Bericht für den 23. März 2011

 

Euro-Gold hebt ab

 

Der Preis-Anstieg beim Gold der letzten Tage ist an den Investoren im Euro-Raum praktisch ohne Gewinn vorübergegangen. Während sich der Preis des gelben Metalls in US-Dollar berechnet nahe dem historischen Höchststand hält, musste Euro-Gold nun ernsthaft um die Marke von 1.000 Euro kämpfen. Beispielsweise stand gestern der Euro-Goldpreis zum A.M. Fix mit 1.000,63 nur noch knapp oberhalb dieser Marke.

 

Der im Vorfeld der Beratungen der Regierungschefs und Finanzminister um den Euro-Stabilitätsfonds künstlich gestützte Euro mit gleichzeitigen Druck auf Gold im physischen Handel – was man an dem Drückungs-Muster erkennen konnte, bei dem Gold jeweils seinen Tagestiefstand zum Londoner P.M. Fix erreicht hatte – lässt jedoch nach.

 

Heute gab der Euro gegenüber dem US-Dollar um bis zu 0,7 Prozent nach. Gleichzeitig stieg Gold auf bis zu $1.440 an, womit durch den Währungshebel der Euro-Goldpreis auf bis zu 1.020 steigen konnte. Wir sind zwar immer noch 50 Euro von den Höchstständen zum Jahreswechsel entfernt – aber wie wir bereits einige Male beim Euro feststellen konnten, kann sich diese Tendenz mit der nächsten Krise schnell wieder umdrehen.

 

Bislang gibt es bei den Investoren und Finanz-Maklern nur wenig Zweifler, welche die Kreditwürdigkeit Deutschlands als Hauptstütze des Euros in Frage stellen. Sollte es jedoch zu einem Abverkauf deutscher Staatsanleihen kommen, dann sind die Tage des Euros endgültig gezählt. Dann sind Merkel, Schäuble & Co die nächsten Menschen-Opfer, die der allmächtige Bondmarkt lebendig verspeisen wird.

 

Zum heutigen Geschehen an den Edelmetall-Märkten: Gold tendierte im frühen asiatischen Handel etwas schwächer, konnte aber seine Verluste bis zum Beginn des Londoner Vormittags-Handels wieder ausgleichen. Dann ging es aber wieder aufwärts, und zum A.M. Fix stand Gold mit $1.433,50 (EUR 1.008,59) bereits mit acht Dollar im Plus.

 

Bis zur Eröffnung der New Yorker COMEX bewegte sich erst einmal nichts mehr. Nach knapp zwei Stunden ging es dann aber plötzlich kräftig nach oben und Gold stieg auf über $1.440. Der P.M. Fix bremste diese Entwicklung etwas mit Kursen von $1.439,82 beziehungsweise 1.017.82 Euro – ein 24-Stundenplus von nun $14 oder 13 Euro.

 

Dieses Niveau konnte das gelbe Metall jedoch nicht ganz halten und bröckelte im Laufe der verbleibenden Handels-Stunden an der COMEX leicht auf $1.435,50 ab.

 

Der US-Dollarindex (USDX) konnte erstmals seit mehreren Tagen wieder um 0,4 Punkte auf 75,8 zulegen. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatspapiere gaben um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent nach. Dadurch ist der von mir beobachte Quotient aus beiden Werten heute um kräftige 0,8 Punkte auf 23,0 gestiegen.

 

Von der positiven Stimmung profitierte auch Silber mit einem Tages-Anstieg um fast einen Dollar pro Feinunze.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.433,50

(€1.008,59)

$1.425,50

(€1.000,63)

+ $8,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.439,50

(€1.017,82)

$1.426,00

(€1.004,58)

+ $13,50

COMEX Schlusskurs

$1.435,50

NA

$1.427,50

(€1.003,82)

+ $8,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$36,58

(€25,86)

$35,95

(€25,25)

+ $0,63

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.744,00

(€1.235,15)

$1.736,00

(€1.223,40)

+ $8,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$739,00

(€523,35)

$739,00

(€520,80)

unverändert

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,8

75,4

+ 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,4 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

23,0

22,2

+ 0,8

 

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