|
Bericht für den 8. April 2011 Miserable Woche für das
Gold-Kartell Das gestern zwischen den
Demokraten nebst ihrem Präsidenten auf der einen Seite und der republikanischen
Mehrheit im US-Repräsentantenhaus auf der anderen Seite gespielte Power Play
hat die Märkte tief verunsichert. Der US-Dollarindex (USDX) gab um 0,8 Punkte
auf 74,9 nach. Der Quotient aus dem USDX und den Real-Renditen der 10 jährigen
Treasury Notes, die heute mit 3,6 Prozent unverändert notierten, gab um weitere
0,2 Punkte auf 20,8 nach. In der Folge ist der
Euro um 1,3 Prozent gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Das führte im Verlauf
des heutigen Goldhandels dazu, dass das gelbe Metall zwar in US-Dollar
gerechnet kräftig steigen konnte. Aber der Preis von Euro-Gold stagnierte. Nun hat man sich nach
Schließung der Märkte in der Nacht – praktisch in letzter Sekunde –
doch noch einigen können. Die Republikaner konnten – bei dem Umfang des
US-Bundesetats wohl eher symbolische – Kürzungen von $38,5 Milliarden
durchsetzen. Und der US-Präsident kann seine Rechnungen weiter bezahlen. Shutdown der Regierung in letzter Sekunde abgewendet, so
könnte eine Schlagzeile lauten. Das waren keine guten
Voraussetzungen für das Gold-Kartell, das gerne zum Wochenausklang korrigierend
in die Edelmetall-Märkte eingreift, damit die Investoren am Wochenende nicht
auf dumme Gedanken kommen – wie beispielsweise einen größeren Teils ihres
Vermögens in Edelmetalle umzuschichten. Gold begann seinen
Anstieg bereits heute früh kurz nach Eröffnung der Märkte in Asien. Dort
pendelte sich das gelbe Metall bei $1.465 ein. Silber zog ebenfalls an und
machte – erst einmal – unterhalb der Marke von $40 Pause. Mit Beginn des Londoner
Vormittags-Handels ging es dann bei Gold und Silber weiter aufwärts. Der A.M.
Fix kam mit $1.470,50 (EUR 1.020,97) bereits oberhalb der Marke von $1.470
zustande. Silber stand am Vormittag mit $40,20 stabil über der Marke von $40.
Das zeitlich zwischen A.M. und P.M. Fix bei Gold, Platin und Palladium liegende
Silber-Fixing kam mit $40,22 zustande – ein 24-Stundenanstieg von 71
Cent. In den folgenden Stunden
des frühen Vormittags-Handels als auch während der ersten Stunden des Handels
an der New Yorker COMEX kam es beim Gold zu keinen wesentlichen Veränderungen.
Der P.M. Fix mit $1.469,50 (EUR 1.017,73) tendierte sogar noch leicht unterhalb
der Marke von $1.470. Das Gold-Kartell muss
wohl schwer beschäftig gewesen sein, einen richtigen Ausbruch beim Gold zu
verhindern. Silber scheint man dagegen aufgegeben zu haben: Das stieg während
dieser Zeit kontinuierlich weiter. Gold schloss trotz
dieser Maßnahmen an der COMEX mit einem neuen historischen Höchststand von
$1.473,40 und legte im Tagesverlauf $15 zu. Silber ging in das Wochenende mit
$14,60. Die PGM-Metalle Platin und Palladium konnten
auch mit kräftigen Zuwächsen glänzen, wobei sich Platin in den Zuwachsraten
eher am Gold orientiert und Palladium mit Silber um Platz 1 kämpft. Wir sind gespannt auf
die folgende Woche. Erst einmal hat sich die Situation in den Vereinigten
Staaten bezüglich der Zahlungsfähigkeit der Regierung geklärt. Das spricht für
einen wieder steigenden US-Dollar. Auf der anderen Seite betonen unsere
Euro-Politiker, dass nach der Rettung Portugals nun das Ende der
Rettungsmaßnahmen erreicht sei. Wir wissen: Wenn immer solche Statements mit
Inbrunst an die Öffentlichkeit getragen werden, dann steht bereits der nächste
Kandidat zur Rettung bereit. Das wären dann mit Italien und Spanien allerdings
Schwergewichte, die selbst der vor kurzem verstärkte Rettungsschirm nicht mehr
auffangen wird können. Die derzeitige Stärke des Euros kann sich nächste Woche
also wieder schnell in eine Schwäche umkehren. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||