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Bericht für den 7. April 2011 Grenzenloses Anspruchsdenken an
den Sozialstaat Nach einem heutigen
Bericht der WELT fürchten die Deutschen laut Umfrage im Auftrag der
Bertelsmann-Stiftung steigende Ausgaben und unsolide Staatsfinanzen: Ihre
Forderungen wollen sie trotzdem nicht zurückschrauben. Kein Wunder, haben doch
mehrere Politiker-Generationen seit Ende des Zweiten Weltkriegs den Sozialstaat
immer weiter ausgebaut und sind mit dem Füllhorn Verpflichtungen eingegangen,
die inzwischen in einer gewaltigen Staatsverschuldung ausgeufert sind. Die Deutschen haben Angst um die Zukunft
des Sozialstaates schreibt die WELT.
Zurecht, denn die Ansprüche an eine zukünftige Finanzierung des
Lebens-Standards im Alter sind auf genau dem gleichen Pyramiden-System aufgebaut,
mit dem der Betrüger Bernard L. Madoff
zweistellige Milliarden-Beträge seiner Kunden veruntreut hat. Dieses System –
der Sozialstaat ist da konzeptionell nicht anders – sind immer nach dem
gleichen Muster gestrickt: Man offeriert eine attraktive Rendite für zukünftig
zu zahlende Leistungen, bezahlt diese Leistungen aber nur damit, dass man
versucht, immer mehr Leute in dieses System einzahlen zu lassen. Lässt der
Zufluss an neuen Dummen nach, dann übersteigen die monatlich zu leistenden
Zahlungen irgendwann einmal die Einnahmen. Das System kollabiert, weil das
eingezahlte Geld gar nicht vorhanden ist und der Cash-Flow
negativ wird. Im deutschen
Rentensystem rollt mit der Verrentung der Generation der späten 50er in fünf
bis zehn Jahren die Baby-Boomer Welle auf uns zu. Aus
derzeit gut verdienenden Arbeitnehmern, die in die Sozialkassen zum Teil die
Höchstbeträge einzahlen, werden dann mit einem Schlag Netto-Empfänger. Dieser
Effekt macht sich dann auf die Cash Flow Betrachtung
der Deutschen Rentenversicherung doppelt bemerkbar: Fehlende Einnahmen und dazu
noch zusätzliche Ausgaben. Das System schafft es
auch nicht, entsprechenden beitragszahlenden
Nachwuchs zu generieren, da die abnehmende deutsche Bevölkerung nicht genug
Kinder hervorgebracht hat. Der Nachwuchs aus Migranten-Familien,
offiziell vielleicht mit deutscher Staatsangehörigkeit, zeichnet sich
insbesondere im islamischen Kulturkreis dadurch aus, dass entweder überhaupt
keine bezahlte Arbeit angestrebt wird (Hartz IV-Fälle) oder nur
sozialversicherungsfreie Nebenjobs oder andere Tätigkeiten ausgefüllt werden.
Die Geburten-Bilanz ist deshalb viel kritischer, als viele das auf den ersten
Blick erwarten würden. Aber auch die von
Gerhard Schröder, Walter Riester und Bert Rürup im
Rahmen ihrer privaten Altersvorsorge-Regelungen geschaffene kapitalgedeckte
private Rentenversicherung ist höchstens eine sprudelnde Provisions-Quelle für
deren Freund Carsten Maschmeyer. Nachdem ein Teil der
gezahlten Beträge in die Schatulle von Maschmeyer und
seiner Keiler-Organisation geflossen ist, wurde mit den verbliebenen Geldern in
das größte Pyramiden-System investiert, was man sich vorstellen kann:
Staatsanleihen. Auch hier finanziert der
Staat Verpflichtungen von heute, die er aufgrund der Steuereinnahmen nicht mehr
erbringen kann, mit dem Geld der in die private Rentenversicherung
Einzahlenden. So hat man einen weiteren, diesmal gut getarnten Sozialbeitrag
geschaffen. Solange sich immer noch genug Dumme finden, die mehr Geld in Staatsanleihen
anlegen als diejenigen, die sie sich nun auszahlen lassen wollen, funktioniert
das System perfekt. Aber wehe, wehe, wehe – wenn ich auf das Ende sehe. Das private
Rentenversicherungs-System steht auf dem gleichen bröckeligen Fundament wie die
gesetzliche Rentenversicherung. Wobei die gesetzliche Rente noch einen Vorteil
hat: Zumindest eine Teilleistung wird der Rentner von den verbliebenen
Beitragszahlern erhalten, es sei denn diese treten in einen Zahlerstreit
– unwahrscheinlich in Land des Michels. Finden sich abrupt keine
Abnehmer mehr für Staatsanleihen, dann können die bisherigen Gläubiger auch
nicht mehr ausgezahlt werden. Ein Totalverlust wäre die Folge. Das ist die
Gefahr der privaten Rentenversicherung, die immer noch in die angeblich so
sicheren Staatsanleihen investiert. Der kleine Maxi der Pensionsverwalter
versteht eben nicht das große Ganze unseres Papiergeld-Systems. Wie schreibt die WELT in
ihrem Bericht: Dabei erachten die meisten Bürger
schon die heutigen Leistungen der Renten- und Pflegeversicherung für zu gering.
Die Gesundheitsleistungen, Hartz IV und die Sozialhilfe für Menschen, die nicht
erwerbsfähig sind, bewertet jeder Zweite als nicht ausreichend. Diese 50 Prozent der
Interviewten werden sich noch wundern, wie selbst diese Leistungen entweder
durch Staatspleite oder Hyperinflation auf ein Bruchteil ihrer heutigen Kaufkraft
zusammenschmelzen werden. Die Bombe in diesem
größten Madoff-System tickt immer lauter –
keiner weiss, wann sie explodieren wird. Aber es wird
nicht mehr lange dauern – soviel ist garantiert. Die heutigen
Liquiditäts-Spielereien der Notenbanken haben zu einem kräftigen Einbruch von
Platin (minus $28 zum P.M. Fix) und Palladium (minus $15,50 zum P.M. Fix)
geführt. Gold (minus $2,00 zum P.M. Fix) und Silber (minus 12 Cent zum Londoner
Fixing) zeigten sich jedoch stabil. Wahrscheinlich wären
ansonsten beide Edelmetalle erneut ausgebrochen und hätten erneut mit
Rekordständen glänzen können. So blieb bei Gold dann eine rote Null. Beim
Silber sah es ähnlich wie beim Gold aus. Dafür wollten die
Bond-Märkte mehr Rendite von den 10-jährigen US-Staatsanleihen sehen, die auf
3,6 Prozent angestiegen ist. Der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und
diesen Renditen ist heute auf 21,0 Punkte gefallen – das ist zumindest
eine Warnschwelle zur kritischen Marke von 20 Punkten. Ansonsten hat die EZB
heute – wie erwartet – mit ihrer Minizins-Erhöhung um 0,25
Prozentpunkte keinen der Marktteilnehmer vom Hocker reißen können. Praktisch
kostet Papiergeld immer noch nichts.
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