Bericht für den 3. Mai 2011

 

Captive Capital = Destroyed Capital?

 

Die Warnungen in der Systempresse, wie es mit den Vorsorge-Aufwendungen weiter gehen wird, werden immer eindeutiger. Unter dem Titel Staatsanleihen sind Risiko für Altersversorge gerät nicht nur des Deutschen liebstes Kind, die Kapital-Lebensversicherung, unter den Hammer der Financial Times Deutschland (FTD). Auch die anderen privaten Vorsorge-Produkte werden de facto mit der gesetzlichen Rente in einen Topf geworfen.

 

So wirft der Bericht in der FTD vom 29. April die prinzipielle Frage auf: Mit Staatsanleihen fürs Alter vorsorgen? Und kommt im nächsten Satz auch gleich zum Ergebnis: Ein riskantes Unterfangen. Schließlich soll die Regierung schon die Rente zahlen.

 

Der Rentenanspruch ist vergleichbar mit einer sehr lange laufenden Staatsanleihe, bei der heute weder der Kupon noch die Höhe der Rückzahlung feststehen, wird ein Kapitalmarkt-Stratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch in dem Bericht zitiert.

 

Diesen Satz muss man sich mehrmals auf der Zunge zergehen lassen. Denn im Prinzip sagt er nichts anderes, als dass eine lang laufende Staatsanleihe den Konsum von heute befriedigt mit der Hoffnung, dass sich in Zukunft neue Anleger finden werden, die eine solche Anleihe zeichnen und damit den Konsum des heute Einzahlenden in der Zukunft sicherstellen sollen. Eine solche Anleihe kann und wird also niemals zurückgezahlt, sondern in der Hoffnung auf weitere Anleihezeichner immer wieder prolongiert – die Staatsanleihe, ein praktisch umlagefinanziertes Instrument, das die gleichen Prinzipien wie unser gesetzliches Rentenversicherungs-System nutzt. Wer die Propaganda der privaten Rentenversicherung glaubt, dass hier ein kapitalstockbasiertes System mit eingebauter Verzinsung im Vergleich zu der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente existieren würde, der wurde gründlich an der Nase herumgeführt.

 

Nun kann man natürlich die Frage stellen, warum wir ein System der privaten Rentenversicherung neben der gesetzlichen Rentenversicherung einführen, wenn die dahinterstehenden Methoden der Finanzierung im Prinzip das gleiche Instrument verwenden. Nun, diese Frage müssen wir Gerhard Schröder, Walter Riester, Bert Rürup und natürlich Carsten Maschmeyer stellen. Denn die entsprechenden Riester- und Rürup-Rentenpläne investieren – zwangsweise wie der Artikel in der FTD lobenswerterweise ausführt – in Staatsanleihen.

 

Auf der einen Seite war ein riesiger Batzen an Provisionen zu verteilen – gut für das Maschmeyersche Keiler-Imperium. Aber der Staat musste eine Möglichkeit suchen, seinen Finanzbedarf auch in Zukunft decken zu können. Da kam dieses Instrument der Zwangsfinanzierung durch die Hintertür gerade recht.

 

Denn der Staat schafft durch Zwangsauflagen an die Versicherer sich selbst einen exklusiven Absatzmarkt für seine Staatsanleihen. Emmerich Müller, Gesellschafter des Bankhauses Metzler wird in dem Bericht wie folgt zitiert: Der Staat schafft sich einen Zwangsabsatzmarkt mit moderater Enteignung. Denn diese Versicherer sind nicht frei, ihr investiertes Geld in Anlageformen wie beispielsweise Gold und Silber zu investieren. Auch Aktien und Private Equity Investments gelten als zu unsicher. Auf gut deutsch: Ein typisches Investment für den angeblich Sicherheit suchenden Michel.

 

Die privaten Vorsorgeprodukte für Otto-Normalschaf sind also nicht mehr als ein staatlich sanktionierter Betrug an den gutgläubigen Sparern. Da man die Beiträge zur gesetzlichen Rente nicht weiter erhöhen kann, schafft man so ein entsprechend verpacktes Zusatz-Produkt – mit den gleichen Mängeln wie die GRV.

 

Selbst die offizielle Schuldenquote der Bundesrepublik, die bei 76 Prozent des BIP liegt, wird in dem Bericht angezweifelt: Bei über 400 Prozent läge diese Quote, wenn man zukünftige Zahlungsversprechen des Staates beispielsweise für Pensionen einrechnen würde. Sind die deutschen Staatsanleihen noch viel unsicherer, als dies zugegeben wird?

 

Und dass das ganze System ein Schneeball-System sein muss, bei dem letztlich die Einzahler verlieren werden, ergibt sich aus der völlig unrealistischen Berechnung im Berichts, dass die Regierung rund 9 Prozent des Bruttoinlands-Produkts pro Jahr auf die hohe Kante legen müsste, um die zugesagten Zahlungen leisten zu können.

 

Dabei sei das sonst so hoch gelobte Land Deutschland noch wegen seiner Altersstruktur schlechter aufgestellt, als der Durchschnitt der EU-Länder, wo diese Quote 8,3 Prozent des BIP betrage.

 

Für Otto-Normalschaf verständlich ausgedrückt: Der Haircut, das heißt der prozentuale Anteil des vernichteten Geldes, in deutsche Staatsanleihen wird letztlich größer sein als im EU-Durchschnitt.

 

Griechenland, Irland und Portugal sind nur kleine Löcher in einem Damm, der zusammenbrechen muss. Der Großteil der Staumauer besteht aber aus Deutschland und ist ähnlich marode wie die derzeit im Fokus stehenden Länder.

 

Das auf diese Art und Weise gefangene Kapital ist bereits jetzt schon zerstört – es fehlt nur noch der Lebensmüde in Deutschland, der Otto Normalschaf diese Zusammenhänge erklären möchte. Aber wer möchte gerne als Überbringer einer schlechten Nachricht als erster an den Bäumen im Berliner Tiergarten hängend schmücken?

 

Leiten wir nun über zu dem Geschehen an den Edelmetall-Märkten.

 

Das Gold-Kartell braucht anscheinend den Rest des portugiesischen Goldes, um seine Drückungs-Maßnahmen fortsetzen zu können. Anders es ist nicht zu erklären, dass plötzlich neben den knapp 400 Tonnen ausgewiesenen Goldreserven Portugals das Märchen in der Systempresse lanciert wird, dass dieses Gold aus dem Deutschland der Zeit des National-Sozialismus stamme. Jetzt fehlt nur noch, dass es sich um geraubtes Juden-Gold handele. Schon hätten wir eine zweite Story wie damals in der Schweiz geschaffen, die sich bekanntermaßen von einem Großteil ihrer Goldreserven trennen musste.

 

Dabei dürfte ein Großteil des Goldes sowieso schon entweder dem IWF übereignet worden sein oder in Verwahrung der amerikanischen Freunde in den Kellern der New Yorker FED liegen. Wir wissen, dass dieses Gold also genauso weg ist wie die angeblich noch existierenden Vorräte der Bundesbank. Unsere Befreier wissen eben besser, was für Deutschland und auch den Rest der Welt gut ist.

 

Aber es scheinen wohl noch 100 bis 150 Tonnen realen Goldes unter portugiesischer Kontrolle zu stehen. Sonst müsste man nicht die Presse aktivieren. Und wenn die libyschen Rebellen, die als erste Handlung bereits eine Zentralbank gegründet haben, auch noch unter Kontrolle eines Teils des libyschen Goldschatzes kämen (derjenige, den das Gaddafi-Regime nicht seinen Geschäftspartnern in London zur Verwahrung überlassen hatte), dann ließe sich für einige Monate wohl noch gut der Preis drücken.

 

Und dem Banken-Kartell geht es bekanntermaßen um jeden Monat, welchen es überleben darf. Es wäre doch ärgerlich, wenn der spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkriegs untergehende Stern der bislang allmächtigen Rothschild-Dynastie, die über ein Jahrhundert Revolutionen und Kriege finanziert und angezettelt hatte, nun auch die Nachfolger-Organisationen der Banker-Welt infizieren würde.

 

Der heutige Handel verlief trotz der massiven Versuche des Gold-Kartells, den Goldpreis signifikant zu drücken, relativ ruhig. Der A.M. Fix war zwar nach zwei Tagen von Abstinenz am Londoner Handel mit $1.546,50 (EUR 1.045,22) zehn Dollar niedriger als der gestrige COMEX-Schlusskurs. Aber das ist kein Wunder – fühlt sich das Gold-Kartell im physischen Londoner Handel bereits wegen Libyen und Portugal besonders stark und verkauft wohl leer einen Teil derer Gold-Reserven.

 

Auch zu dem P.M. Fix mit $1.540,25 (EUR 1.038,95) und zum New Yorker COMEX-Schluss bei $1.540,00 (EUR 1.038,42) stand das gelbe Metall unter Druck. Mit Minus $18 im Vergleich zu gestern scheinen die Aktionen des Gold-Kartells endlich Wirkung zu entfalten. Ich bin gespannt, was die letztendlich an Gold liefern können.

 

Was man im Laufe des normalen Handels in London und an der COMEX nicht erreichen konnte, das muss man nun eben im New Yorker Access Handel versuchen – das dachte sich heute das Gold-Kartell: Nach Schluss der COMEX wurde Gold im Access Handel um mehr als zehn Dollar gedrückt.

 

Man muss nun einfach knallhart reagieren – einen zweiten Osama bin Laden kann man als Begründung nicht aus dem Hut zaubern.

 

Silber musste heute besonders leiden und steht gegen 20:15 Uhr MEZ nur noch bei $41,60. Vielleicht hilft das, um eine Reihe von Elliott-Wellen-Idioten aus ihren Positionen zu treiben. Diese spekulativ agierenden Elemente sind sowieso mehr ein Hindernis für einen nachhaltigen Anstieg als ein echter Preisimpuls-Geber.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.546,50

(€1.045,22)

Bank Holiday

 

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.540,25

(€1.038,95)

Bank Holiday

 

COMEX Schlusskurs

$1.540,00

(€1.038,42)

$1.557,70

(€1.047,40)

- $17,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$43,61

(€29,49)

Bank Holiday

 

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.858,00

(€1.255,00)

Bank Holiday

 

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$775,00

(€523,45)

Bank Holiday

 

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

73,1

72,9

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,3 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

22,1

22,1

unverändert

 

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