Bericht für den 10. Mai 2011

 

Respekt vor der Analyse-Fähigkeit finnischer Politiker

 

Das Wall Street Journal hat am 9. Mai 2011 dem Vorsitzenden der erst neulich bei den Wahlen durchaus erfolgreichen Partei Die Wahren Finnen, Timo Soini, unter dem Titel Why I Don’t Support Europe’s Bailouts eine eigene Kolumne gewidmet.

 

Wir wollen einmal den Aspekt außer Acht lassen, warum gerade ein nordamerikanisches Börsenblatt als Transmissions-Plattform dafür verwendet werden soll, dem internationalen Banken-Kartell zu schaden.

 

Widmen wir uns also dem Bericht zu. Vorweg: Den Sachverstand und die Analysefähigkeiten dieses Politikers kann man wirklich nur lobend erwähnen: Kein Wunder, dass Finnland im PISA-Vergleich an führender Stelle steht. So stellt Herr Soini in dem Bericht fest (Anmerkung – meine Übersetzung mit entsprechender Eindeutschung): Es ist nicht Otto-Normalverbraucher, der einen Vorteil (an den Euro-Rettungsmaßnahmen) hat. Er wird nämlich gleichzeitig gemolken und angelogen, nur damit das bankrotte System weiterleben darf. Im Gegenzug dafür wird er schlechter entlohnt und mit höheren Steuern belastet, nur um sein Geld zur Aufrechterhaltung eines monströsen Schneeball-Systems beizusteuern. Parallel dazu haben Politiker und Banker eine Symbiose gebildet, in welcher unsere politischen Eliten den Bürgern immer höhere Schulden aufbürden, damit die Banken die Zinsen als Tribut für ihre Ausleihungen an die Staaten erhalten können. Die Banken bedanken sich für diese Gefälligkeit dadurch, indem sie dafür sorgen, dass sich unsere Regierungen weiterhin (noch höher) verschulden können.

 

Wie lange schon beten Kommentatoren wie Walter Eichelburg und auch ich über Jahre hinweg diese Thesen wie eine tibetanische Gebetsmühle den interessierten Lesern vor: Bis auf eine kleine Community mit mäßigem Erfolg. Dabei ist es vollkommen belanglos, von welcher Seite man das Problem beleuchtet – der zündende Funke will einfach bei einem Großteil der Bevölkerung nicht überspringen. Das Thema ist im Prinzip gar nicht so schwer zu erfassen – aber ein Großteil der Bevölkerung blendet es einfach für sich aus und erklärt sich für inkompetent.

 

Die Weisheit der Drei Affen von Nikkö: Nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen.

 

Christian Vartian schreibt in seinem aktuellen Hart Asset Makro: ... wer das auch diese Woche nicht verstanden hat, versteht es wohl nie mehr. Dieser Einschätzung kann ich mich voll und ganz anschließen, was die Euro-Rettung betrifft. Was muss noch alles passieren, damit der letzte Depp im Lande kapiert, dass die Euro-Rettung allen möglichen Interessens-Gruppen nützt – nur dem normalen Bürger kräftig schadet.

 

Dieser finnische Politiker versteht es: Er erkennt, dass die wahren Adressaten der Rettung die Banken sind, die auf der einen Seite durch die Kredite an Staaten einen immer größeren Anteil der Steuereinnahmen für sich beanspruchen. Aber die auf der anderen Seite den Pfand für ihren faustischen Vertrag mit den Politikern mit Erpressung einfordern: Entweder, Du zahlst, oder Dein gesamtes System der staatlichen Alimentierung von Wählerschichten auf Kredit wird einstürzen – damit wäre Dir der grenzenlose Zorn der nun mittellos Gewordenen zuteil.

 

Man muss es einfach so drastisch ausdrücken: Die Politiker haben einen Pakt mit dem Teufel – in weltlicher Verkörperung des Banken-Systems – geschlossen, der ihnen anfangs allerhand Vorteile gebracht hatte. Seit 2008 ist Zahltag und das teuflische System fordert nun seine Menschenopfer: In Form der treu glaubenden deutschen Steuerzahler beispielsweise.

 

Hand aufs Herz: Welchen deutschen Politiker, Experten und Wirtschaftsweisen haben Sie die letzten drei Jahre gehört, gesehen oder gelesen, der unser Papiergeld-System in aller Öffentlichkeit als Schneeball-System bezeichnet hat. Garantiert keinen.

 

Dabei hat auch hier dieser finnische Politiker den Nagel auf den Kopf getroffen.

 

Wir wollen jedoch keine Menschen-Opfer des Banken-Teufels werden. Je früher die Politiker-Kaste durch mutige Individuen wie Timo Soini von den Wahren Finnen ausgetauscht wird, desto früher können wir uns der Bekämpfung des wirklichen Feindes der Menschheit widmen: Der selbsternannten Herrenrasse der Banker.

 

Die Edelmetall-Erholung setzte sich heute fort. Neben den unten stehenden Marktdaten ist im Prinzip nichts Signifikantes zu berichten.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.517,25

(€1.056,51)

$1.505,00

(€1.044,85)

+ $12,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.513,50

(€1.054,56)

$1.502,00

(€1.051,16)

+ $11,50

COMEX Schlusskurs

$1.516,60

NA

$1.503,10

(€1.050,71)

+ $13,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$38,40

(€26,78)

$38,00

(€26,41)

+ $0,40

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.793,00

(€1.247,30)

$1.791,00

(€1.249,85)

+ $2,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$733,00

(€509,90)

$726,00

(€506,65)

+ $7,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,6

75,0

- 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

3,2 %

3,2 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

23,3

23,4

- 0,1

 

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