2.000 Euro (also 2 Unzen Gold) nominal 10.000 Euro und eine Kaufkraft zu heutigen Preisen von 7.351 Euro schaffen. In den anschließenden 14 Jahren würde sich dann zwar der Preis der 2 Unzen Gold auf 19.799 Euro erneut fast verdoppeln – aber die Kaufkraft bliebe mit 7.351 Euro zu heutigen Preisen erhalten. Es ist wichtig zu verstehen, dass Gold primär eine Kaufkraft-Erhaltungsfunktion besitzt. Man wird dadurch über die Zeit prinzipiell nicht reicher, aber man kann den EZB-Bolschewiki einen Teil ihrer Verarmungs-Strategie zunichte machen. Der Kaufkraft-Anstieg vom Gold die letzten Jahre und die rechnerisch ermittelten weiteren sechs Jahre basieren einzig und allein auf der durch Goldpreisdrückung verursachten viel zu niedrigen Bewertung des gelben Metalls. Das macht das Metall auch für Investoren interessant, die während der wirklichen Anstiegsphase ein Vermögen verdienen wollen.

 

Das heutige Geschehen an den Edelmetall-Märkten war geprägt von dem kräftigen Anstieg des US-Dollars gegenüber dem Euro (plus 0,7 Prozent), dem japanischen Yen (plus 1,0 Prozent) und dem Schweizer Franken (plus 1,1 Prozent). Das verstärkte den Druck auf Gold, Silber & Co.

 

Trotzdem verlief die heutige Preis-Entwicklung beim Gold nicht entsprechend den Vorstellungen derjenigen, welche das gelbe und die silbernen Edelmetalle gerne auf niedrigeren Niveau sehen würden.

 

Gold bröckelte im Verlaufe des Vormittags-Handels in Asien auf $1.360 ab. Mit Beginn des Londoner Handels wurde diese Marke dann nach unten durchbrochen. Mit $1.358,75 (EUR 995,35) zum A.M. Fix verlor Gold auf 24-Stundenbasis vier Dollar.

 

Zum Nachmittag bröckelte der Kurs weiter ab, und zur Eröffnung der New Yorker COMEX fiel Gold unter die Marke von $1.355. Beeinfluss durch den 90 Minuten später festgestellten P.M. Fix von $1.353,25 (EUR 996,21) kam es während dieser Periode zu keinen signifikanten Preisbewegungen. Auf Tagesbasis stand Gold nun zwar mit $12 im Minus – war aber in Euro praktisch unverändert.

 

Nachdem der P.M. Fix verdaut war, stieg Gold wieder auf bis zu $1.365 an. Das trieb den Euro-Preis des gelben Metalls nun über die Marke von 1.000. Zum COMEX-Schluss bröckelte die Notierung wieder auf $1.361,50 (EUR 999,59) ab. Der Tagesverlust mit drei Dollar mit einem Euro-Tagesgewinn von fünf Euro erscheint verschmerzbar.

 

Der US-Dollarindex (USDX) legte 0,5 Punkte auf 78,1 zu. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen verharrten erneut bei 3,7 Prozent.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.358,75

(€995,35)

$1.362,50

(€998,32)

- $3,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.353,25

(€996,21)

$1.365,00

(€996,35)

- $11,75

COMEX Schlusskurs

$1.361,50

(€999,59)

$1.364,70

(€994,39)

- $3,20

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,80

(€21,85)

$30,22

(€22,16)

- $0,42

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.831,00

(€1.345,35)

$1.858,00

(€1.359,70)

- $27,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$822,00

(€603,95)

$835,00

(€611,05)

- $13,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,1

77,6

+ 0,5

Renditen 10-jährige Treasuries

3,7 %

3,7 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

21,1

21,0

+ 0,1

 

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