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Bericht für den 14. April 2011 Fractional-Reserve-Banking System
kaputt Zuerst einmal die
Definition des Fractional-Reserve-Banking Systems laut Wikipedia: Fractional-reserve banking is the banking practice in which
only a fraction of a bank's deposits are kept as reserves (cash and other highly liquid assets) available for withdrawal.
The bank lends out some or most of the deposited funds, while still allowing
all deposits to be withdrawn upon demand. When cash is deposited with a bank,
only a fraction is retained as reserves and the remainder can be loaned out (or
spent by the bank to buy securities). The money lent or spent in this way is
subsequently deposited with another bank, creating new deposits and enabling
new lending. The lending, re-depositing and re-lending of funds expands the money supply (cash and demand deposits) of
a country. Due to the prevalence of fractional reserve banking, the broad money supply of most countries is a
multiple larger than the amount of base money created by the country's central bank. This multiple (called the money multiplier) is determined by the reserve requirement or other financial ratio requirements imposed by
financial regulators, and by the excess reserves kept by commercial banks. Wir halten fest: Auf der
untersten Ebene des Fractional-Reserve-Banking Systems steht das Zentralbankgeld,
das entweder als Papiergeld (Geldmenge M0) oder als Einlagen-Konto der
kommerziellen Banken bei der Zentralbank bestehen kann. Auf dieses
Einlagen-Konto können die kommerziellen Banken jederzeit zugreifen und sich
Bargeld besorgen. Die Summe aus Bargeld und diesen Einlage-Konten bildet die
monetäre Basis. Innerhalb des
kommerziellen Bankensystems kann nun auf Basis des verfügbaren Zentralbankgelds
neues Geld in Form von Kreditgeld geschöpft werden. Die jeweilige Bank nimmt
beispielsweise eine Millionen Dollar Papiergeld als Anlage an, verleiht davon
aber wieder 950.000 Dollar an einen Schuldner. Dieser gibt die 950.000 Dollar
beispielsweise für die Finanzierung einer Immobilie aus und der Verkäufer legt
die 950.000 Dollar bei dieser Bank wieder an. Die Bank vergibt davon wieder
902,5 Millionen Dollar an einen weiteren Schuldner. Und so weiter. Die Bank hat
nun 1,95 Millionen Dollar an Verpflichtungen, aber nur 1 Millionen Dollar an
Bargeld eingenommen. Würden nun Anleger I (mit $1 Mio) und Anleger II (mit
$950k) ihre Forderungen an die Bank gleichzeitig ausbezahlt haben wollen, dann
hätte die Bank nur Liquidität von einer Millionen Dollar. Außerdem hat diese
Verleihungs-Praxis dazu geführt, dass aus einer Millionen Dollar
Zentralbankgeld (in Form von Papiergeld) nun 2,8525 Millionen Dollar Geld
entstanden sind – nämlich 1,8525 Millionen Dollar Kreditgeld. Die Geldmenge besteht
deshalb aus zwei wesentlichen Komponenten: Dem Zentralbankgeld, das jederzeit
verfügbar ist. Und dem Kreditgeld, das im Rahmen des Fractional-Reserve-Banking
Systems durch das kommerzielle Bankensystem geschaffen wird. Das Verhältnis von
Kreditgeld, das aus einer Menge Zentralbankgeld geschaffen werden kann, zu der
Zentralbank-Geldmenge selbst, nennt man Money Multiplier. Das obige Beispiel, bei
dem lediglich fünf Prozent der verliehenen Einlagen als Zentralbankgeld von der
Bank zurückbehalten werden (reserve requirements), erzeugt offensichtlich eine
weitaus größere Menge zusätzlichem Kreditgelds als die zugrunde liegende Zentralbankgeld-Menge.
Der Money Multiplier ist also wesentlich größer als Eins. Ein funktionierendes
kommerzielles Bankensystem setzt voraus, dass der Money Multiplier wesentlich
höher als Eins ist. Denn ansonsten kann die Kreditvergabe innerhalb des kommerziellen
Bankensystems nicht mehr funktionieren. Genau diese Situation
begegnet uns derzeit. Mit der Folge, dass das Fractional-Reserver-Banking
System kaputt ist und nur mit einer massiven Ausweitung des Zentralbank-Geldes
durch die Notenbank vor dem Kollaps bewahrt werden kann. Die Federal Bank of St.
Louis veröffentlicht in ihrem FRED-System (Federal Reserve Economic Data)
solche monetäre Größen, die über die Kreditvergabe und insbesondere dem Money
Multiplier im Fractional-Reserve-Banking System Auskunft geben. Daraus lassen
sich Entwicklungen erklären, die in der Diskussion an der Öffentlichkeit
oftmals ausgeblendet werden. Beispielsweise dass die Gefahr einer Deflation
durch Unwinding des Fractional-Reserve-Banking Systems noch nicht gebannt ist. Vielleicht sogar, dass
man nach Lehman Brothers im Herbst 2008 nun eine kontrollierte Sprengung eines
Staates – damals ging es um eine Geschäftsbank – vorbereitet. Das
Ziel: Eine Implosion des Kreditgeldes und damit eine massive Aufwertung des
Wertes von Zentralbankgeld zu bewirken. Mit dem Ziel, die
Rohstoffpreis-Inflation, die inzwischen systemgefährlich wird, zum Implodieren
zu bringen. Natürlich mit der Gefahr, die eine kontrollierte Pleite
Griechenlands mit sich bringen würde, dass die resultierende Deflations-Spirale
völlig außer Kontrolle gerät. Aber bei Lehman hat es seinerzeit ja auch noch
geklappt. Die Indizien lassen sich
aus verschiedenen monetären Größen, welche die St. Louis FED regelmäßig
veröffentlich, ableiten. Der M1 Money Multiplier ist nach der neusten
Veröffentlichung der St. Louis FED auf 0,77 Punkte gefallen – ein neuer
historischer Tiefstand ( siehe http://research.stlouisfed.org/fred2/series/MULT
). In einem normal funktionierenden Fractional Reserve Banking System sollte
dieser Multiplier weit oberhalb des Wertes Eins stehen, weil die monetäre Basis
(Bargeld beziehungsweise Geldmenge M0 plus Einlagen des Bankensystems bei der
FED) die Grundlage des Papiergeldsystems bilden und alle darauf aufsetzenden
Geldmengen-Aggregate (M1, M2 und schließlich M3) durch Geldmengen-Ausweitung
durch das Banken-Systems erzeugt werden. Der M1 Money Multiplier
ergibt sich aus dem Wachstum der Geldmenge M1 im Verhältnis zur Ausweitung der
monetären Basis (also Zentralbankgeld). Ist der M1 Money Multiplier nur 0,77,
dann heißt das, dass die FED ihre monetäre Basis um 1 Milliarden Dollar
erweitern muss, um einen Zuwachs der Geldmenge M1 – zu dieser gehört auch
die monetäre Basis als Anteil – um 770 Millionen Dollar zu ermöglichen. Das heißt, innerhalb der
Geldmenge M1 – Eigenkapitalgeld – kommt es zu beträchtlichen
Abflüssen. Dabei handelt es sich wohl um Unternehmen und Privatpersonen, die
Eigenkapitalgeld abziehen, um damit beispielsweise Verpflichtungen aus Krediten
zu erfüllen. Das ist eine gefährliche Entwicklung, weil sie im Prinzip nichts
anderes aussagt, als dass immer mehr Liquidität der Unternehmen und Privatpersonen
vernichtet wird. Sicherlich geht auch ein Teil dieses Geldes in Gold – so
paradox dies klingen mag: Die FED schützt mit dem Anstieg von M1 auch dien
weiteren Anstieg von Gold. Das widerspricht auch
der gängigen Meinung in den Wirtschaftsmedien, dass wir eine inflationäre
Entwicklung haben. Genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wenn die FED
nicht in großem Umfang Zentralbankgeld generieren würde, käme es zu einer
beispielslosen Deflation. Ein zweiter Indikator
ist die Entwicklung des Kreditgeld-Anteils der Geldmenge M2 ( Non-M1 Components
of M2, siehe http://research.stlouisfed.org/fred2/series/NONM1?cid=29
). Dieser Kreditgeld-Anteil wächst nur noch mit einer jährlichen Rate von 2,9
Prozent. Das sind sicherlich nicht Zahlen, die auf eine Hyperinflation
hindeuten. Keiner verschuldet sich neu: Trotz massiv geschaffenen Unterbau an
Zentralbankgeld und M1. Dagegen wächst die
Geldmenge M1 mit jährlich 13 Prozent ( siehe http://research.stlouisfed.org/fred2/series/M1?cid=25
). Nun könnte man aus dem Non-M1 Component of M2 (also dem Kreditgeld-Anteil
von M2) und dem Wachstum der Geldmenge M1 einen M2 Money Multiplier ermitteln.
Der wäre auf Basis dieser Zahlen nur noch 0,22 – müsste aber im
Fractional-Reserve-Banking System wesentlich über Eins stehen. Und nimmt man
nun noch den M1 Money Multiplier hinzu, dann erzeugen 1 Milliarden Dollar neues
Zentralbankgeld nur noch 170 Millionen Dollar neues Kreditgeld. Die monetäre Basis ( siehe
http://research.stlouisfed.org/fred2/series/BASE
) explodiert seit Januar 2011 förmlich mit
25 Prozent in drei Monaten. Die FED muss also in immer größer werdenden
Maße Geld drucken, um ein Kollaps des Kreditgeld-Systems zu vermeiden. Sie
steuert die Zentralbank-Geldmenge genau in diese Richtung. Nun kommen wir zu den
Nutznießern und den in Zukunft Geschlachteten dieser Entwicklung.
Zentralbankgeld kommt – es sei denn es liegt als Papiergeld bei den
Unternehmen und Privathaushalten – zuerst den Geschäftsbanken zugute.
Diese sind die Nutznießer der derzeitigen Entwicklung – müssen es aber
auch sein, wenn ein Teil des Kreditgeld als uneinbringbar verloren erklärt
werden muss. Die zweite Gruppe sind
die Besitzer von Eigenkapital-Geld. Mit dieser Geldmenge wird auch ein Großteil
des Investment-Goldes bezahlt. Diese Gruppe, wenn sie nicht über ihre Firmen
oder anders gehebelte Instrumente engagiert sind, ist vor einer deflationären
Spirale bestens geschützt. Kommen wir nun zu den
Verlierern: Den Haltern – direkt und indirekt – der Staatsanleihen
und Kredit-Papiere, die kräftig abwerten werden. Diese Gruppe wird einen
kräftigen Haircut verpasst bekommen. Bei Griechenland geschätzte 50 bis 70 Prozent.
Achtung Halter von gehebelten Rohstoff-Investments: Euch kann es genauso
schlimm treffen, wie seinerzeit im Jahr 2008. Hedged Eure Positionen –
das gilt auch für Silber-Investitionen, weil viel Kreditgeld in diesem Markt zu
stecken scheint. Am schlimmsten und am
schnellsten wird es die stark gehebelten Investoren treffen, die in Rohstoffe,
Aktien, Immobilien etc mit Massen von Kreditgeld investiert sind. Diese werden
in einer Massenpanik wegen Margin Calls alle ihre mühsam aufgebauten Positionen
im Austausch für Zentralbankgeld liquidieren müssen. Ein Großteil wird für das
Lebensende überschuldet das Dasein eines Schulsklaven zu spüren bekommen. Cash wird für einige
Monate King – obwohl auch nur durch Zentralbanken per Notenpresse
geschaffen. Die Frage derzeit ist nur, wie die Zentralbanken während einer
solchen Aktion das Gesamt-System am Leben erhalten werden können. Aber
wahrscheinlich haben sie schon einen Plan. Schließlich ist Griechenland ja
nicht nur klein, sondern auch reif für eine solche Aktion. Kommt es dagegen zu
einer unkontrollierbaren Kernschmelze, dann wird auch das Zentralbank-Geld auf
den Wert reduziert, was es wirklich Wert ist: Nämlich überhaupt nichts. Ein Update zu den Geschehnissen am
Gold-Markt erfolgt im nächsten Kommentar. Wichtige Marktdaten im Überblick
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