Bericht für den 7. März 2011

 

Politbüro der Zentralbanker

 

Japan kauft europäische Staatsanleihen in Milliardenhöhe schreibt die Nachrichten-Agentur Reuter in einem heutigen Beitrag. Und Ende letzter Woche wurde in der Wirtschaftspresse berichtet, dass China seine Dollar-Reserven in Euros umschichtet und mit dem Kauf spanischer Staatsanleihen die Situation dieser Nation vorläufig stabilisieren konnte.

 

Das erklärt auch die andauernde Stärke des Euros im Vergleich zum US-Dollar: Japan und China schichten ihre US-Dollaranlagen zu Gunsten des Euros um. Gleichzeitig übernehmen sie damit die Funktion des europäischen Finanziers Deutschland, der sich allerdings mit hunderten von Milliarden Euro Ausleihungen an die Staaten der Euro-Südperipherie nun selbst übernommen hat.

 

Die wirkliche Nachricht lautet also: Deutschland kann nicht mehr weiter für die PIIGS-Staaten aufschulden. Deshalb müssen Japan und China nun als Lückebüßer ran, damit sich das Euro-System und damit das Weltfinanz-System nicht endgültig in Luft auflöst. Merkels Kampf für den totalen Euro scheint nun auch Deutschland langsam in eine finanzpolitische Trümmerwüste zu verwandeln.

 

Im Mittelpunkt dieser gegenseitigen Hilfe steht das planwirtschaftliche Papiergeld-System, das unter Leitung eines Welt-Politbüros die praktisch unbegrenzte Geldvermehrungs- und Ankaufs-Maschinerie der Zentralbanken koordiniert. Gerät der US-Dollar in Schwierigkeiten, dann drucken die EZB, die Bank of England (BoE) und die Bank of Japan (BoJ) einfach Geld in eigener Währung, tauschen diese auf den Devisen-Märkten in US-Dollar um und kaufen mit diesen auf den Bond-Märkten beispielsweise US-Staatsanleihen. Prompt stabilisiert sich der US-Dollar wieder gegenüber diesen anderen Währungen. Oder man schichtet seine großen US-Dollaranlagen, die insbesondere die BoJ und die PBoC (Peoples Bank of China) in Euro-Anlagen um, um vor dem Untergang stehende Euro-Staaten zu retten.

 

Das einzige Problem: Der Goldpreis steigt im Vergleich zu den durch diese Maßnahmen sich untereinander immer stärker abwertenden Währungen an. Gerät diese Entwicklung außer Kontrolle, dann könnten sich größere Investoren genötigt fühlen, ebenfalls ihre Papiergeld-Vermögen in Gold umzutauschen. Das Papiergeld verlöre damit seine internationale und gegebenenfalls auch nationale Akzeptanz.

 

Deshalb ist es auch so wichtig, diesen Feind des Politbüros der Zentralbanker durch entsprechende Repressions-Maßnahmen unter Kontrolle zu halten. Das konnten wir heute wieder einmal beobachten, nachdem die japanischen und chinesischen Dollar zu Euro-Umschichtungen heute erst einmal zu einem verfallenden US-Dollar geführt haben.

 

Das gelbe Metall begann den heutigen Handel in Asien bereits mit Überschreiten der Marke von $1.435. Im Londoner Vormittags-Handel setzte sich diese positive Stimmung fort und Gold taxierte zum A.M. Fix mit $1.437,00 (EUR 1.025,26) um $19 höher als noch am Freitag zur selben Zeit.

 

Im frühen Nachmittags-Handel ging es weiter bergauf: Kurz vor Eröffnung der New Yorker COMEX stand Gold schon bei $1.445. Dann ging es aber auf Geheiß des Politbüros um mehr als zehn Dollar abwärts. Silber hatte sich zur gleichen Zeit bereits auf $36,80 hochgearbeitet.

 

Der P.M. Fix mit $1.437,50 (EUR 1.026,27) begrenzte erst einmal die Auswirkung dieser Edelmetall-Drückung. US-Leichtöl (WTI) fiel zur selben Zeit von $106,80 auf $104,50.

 

Nach einer kleinen Erholung, die Gold auf $1.440 hochtrieb, setzte die zweite Drückungswelle ein, die erst bei $1.430 ein Ende fand. Trotzdem konnte sich Gold bis zum Ende des Handels an der COMEX auf $1.434,10 (EUR 1.027,39) wieder befestigen. Im Tagesverlauf ein Gewinn von immerhin noch sechs US-Dollar.

 

Die Euro-Stärke ging im Laufe des Tages wieder verloren, da man wohl im Politbüro zum Nachmittag beschlossen hatte, den US-Dollar zu stabilisieren, um Gold und Öl besser drücken zu können. Der US-Dollarindex (USDX) nahm letztlich sogar noch um 0,1 Punke zu.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.437,00

(€1.025,26)

$1.418,00

(€1.014,74)

+ $19,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.437,50

(€1.026,27)

$1.427,00

(€1.019,29)

+ $9,50

COMEX Schlusskurs

$1.434,10

(€1.027,39)

$1.427,90

(€1.020,38)

+ $6,20

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$36,60

(€26,08)

$34,43

(€24,64)

+ $2,17

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.838,00

(€1.312,40)

$1.828,00

(€1.308,50)

+ $10,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$810,00

(€578,35)

$811,00

(€580,55)

- $1,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

76,5

76,4

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,5 %

3,5 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

21,9

21,8

+ 0,1

 

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