Bericht für den 11. April 2011

 

Was nun, Zentralbanken?

 

Irgendwas musste zu Begin dieser Woche einfach passieren – Gold darf nicht täglich von einem historischen Höchststand zum nächsten wechseln.

 

Das Problem: Die japanische Notenbank, wegen ihrer Zinspolitik bislang Welt-Lieferant von billigstem Kredit-Geld zwecks Befeuerung der diversen Aktien- und Rohstoff-Märkte, fällt derzeit als Korrektiv, Geldmengen zu reduzieren, einfach aus. Zu schlimm ist die lokale Situation im Lande, dass man den Märkten Liquidität entziehen könnte. Wie groß sind die Schäden an der Infrastruktur, die über  die nächsten Jahre zu beseitigen sind: 300 Milliarden Dollar oder sogar noch mehr? Was wird am Ende die Sicherung des havarierten Kernkraft-Werks kosten – reichen dafür Beträge von hundert Milliarden Dollar aus. Wahrscheinlich nicht – und deshalb wird der Betreiber Tepco auch genauso staatlich übernommen werden müssen, wie seinerzeit die Commerzbank oder die HRE.

 

Der Mensch und nicht die Technik sind einfach die Unzulänglichkeiten unserer Zeit.

 

Die Bank of Japan (BoJ), bislang finanzpolitisches Übungsgelände der FED für die neuen Wunderwaffen der Papiergeld-Wirtschaftsordnung wird wohl für längere Zeit seine Pforten schließen müssen. Gut so, werden wohl viele sagen: Denn den Schaden, den dieses Politbüro an der Realwirtschaft hinterlassen hat, wird wohl selbst eine ganze Generation  von Vertretern eines ehrlichen Geldsystem nicht mehr imstande sein, zu kompensieren.

 

Heute musste man doch reagieren. Der Silber-Preis war im frühen asiatischen Markt nämlich auf bis zu $42 angestiegen. Erst am Freitag wurde die Marke von $40 überschritten. Das System drohte also durchzugehen – da musste die BoJ wohl entgegen der Weisung zur Rettung des eigenen Landes den Hofhund der FED spielen – also Liquiditäts-Abschöpfung und damit kontrollierte Deflation für die Märkte.

 

Das funktionierte dann schließlich, so dass sich das stark im Liquiditäts-Radar bewegende Silber von $42 auf unter $40 drehen ließ.

 

Auch Gold konnte sich – wie in solchen Fällen üblich allerdings nur mit einer verminderten Schlagkraft  - dieser Entwicklung nicht entziehen. Der A.M. Fix kam mit $1.469,50 (EUR 1.016,60) um ein Dollar niedriger als noch am Freitag zustande.

 

Auch am Nachmittag tat sich nicht viel, wie der P.M. Fix mit $1.468,00 (EUR 1.016,06) dokumentierte. Zum Schluss des heutigen Handels an der New Yorker COMEX ging es auf $1.467,40 um sechs Dollar zum Vergleich abwärts. Das erzeugt dann doch schon leichtere Schmerzen.

 

Aber das ganze Drückungs-System scheint nicht so stabil zu sein, wie viele das vielleicht erwarten würden: Denn im nachbörslichen Handel wurde Gold auf bis unter $1.460 gedrückt. Das Gold-Kartell muss derzeit wohl wirklich alle Tricks einsetzen, um überhaupt noch einen Erfolg verzeichnen zu können.

  

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.469,50

(€1.016,60)

$1.470,50

(€1.020,97)

- $1,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.468,00

(€1.016,06)

$1.469,50

(€1.017,73)

- $1,50

COMEX Schlusskurs

$1.467,40

NA

$1.473,40

NA

- $6,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$41,37

(€28,61)

$40,22

(€27,90)

+ $1,15

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.802,00

(€1.248,80)

$1.803,00

(€1.249,50)

+ $1,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$795,00

(€550,95)

$798,00

(€553,00)

- $3,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,0

74,9

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,6 %

3,6 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

20,8

20,8

unverändert

 

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