Bericht für den 2. März 2011

 

Vermögensverschiebungen

 

Welche Möglichkeiten haben die Investoren, wenn sie ihre tausende von Milliarden an Vermögens-Werten vor einem Zusammenbruch des US-Dollars retten wollen?

 

Auf den ersten Blick viele: Da bieten sich die Aktien-Märkte an, die Rohstoff-Märkte, Gold und Silber. Und natürlich Staatsanleihen und andere Anlageformen im Nicht-Dollarraum. Betrachtet man jedoch die Aufnahme-Fähigkeit dieser einzelnen Märkte, dann werden diese schnell überfordert, wenn man zwei- oder sogar dreistellige Milliarden-Beträge in kurzer Zeit umschichten möchte.

 

Bei genauer Betrachtung ist nur der Euroraum zur Aufnahme solcher Geldmengen geeignet. Denn das täglich gehandelte Volumen zwischen US-Dollar und Euro erreicht solche astronomischen Größenordnungen, dass eine Verschiebung von 50 Milliarden Dollar am Tag verdaubar erscheint.

 

Eine solche Entwicklung konnten wir heute beobachten. Obwohl die Krise im Euro-Raum nicht ausgestanden ist, mit einem vor dem Nichts stehenden Griechenland, einem Irland mit einer neuen Regierung, die sich überlegt, den ausländischen Gläubigern einen kräftigen Haircut zu verpassen und den unter den Rettungsschirm schlüpfenden Portugal, konnte der Euro heute 0,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar zulegen.

 

Gold gab heute im frühen asiatischen Markt wenige Dollar ab, bevor es im Londoner Vormittags-Handel wieder leicht zu steigen begann. Zum A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ war das gelbe Metall zwar mit $1.430,50 (EUR 1.035,17) um $16 höher als noch zum gestrigen A.M. Fix. Aber der Verlust im Vergleich zum letzten Handelskurs in New York betrug immer noch drei Dollar.

 

Erneut gingen die Impulse nach oben von der COMEX aus. Wenige Minuten nach deren Eröffnung ging es mit $1.435 wieder in den positiven Bereich. Der P.M. Fix kam 90 Minuten später mit $1.435,50 (EUR 1.034,82) auf diesem Niveau zustande und konnte auf 24-Stundenbasis $15 zulegen.

 

Wer auf die Eurogold-Kurse vom A.M. und P.M. Fix schaut, der wird feststellen, dass der Dollar-Gewinn des Goldes durch den steigenden Euro-Kurs mehr als kompensiert worden ist. Das heißt: Euro-Gold fiel heute sogar.

 

Gegen 18:00 Uhr MEZ erreichte Gold dann schließlich die Marke von $1.440. Das war dann allerdings zu viel des Guten. Gold bröckelte im Verlauf des Handels ab und schloss den COMEX-Handel mit einem Stand von $1.437,50.

 

Im späten Access-Handel wurde Gold dann bis auf $1.432 gedrückt, konnte sich aber rund 90 Minuten vor Ende des Handels in New York wieder auf $1.435 befestigen. Inwieweit das ein Zeichen für eine bevorstehende Goldpreis-Drückung am Folgetag ist, bleibt abzuwarten.

 

Der US-Dollarindex (USDX) gab heute erneut nach: Mit 76,7 Punkten liegt dieser Index heute um weitere 0,2 Punkte im Minus. Wie gesagt, der Anstieg des Euros ist hier die auslösende Kraft.

 

Die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds sind wieder leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gestiegen. Der von mir ermittelte Quotient aus USDX und den Renditen steht trotz eines Tagesverlusts von 0,7 Punkten mit 21,9 noch mit Abstand vor der kritischen 20er-Marke. Diese hat, solange ich diese Berichte schreibe, bislang in jeder Situation gehalten.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.430,50

(€1.035,17)

$1.414,50

(€1.021,74)

+ $16,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.435,50

(€1.034,82)

$1.420,75

(€1.029,31)

+ $14,75

COMEX Schlusskurs

$1.437,50

NA

$1.429,60

(€1.035,54)

+ $7,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$34,75

(€25,13)

$34,37

(€24,87)

+ $0,38

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.846,00

(€1.333,35)

$1.828,00

(€1.322,70)

+ $18,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$821,00

(€593,00)

$812,00

(€587,55)

+ $9,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

76,7

76,9

- 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,5 %

3,4 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

21,9

22,6

- 0,7

 

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