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Bericht für den 13. Mai 2011 Waldorf-Schüler an die Euro-Front Woran kann man erkennen,
dass die Europäische Union im Allgemeinen und der Euro im Besonderen am Ende
ist? Nun, zu dessen Rettung werden jetzt die letzten verfügbaren Kräfte in eine
aussichtslose Schlacht geschickt. DER SPIEGEL und die
FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND gehören zu den Sammelbewegungen, in denen der
Euro-Volkssturm organisiert wird. Während die regulären Truppen um einen
Hans-Olaf Henkel (Wirtschaft) und einen Hans-Werner Sinn (IFO-Institut) längst
ins Lager der Euro-Gegner desertiert sind, ein Axel Weber und Horst Köhler sich
in den sicheren Bunker verschanzt haben und sogar die oberste Heeresführung bei
der Bauindustrie Unterschlupf fand, versuchen hoffnungslos ungebildete
Lohnschreiberlinge und System-Huren, der Europäischen Wochenschau die
Kriegserfolge an der Euro-Front zu vermitteln. Der Endsieg – sorry ich meine natürlich der Gedanke einer gemeinsamen
Wirtschafts- und Finanzunion mit einem riesigen Transfersystem – wird
umso stärker betont, je mehr der Euro bei den Bürgern und Investoren an Halt
verliert. Die diversen
Wunderwaffen wie Europäischer Rettungsfond und welche Phantasie-Namen diese
Gebilde auch noch haben mögen, konnten nicht verhindern, dass die Südostflanke
von bolschewistischen Steppenhorden überrannt wurde. Diese feindlichen Elemente
bedrohen die Grundlage unseres Systems – das ungezügelte Leben auf
Kredit. Die Kredit-Würdigkeit
Deutschlands wird auch an der Akropolis verteidigt. Einer dieser
Euro-Volksstürmer ist Christian Teevs, der bei der Abteilung
Volksaufklärung bei SPIEGEL ONLINE unter Vertrag steht. In seinem heutigen
Frontbericht unter dem Titel Die fünf größten Irrtümer der Euro-Gegner nimmt
er sich die Argumente seiner Gegner zur Brust. Ich sehe schon, wie die vor
diesem geballten Wattebausch-Beschuss zittern werden. Erste Methode: Die BILD-Zeitung erwähnen. Denn alles, was diese Zeitung
schreibt, kann eigentlich nur falsch sein. Wir schimpfen auf diese Zeitung und
freuen uns darüber, wie intellektuell gebildet wir eigentlich sind. Zweite Methode: Die
Gerechtigkeits-Lüge. Während in Deutschland die Wirtschaftsleistung 30.000 Euro
pro Jahr beträgt, bringt es Griechenland lediglich auf 20.000 Euro. Wir zünden
eine Kerze für Griechenland an – und streben nach Euro-Gerechtigkeit: Deutschland
25.000 Euro und Griechenland 25.000 Euro. Dass in Griechenland nur wenige
produktiv arbeiten, ignorieren wir bewusst – Dogmatik steht eben über
Realität. Dritte Methode: Den
unschuldig in Kreditsklaventum gefangenen Griechen kräftig bedauern – wir
zünden die zweite Kerze an und singen eine Lied, um dem Griechen unsere
Solidarität zu versichern. Übrigens Ouzu trinken ist
bei uns natürlich verpönt – wir wollen ja schließlich die Wirkung der
weichen Drogen in vollen Zügen genießen wollen. Damit wir, endlich als
Erwachsene das Friedmannsche weiße Pulver in vollen Zügen durch die Nase ziehen
können (die Jungen, die unter den Mädchen zu stark leiden mussten, können es
jetzt den osteuropäischen Prostituierten nun einmal richtig zeigen). Vierte Methode: Wir sind
freundlich zu unserem Staat – weil er ist auch freundlich zu uns. Man
kann doch schließlich nicht die armen Leute in den staatlichen Landesbanken in
das raue Klima des Arbeitsmarktes entlassen. Mit Wachsmalstiften zeichnen wir
eine Bank mit freundlichen Menschen. Erneut zünden wir eine Kerze zum Gedenken
an die armen Banker an, die doch so schwer unter dieser Krise zu leiden haben.
Als wir die Frage stellten, warum die einen Porsche Carrera fahren und wir
eigentlich nicht, mussten wir drei Tage in einem Erdloch ausharren –
schließlich endet Toleranz und Demokratie an der Stelle, wo man deren
Protagonisten kritisiert. Fünfte Methode: Jede
Niederlage wird zum Sieg umgedeutet – außerdem lernen wir aus unseren
Fehlern. Wenn Deutschland Waren an Griechenland schickt und dafür nur mit dem
Gläubiger-Status belohnt wird, dann nützt der Euro natürlich Deutschland und
nicht Griechenland. Denn alle Munition, die wir erfolglos auf den Feind
verschießen, kann nicht mehr gegen uns verwandt werden. Wir fassen uns gemeinsam
an die Hände und singen ein Lied zum Hochpreisen des Euros: kampferprobt und
doch erfolglos. Sechste Methode: Die
Niederlage nicht zugeben wollen, das Böse aufzeigen, wenn der Gegner siegen
sollte – bis zum Endsieg kämpfen wollen. Wir verdammen das Böse auf der
Welt und singen ein Lied für den Weltfrieden. Und auch wenn es den Steuerzahler
zweifellos etwas kosten werde, Griechenland zu retten – dies sei allemal
billiger als ein panikartiger Ausstieg aus dem Euro, schreibt zumindest Euro-Volkssturm-Soldat
Christian Teevs. Wie tief ist der SPIEGEL
bereits gesunken, dass Autoren, die wie Waldorf-Schüler denken und
argumentieren, als die letzten Bollwerke gegen den drohenden Euro-Untergang
präsentiert werden müssen. Von den weichen
Bildungs-Krüppeln leiten wir nun zu den harten Edelmetall-Märkten über. Dort
herrscht nämlich alles andere als Harmonie. Zumindest die Silber-Investoren
haben dem Gold-Kartell heute gezeigt, dass sie einen zweiten Angriff auf den
Preis ihres Metalls nicht mehr zulassen werden. Damit zeichnet sich ein
taktisches Double-Bottom ab, was wohl viele
Investoren als Zeichen eines Wiedereinstiegs in den Silber-Markt interpretieren
wollen. Bei Gold war man heute
mit seiner Drückungs-Aktion noch erfolgreich. Denn das gelbe Metall wurde zum COMEX-Schluss auf $1.494,20 (EUR 1.058,89) um $13 gedrückt.
Allerdings nur, weil der Euro entsprechend nachgeben musste. So verblieb für
die Euro-Goldbesitzer ein Plus von zwei Euro. Aber die Marke von $1.500 konnte
zum Wochenschluss nicht gehalten werden – Champagner für die
Banker-Herrenrasse (das muss wohl standesgemäß ein Dom Perignon
Vintage-Jahrgang sein – der normale
Champagner-Fusel der Eichelburg-Jünger ist ja keinem Banker zumutbar). Im Prinzip lief es bis
zum Euro-Sturz am späten Nachmittag eigentlich gut für Gold. Der A.M. Fix mit
$1.511,00 (EUR 1.057,09) kam $23 höher als gestern zur Drückungszeit zustande.
Und auch der P.M. Fix war mit $1.505,75 (EUR 1.058,15) $16 stabiler als vor 24
Stunden. Wichtige Marktdaten im Überblick
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