|
Bericht für den 9. Mai 2011 Wer einmal rettet, rettet immer,
... bis er selbst nicht mehr
zu retten ist. So oder ähnlich könnte
man die Situation beschreiben, in der sich die Bundesrepublik Deutschland im
Allgemeinen und Angela Merkel nebst dem bösen Rollstuhlfahrer im Besonderen
befindet. Das scheinen die
Griechen verstanden zu haben und üben deshalb entsprechend Druck auf den
Haupt-Gläubiger aus: Entweder mehr Kohle, niedrigere Zinsen und weniger strenge
Sparanstrengungen, oder wir machen einen Schuldenschnitt oder treten sogar aus
dem Euro aus. Das hätte die
Bundesregierung auch gleich ahnen können. Selbst Teile der Systempresse sehen inzwischen
ein, dass es wohl wesentlich günstiger gewesen wäre, Griechenland in den
Staats-Bankrott laufen zu lassen und die eigenen Banken mit weiteren Steuergeldern
zu stützen, anstatt Griechenland mit frischem Geld zu versorgen. Das wäre zwar
das sprichwörtliche Ende mit Schrecken – aber derzeit erleben wir ein
Schrecken ohne Ende. Und die Situation wird von Woche zu Woche, von Monat zu
Monat aussichtsloser. Immer mehr frisches Geld muss in das Land am Südostende des Euro-Raums gepumpt werden, damit ein
Ereignis, das eigentlich nicht abwendbar ist, herausgezögert werden kann: Die
Staatspleite Griechenlands nebst eines mächtigen Haircuts
für die Anleger und der Austritt des Landes aus dem Euro-Raum. Ich frage mich, was es
Deutschland gesamtvolkswirtschaftlich helfen soll, wenn das Land zwar auf der
einen Seite große Exportüberschüsse erzielt. Die aber auf der anderen Seite per
Kredit von deutscher Seite für diejenigen Länder bezahlt werden, die sowieso
praktisch zahlungsunfähig sind. Nun, es scheint so, als
wenn die Bundesregierung nur im Interesse der deutschen Großindustrie agieren
würde, welche von internationalen Investoren beherrscht wird. Und deren
Interesse ist es, möglichst viele Waren zu produzieren und (im Ausland)
abzusetzen. Der deutsche Steuermichel übernimmt gleichzeitig das immer größer
werdende Risiko des Zahlungsausfalls – er ist praktisch der Bürge für die
Kredite, welche die Bundesregierung zwecks Rettung des Euros und damit des
künstlich geschaffenen Export-Weltmeisters leichtfertig vergibt. Und
partizipiert der fleißige Michel an den Exporterfolgen beispielsweise durch ein
höheres Gehalt: Mitnichten, denn unsere Globalisierungs-Politiker öffnen den
deutschen Arbeitsmarkt für immer mehr Konkurrenten aus dem Ausland, welche die
Löhne und Gehälter unter Druck halten. Ein Wirtschaftsaufschwung, der bei den
Bürgern nicht ankommt: Hatten wir diese Situation nicht bereits schon vor der
Finanz-Krise. Sind Merkel und der böse
Rollstuhlfahrer nur Marionetten dieser internationalen Investoren, die ein
nicht gesundes Geschäftsmodell möglichst lange aufrechterhalten wollen? Es hat den Anschein,
denn nachdem der Steuerzahler die Kosten und Bürgschaften für die Rettung der
Banken-Herrenrasse und ihrer Bonuszahlungen bereits übernommen hat, werden ihn
jetzt noch die Kosten für die Rettung internationaler Investoren übergebraten.
Stecken da vielleicht dieselben Banken beziehungsweise globalen
Finanz-Interessen drin? Jedenfalls hat diese
Gruppe einen starken Einfluss auf die System-Presse – wenn sie diese
nicht sogar beherrscht. Von der Financial Times und ihrem deutschen Ableger FTD
(dort hieß der entsprechende Pro-Rettungsartikel heute Pro und Kontra einer Griechenland-Umschuldung)
wissen wir das ja bereits. Nun lässt sich auch der SPIEGEL für die Interessen
der Banker instrumentalisieren. Unter dem Titel Deutschlands dreifacher Griechen-Schlamassel wird
Stimmung für eine erneute Rettung Griechenlands gemacht. Tenor: Sonst würden
Verluste für deutsche Banken, den deutschen Staat (über direkte Zahlungen und
Zahlungen über den IWF) und die EZB (Deutschland hätte den größten Anteil zu
schultern) auftauchen. Man behauptet, die USA hätten sich nach dem Zweiten
Weltkrieg auch aus ihrer damaligen Schulden-Misere befreien können –
Tenor: lasst es uns mit Griechenland deshalb auch noch einmal versuchen. Die Argumente der Banken-Propagada-Presse werden immer unverschämter. Eine USA
hat nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem US-Dollar das Britische Pfund als
Weltleitwährung abgelöst, besaß zum damaligen Zeitpunkt den Großteil der
Welt-Goldreserven und der Krieg
hat sich auch wirtschaftlich durch gestohlene Patente und dem Wiederaufbau der
Welt gelohnt. Kein Wunder, dass die US-Wirtschaft nach 1945 florierte und die
Überschüsse zum Abbau von Schulden verwendet werden konnten. Aber Griechenland von
heute mit den USA von 1945 zu vergleichen: Das passt vorne und hinten nicht. Wer das noch glaubt,
leidet wohl unter fortgeschrittener Debilität. An den Rohstoff-Märkten
kam es heute zu einer ausgedehnten Erholung. Insbesondere US-Leichtöl (WTI)
konnte heute wieder sechs Dollar auf $103 zulegen. Silber befestigte sich um
zwei Dollar auf knapp $38 – da steht ja noch nach dem Blutbad der
vergangenen Woche eine kräftige Erholung an. Auch Gold konnte im
Tagesverlauf die Marke von $1.500 nach oben durchbrechen. Bis auf einen
Drückungsversuch zu Anfang des Handels an der New Yorker COMEX war dieses
Kursniveau heute nicht in Gefahr. Der wegen der
Griechenland-Krise unter Beobachtung der Märkte stehende Euro half dem
US-Dollarindex (USDX) zu einem weiteren Anstieg um 0,4 Punkte auf 75,0. Den
Verfall des Euros konnte man nach verfolgen, in dem man den Londoner A.M. Fix
mit $1.505,00 (EUR 1.044,85) mit dem P.M. Fix bei $1.502,00 (EUR 1.051,16) in
Relation setzte. Denn während der Dollarkurs von Gold stagnierte, stieg
Euro-Gold um über sechs Euro an. Zum Handelsschluss an
der COMEX stand Gold mit $1.503,10 (EUR 1.050,71) um zwölf Dollar und vierzehn
Euro höher als noch am letzten Freitag. Wahrscheinlich werden diese Woche die
Euro-Goldbesitzer auf ihre Kosten kommen – von den historischen
Höchstständen bei Euro-Gold sind wir nur noch etwas mehr als zwanzig Euro
entfernt. Im New Yorker Access
Handel stieg Gold weiter und steht gegen 22:15 Uhr MEZ bei knapp $1.515. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||