Bericht für den 22. März 2011

 

Jetzt fließen echte Steuergelder für den Euro

 

Die Merkelschen Zusagen auf dem EU-Gipfeltreffen am vergangenen Wochenende kommen dem deutschen Steuerzahler teuer zu stehen. Denn erstmals geht es nicht nur um abstrakte Garantien, die der Bund und damit indirekt der deutsche Steuerzahler zwecks Rettung des Euro abgeben musste. Sondern nun werden zweistellige Milliarden-Zahlungen als Basiskapital für den Rettungsfond fällig.

 

Wurde uns die ganze Euro-Rettung nicht als ein Projekt verkauft, wo der Bund billig Kredite aufnimmt und von Staaten wie Griechenland dafür erheblich höhere Zinszahlungen erhält. Ein Gewinn für den deutschen Steuerzahler – so sah es nach Ansicht unseres Bundesfinanz-Ministers Schäuble noch am Anfang aus.

 

Warnende Stimmen mahnten damals, dass dafür das Ausfall-Risiko sehr groß sei. Denn wenn beispielsweise Griechenland Bankrott machen sollte, dann erhält der deutsche Staat weder seine Zinszahlungen, noch wird ein Großteil der ausgeliehenen Summe zurückgezahlt. Der Michel bleibt auf seinen für Griechenland und Co auf seine Rechnung gemachten Schulden sitzen und hat auch die Zinsen dafür zu entrichten.

 

Nun geht es aber um Einlagen, die der Bund ohne Gegenleistung zu erbringen hat.

 

Da der Bund dieses Geld aus eigenen Einnahmen nicht bestreiten kann, muss der komplette Betrag wohl als neue Schulden an den Kapital-Märkten aufgenommen werden. Dafür fallen dann wiederum dreistellige Millionen-Beträge für Zinslasten pro Jahr an. Und hier geht es nur um das Basiskapital, mit dem der Rettungsfond ausgestattet wird. Fließen konkrete Zahlungen an Staaten wie Griechenland, Irland und nun auch Portugal, dann muss sich der Bund erneut verschulden.

 

An diesem Beispiel sieht man, dass die propagandistisch im Grundgesetz verankerte Schulden-Bremse eine reine Farce ist. Wenn es um die Rettung des Banken-Systems und des Euros geht, werden alle diese Grundsätze als alternativlos über Bord geworfen. Die Hessen stimmen dieses Wochenende über die Aufnahme einer ähnlichen Formulierung in die hessische Verfassung ab. Man kann nur hoffen, dass die Wähler verstehen, wie ihnen bewusst falsche Tatsachen vorgespiegelt werden. Wenn es um die Existenz der Herrenrasse der Investment-Banker geht oder das One World – Projekt des Euros, ist plötzlich immer Geld da. Wenn aber Lehrer benötigt werden oder die Schule renoviert werden soll, dann blockiert zukünftig die Schuldenbremse.

 

Beim Gold kam es heute nach der Aufwärts-Bewegung der letzten Tage zu einer leichten Konsolidierung. Gold startete den heutigen Handel in Asien mit gemischten Notierungen – eine Tendenz, ob es weiter aufwärts oder nun abwärts gehen würde, konnte nicht festgestellt werden. Die Liquiditäts-Versorgung in Japan scheint wenigstens besser als die Lösung der nach dem Erdbeben von letzter Woche verursachten Schäden und Nachfolgewirkungen zu funktionieren – der japanische Aktien-Leitindex legte um vier Prozent zu. Anscheinend sind wohl alle Probleme gelöst und man kann sich wieder auf das Ziel Wachstum konzentrieren.

 

Man sieht, wie stark sich diese Märkte von dem realen Wirtschafts-Geschehen abgekoppelt zu scheinen haben, wo dreistellige Milliarden-Kosten (in US-Dollar) für den Wiederaufbau veranschlagt werden. Die Folgekosten für Sicherung und Entsorgung nebst Umsiedlung und Gesundheitsversorgung um den Futschikato-Reaktor einmal ganz außer Acht gelassen. Diese Wiederaufbaukosten sind auch kein Investitions-Programm, mit dem der Staat die Wirtschaft wieder beleben kann. Denn die zerstörte Infrastruktur soll ja nur in den Ausgangs-Zustand gebracht werden. Wenn ich ein Haus kaufe, es abreißen lasse und mit Kredit wiederaufbaue, dann sitze ich als Besitzer neben den Schulden noch auf massiven Zinskosten, die ich für lange Zeit zu entrichten habe. Das Geld dafür fehlt mir an anderer Stelle – man kann also nicht ernsthaft behaupten, dass dies ein nachhaltiges Konjunktur-Programm sei. Obwohl sich vielleicht anfangs der Abriss-Unternehmer und der Bauträger über den Auftrag des Bauherren freuen wird.

 

Mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels wurde die Marke von $1.430 getestet. Dieser Ausbruch misslang jedoch und Gold fiel in der Folge leicht zurück. Der A.M. Fix kam mit $1.425,50 (EUR 1.000,63) um zwei Dollar niedriger als noch vor 24 Stunden zustande.

 

Mit Eröffnung der New Yorker COMEX ging es dann noch weiter nach unten. Erst bei knapp oberhalb der Marke von $1.420 war dann Schluss mit dem Rückgang. Der P.M. Fix kam mit $1.426,00 (EUR 1.004,58) zustande.

 

In den nachfolgenden Stunden kam es zu keinen wesentlichen Ausschlägen mehr. Gold beendete den COMEX-Handel mit $1.427,50 (EUR 1.003,82) im Tagesvergleich praktisch unverändert. Euro-Gold hat allerdings derzeit Mühe, sein Niveau oberhalb der Marke von 1.000 zu verteidigen.

 

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.425,50

(€1.000,63)

$1.427,75

(€1.007,94)

- $2,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.426,00

(€1.004,58)

$1.432,00

(€1.009,66)

- $6,00

COMEX Schlusskurs

$1.427,50

(€1.003,82)

$1.427,00

NA

+ $0,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$35,95

(€25,25)

$36,16

(€25,52)

- $0,21

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.736,00

(€1.223,40)

$1.741,00

(€1.226,90)

- $5,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$739,00

(€520,80)

$743,00

(€523,60)

- $4,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,4

75,4

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,3 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

22,2

22,8

- 0,6

 

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