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Bericht für den 11. Mai 2011 Euro-Krise und Silber mögen sich
nicht Hat denn ein
Preiseinbruch beim Silber von über 30 Prozent innerhalb der letzten Woche nicht
ausgereicht, die letzten Kredit-Spekulanten und Margin-Trader für die nächsten Monate aus ihren
Silber-Positionen zu werfen? Man hat den Anschein, dass dies nicht der Fall
gewesen ist – ansonsten könnte ich es mir nicht erklären, dass Silber von
einem Niveau unter $35 heute bereits auf über $39 angestiegen ist. Um dann
wieder bis auf $35 zu fallen. Ebenso ging es dem
US-Leichtöl (WTI), das die Woche mit $98 begann und heute im Laufe des Tages
auf $104,50 stieg, um dann plötzlich wieder in Richtung der Marke von $98
abzustürzen. Silber stand zum COMEX-Schluss bei $35,41 – ein Tagesminus von $3,07
oder 8,0 Prozent. US-Leichtöl gab heute $4,30 oder 4,1 Prozent nach. Der Freund
der Rohstoffe – der Euro – ist heute nämlich um 1,5 Prozent
eingebrochen. Die Euro-Krise scheint also für alle sichtbar nun auch die
Devisen-Märkte erreicht zu haben. Euro-Krise und Rohstoffe
– das ist eine Situation, die überhaupt nicht behagt. Wie alle anderen
deflationären Szenarien sich erst einmal negativ auf die Märkte auswirken. Auch
auf die liquiditäts- und kreditgetriebenen Aktien-Märkte: Der Dow Jones stand 45
Minuten vor Handelsschluss mit 160 Punkten im Minus. Es gibt dabei natürlich
Unterschiede. Werfen wir einmal einen
Blick auf das Gold. Das gelbe Metall stieg heute in der Spitze auf $1.525 an
und wurde knapp unter die Marke von $1.500 gedrückt. Zum COMEX-Schluss
stand Gold bei $1.501,50 (EUR 1.056,77) – ein
Tagesminus von $15 oder 1,0 Prozent. Da der Euro allerdings schneller gegenüber
dem Dollar fiel als das Gold, konnten Euro-Goldbesitzer heute sogar einen
Gewinn von 0,5 Prozent verbuchen. Ein Großteil der
abfällig Gold Bugs genannten Community scheint die
letzten Monate zum Silber übergelaufen zu sein. Weil dort die Renditen größer
sind – und schließlich ist Silber wie Gold ja auch ein Edelmetall, das
nicht Pleite gehen kann. Das ist schon richtig.
Aber genauso richtig ist es, dass in diesem Markt viel mehr mit Kreditgeld und Margins gearbeitet wird als beim Gold. Das ist nämlich
größtenteils schuldenfrei bezahlt und ziert entweder als Schmuck indische
Frauen – oder es lagert als Münzen und Barren bei den Gold-Investoren in
Schließfächern und Tresoren. Was wird erst passieren,
wenn der Euro wegen eines wirklichen Griechenland-Austritts nebst
Schuldenschnitt unter noch viel größeren Druck geraten wird. Es ist ja nicht
so, dass ich nicht vor dieser Gefahr gewarnt habe – beispielsweise in
meinem Bericht vom 14. April, wo ich folgendes
schrieb: Achtung Halter von gehebelten
Rohstoff-Investments: Euch kann es genauso schlimm treffen, wie seinerzeit im
Jahr 2008. Hedged Eure Positionen – das gilt
auch für Silber-Investitionen, weil viel Kreditgeld in diesem Markt zu stecken
scheint. Zu dem Zeitpunkt stand Silber oberhalb von $42. Wie geht es nun weiter?
Silber und US-Leichtöl scheinen nun zum zweiten Mal ihren Tiefpunkt erreicht zu
haben. Ob es auf diesem Niveau weiter abwärts geht, hängt von dem weiteren Schicksal
des Euros ab. Bislang haben die Rettungs-Aktionen die Märkte immer wieder
beruhigen können. Aber die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen –
und werden vor allen Dingen heftiger. Ich möchte mir nicht
vorstellen was passiert, wenn die riesigen Geldmengen, die mangels Marktgröße
vom US-Dollarraum in den Euro verschoben wurden, nun
panikartig ihr Heil im US-Dollar suchen. Wichtige Marktdaten im Überblick
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