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Bericht für den 4. April 2011 Zäher Kampf um die 1.440er-Marke Man braucht nur auf die
Leitindizes der internationalen Aktien-Märkte zu schauen, um zu erahnen, was
die letzten Wochen gespielt wird: Dow Jones, DAX & Co steigen wegen der
Flut des Geldes, das insbesondere die japanische Notenbank in zweistelligem
Milliarden-Dollarumfang in die Märkte pumpt. Dieses Kreditgeld
scheint zum Teil auch in die Edelmetall-Märkte zu gehen, wie der rasante
Anstieg von Silber aber auch von Palladium um zum Teil auch Platin zeigt. Die
folgenden Zahlen machen das anschaulich: Silber stieg innerhalb eines Jahre um
115 Prozent, während der Anstieg bei Gold lediglich 27 Prozent betrug. Wer den
Jahresanstieg bei Gold regelmäßig verfolgt, dem ist wohl auch schon aufgefallen,
dass dieser Wert selten die Marke von 30 Prozent überschreitet – Gold
scheint also noch einigermaßen unter Kontrolle zu sein, während diese Kontrolle
beim Silber den Agenten der FED und der anderen Notenbanken bereits entglitten
zu sein scheint. Im 30 Tage-Vergleich hat
sich Gold praktisch nicht bewegt, während Silber knapp neun Prozent zulegen
konnte. Dafür wird das Nervenkostüm der Silber-Investoren auch stärker
belastet, wenn wir drückungsbedingte Tages-Rückschläge von bis zu fünf Prozent
beim Silber sehen. Wobei die Drückung beim Silber im Wesentlichen durch Liquiditäts-Verringerung
eingeleitet wird – wegen der Japan-Katastrophe wäre das derzeit aber der
Alptraum unserer Welt-Zentralbanker. Nur beim Gold kämpft das
Gold-Kartell erbittert um jeden Dollar Anstieg. Erneut ist der Kampf um die
Marke von $1.440 entbrannt. Das gelbe Metall konnte
sich zum Wochenanfang im frühen asiatischen Handel leicht bis auf $1.430
befestigen. Im Londoner Vormittags-Handel trat Gold in einen engen Korridor
zwischen $1.430 und $1.434 ein, aus dem es anfangs nicht ausbrechen konnte. Der
A.M. Fix kam mit $1.432,50 (EUR 1.008,16) wenig überraschend in der Mitte
dieses Korridors zustande. Im frühen
Nachmittags-Handel stieg Gold dann aber schnell an und stand kurz vor Eröffnung
des Handels an der New Yorker COMEX nur noch zwei Dollar vor der Marke von
$1.440. Mit Eröffnung des
Handels in New York konnte sich Gold zwar kurzzeitig bis auf knapp $1.440
befestigen, wurde dann aber wieder gedrückt. Zum P.M. Fix mit $1.435,50 (EUR
1.009,14) gingen dann bereits schon wenige Dollar des vorher erzielten Anstieges
verloren. Zwei Stunden vor Ende
des Handels an der COMEX wurde Gold dann in einer zweiten (kleinen) Welle auf
$1.432 gedrückt und ging mit diesem Stand auch aus den Handel. Silber performte erneut außergewöhnlich gut und konnte im Laufe
des Tages 80 Cent zulegen. Auf der einen Seite ist es eine positive Nachricht,
dass das weiße Metall der Kontrolle des Gold-Kartells entglitten zu sein
scheint – denn spätestens seit Mitte des letzten Jahres entwickeln sich
Gold und Silber nicht mehr in ähnlichen Bahnen, wie man es über einen längeren
Zeitraum beobachten konnte (die Ereignisse des Jahres 2008 blenden wir hier
einmal aus). Denn es scheint sich nun ein Preis zu bilden, der die wirkliche
Markt-Situation anhand von Angebot und Nachfrage widerspiegelt. Auf der anderen Seite
wird Silber damit natürlich auch anfälliger für die Launen des Marktes. Denn
ein Metall, das durch permanente Drückungen nur einen Bruchteil seines
Marktwertes besitzt, kann man jederzeit risikolos kaufen: die Drücker können nur
den Anstieg begrenzen, ihn aber nicht ganz verhindern. Außerdem ist nicht ganz
klar, wie viel des massiv geschaffenen Kreditgeldes sich derzeit im Silbermarkt
tummelt und die Preise treibt. Im durchaus wahrscheinlichen Fall der weiteren Hyperinflationierung der Papiergeld-Menge könnte dies
Silber sogar noch einen zusätzlichen Boost verleihen, der die derzeit gesehenen
Anstiegsraten festigen oder sogar noch verstärken könnte. Vor diesem
Hintergrund wären dann mittelfristig Kurse von $100 pro Unze keine Überraschung. Auf der anderen Seite
sind die deflationären Tendenzen in der Weltwirtschaft immer noch latent und
schweben als Damokles-Schwert über unser gesamtes Kreditgeld-System: Neben
Zombie-Banken, Zombie-Verbraucher haben wir noch Zombie-Staaten hinzubekommen
und der reale Rückgang der Wirtschaftsleistung wie jetzt gesehen in Japan lässt
nichts positives befürchten. Wenn das Kredit-Geld aber wieder knapp wird, dann
muss diese in Silber investierte Geldmenge aber innerhalb kürzester Zeit wieder
abgezogen werden. Das wäre die Situation, wo es beim Silber zu heftigen
Einbrüchen kommen könnte – wobei ich hier nicht fünf Prozent meine,
sondern Rückgänge in der Größenordnung, wie wir sie im Jahr 2008 bereits in
Realität beobachten konnten. Jeder Investor muss
deshalb für sich selbst entscheiden, welche Entwicklung er persönlich innerhalb
der nächsten Zeit für wahrscheinlicher hält. Im hyperinflationären Fall kann er
dann Silber gegenüber Gold übergewichtigen – im deflationären Fall ist
Gold praktisch die einzige stabile non-interest bearing Asset-Klasse. Wichtige Marktdaten im Überblick
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