Bericht für den 21. April 2011

 

Ruhiger Handel vor Ostern

 

Derzeit schein es wichtigeres für die Zentralbanken und ihre Helfershelfer zu geben, als sich am Gold zu vergreifen. Der Euro steigt weiter, obwohl die Stimmen, die einen Bankrott Griechenlands als unvermeidliches Ereignis kommen sehen, immer zahlreicher werden.

 

Die Aktionen sind deshalb primär auf die Euro-Hebung gerichtet. Da der Euro diejenige Währung ist, die derzeit die höchsten Zinsen zahlt, strömt also frisches Kreditgeld vom Yen- beziehungsweise Dollar-Markt in den Euro. Das treibt Aktienkurse und die Rohstoff-Märkte.

 

Die nächsten Tage werden sowieso handelsarm sein, da der Goldhandel an der Londoner LMBA sowohl am Freitag als auch am Montag geschlossen sein wird. Das heißt ein physischer Handel wird über die offiziellen Märkte – ausgenommen sind natürlich die Schatten-Märkte – während der Osterzeit nicht stattfinden. Auch die New Yorker COMEX wird am Karfreitag nicht handeln. Erst am Montag wird der Handel wieder beginnen.

 

Von den asiatischen Märkten sind während dieser Zeit wohl wesentliche Preis-Signale nicht zu erwarten.

 

Sollte nichts Gravierendes passieren, dann wird mein nächster Bericht erst wieder am Dienstag erscheinen.

 

Die zwei wichtigen Nachrichten des heutigen Tages sind: Gold konnte sich oberhalb der Marke von $1.500 stabilisieren. Und Silber setzt seine massive Aufwärtsbewegung weiter fort. Zum Londoner Fixing konnte das weiße Metall 147 Cent, also 3,3 Prozent zulegen. Derzeit scheint es hier keine Partei zu geben, die dem Bullen die Stirn bieten können. Ich hatte ja schon vor geraumer Zeit die These in den Raum gestellt, dass das Gold-Kartell die Drückung des Silber-Preises aufgegeben hat. Bei dem engen Markt, der derzeitigen Flutung der Märkte mit Zentralbank-Geld und abgeleitetem spekulativen Kreditgeld, das über Devisen-Carry-Trades die Märkte überflutet, wagen sich wohl selbst JP Morgan & Co nicht mehr an dieses Metall. Derzeit sieht es also nach einem Durchmarsch aus, der eigentlich nur noch von einem deflationären Schock verhindert werden kann.

 

Ein solcher könnte ein kontrollierter Bankrott Griechenlands sein, wobei jener immer eine latente Gefahr für das europäische Banken- und Versicherungs-System darstellen würde.

 

Beim Gold kam es heute zu keinen merklichen Ausschlägen, außer dass die gestrige Drückung zum COMEX-Schluss unter die Marke von $1.500 heute wieder ausgemerzt wurde.

 

Der A.M. Fix kam mit $1.507,00 (EUR 1.028,95) nochmals um zwei Dollar höher als gestern zustande. Und auch der P.M. Fix zeigte mit einem 24-Stundengewinn von drei Dollar mit $1.504,00 (EUR 1.033,39) Stärke.

 

Mit $1.503,50 ging das gelbe Metall zum Schluss des COMEX-Handels mit einem Tagesgewinn von sechs Dollar in das verlängerte Oster-Wochenende.

 

Gewinn-Mitnehmen nach Erreichen dieser nach $1.000 Gold nächst wichtigen Marke sehen sicherlich anders aus.

 

Der US-Dollarindex (USDX) gab heute erneut mit 0,3 Zähler auf 74,1 Punkte nach. Das sind die Kosten der oben erwähnten Euro-Rettung. Mit weiterhin unverändert bei 3,4 Prozent tendierenden Real-Renditen bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen geht auch der Quotient aus beiden Werten mit 21,8 Punkten praktisch unverändert in die Feiertage.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.507,00

(€1.028,95)

$1.505,00

(€1.037,93)

+ $2,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.504,00

(€1.033,39)

$1.501,00

(€1.033,32)

+ $3,00

COMEX Schlusskurs

$1.503,50

NA

$1.497,50

NA

+ $6,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$46,26

(€31,65)

$44,79

(€30,84)

+ $1,47

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.812,00

(€1.243,20)

$1.804,00

(€1.241,55)

+ $8,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$765,00

(€524,85)

$759,00

(€522,35)

+ $6,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,1

74,4

- 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

3,4 %

3,4 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

21,8

21,9

- 0,1

 

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