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Bericht für den 26. Mai 2011 G8-Gipfellaien Heute hat der G8-Gipfel
im französischen Deauville begonnen. Ein Haupt-Thema
wird sicherlich neben der Griechenland- und Euro-Krise auch die Besetzung des
Chef-Postens des Internationalen Währungsfonds (IWF) sein. Dessen bisheriger
Chef Dominique Strauss-Kahn (DSK) musste ja bekanntlich wegen seiner
Vergewaltigungs-Vorwürfe von seinem Amt zurücktreten – und wurde danach
prompt auf Kaution entlassen. Dass diese Themen
zusammen gehören, kann man aus folgender Meldung des Düsseldorfer Handelsblatts
herleiten. Unter dem Titel Juncker: EU muss für IWF-Kredite einspringen
stellt der Luxemburger fest, dass die Auszahlung
vom IWF am 29.Juni (Anmerkung: es geht um die nächste Tranche an
Hilfszahlungen für Griechenland) nicht operativ
gestaltet werden kann. Soll heißen: Mit dem Verlust von DSK an der
IWF-Spitze ist der Geldfluss in Richtung Europa erst einmal versiegt. Aber der Regierungs-Chef
aus Luxemburg, welches seit der gemeinsamen europäischen Währung das Bruttoinlands-Produkt
seines Landes pro Kopf viel stärker steigern konnte, als die anderen Länder
inklusiv der als Konkurrenz-Finanzstandort auftretenden Schweiz, wird konkret,
woher das Geld dann kommen sollte: ... ist die
Erwartung des IWF (Anmerkung: nicht des IWF, sondern von Juncker), dass dann die
Europäer an die Stelle des IWF treten müssen und den Ausfall des
IWF-Finanzierungsanteils auf ihre Kappe nehmen müssen. Man kann den Aufstieg
Luxemburgs nach der Euro-Einführung gut an der folgenden Graphik nachvollziehen,
die beginnend mit dem Jahr 1980 die Entwicklung des Bruttoinlands-Produkts
verschiedener Länder in US-Dollar pro Einwohner miteinander vergleicht. Ab dem
Jahr 2002 hängt Luxemburg ($50.800) selbst die bislang so dynamische Schweiz
($38.300) ab. Im Jahr 2011 steht das BIP pro Einwohner in Luxemburg bei
$121.000, die Schweiz bringt es nur noch auf $75,800. Deutschland steht schwer
abgeschlagen bei $43.200 um den Faktor 2,8 schlechter da als die Heimat von Juncker. (Anmerkung für diejenigen, bei denen der Link nicht
zu funktionieren scheint: Man muss sich bei GOOGLE erst einmal Einloggen) Frankreich, Deutschland,
die Vereinigten Staaten und Großbritannien spielen in dieser Graphik in etwa in
der gleichen Liga. Für Luxemburg ist der Euro eine Cash Cow,
ohne die dieser Zwergstaat wohl in eine schwere Depression geraten würde.
Interessant ist auch, dass das angeblich so starke Deutschland sich gar nicht
von Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten unterscheidet. Wer Deutschland zum
alleinigen Nutznießer des Euros stilisiert, der wird durch diese Statistiken
des IWF eines Besseren belehrt. Das ist reine Propaganda, da nicht allein die
Stärke der Exportwirtschaft für die Gesamt-Wirtschaftsleistung entscheidend
ist, sondern die Summe aus Binnen- und Exportwirtschaft nebst Dienstleistungen. Eigentlich ist es noch
viel schlimmer – denn Deutschland exportiert einen Teil seiner Erlöse als
Kapital-Transfers ins Ausland. Ein Teil der deutschen Wirtschaftsleistung wird
somit nicht von den Deutschen konsumiert, sondern von Griechen, Spaniern,
Italienern und anderen Ländern, in welche deutsches Kapital als Kredite fließt.
Diese Kredite sind ja bekanntlich – obwohl dies immer noch nicht
offiziell eingestanden wird – verloren, weil dieser Teil der deutschen
Wirtschaftsleistung von den PIIGS konsumiert wurde. Bezogen auf den
Handelblatt-Bericht lautet die Schlussfolgerung (einmal wieder): Deutschland
muss wohl nun wieder auch noch die ausfallenden Zahlungen des IWF leisten. Bei
unserem volksverräterischen Merkel-Regime sollte das kein Problem darstellen.
Schließlich steht der böse Rollstuhl-Fahrer nicht nur unter Juncker-Hypnose,
sondern will mit dem DSK-Verschnitt
Christine Lagarde einen neuen spendablen IWF-Chef im Amt sehen. Dass selbst Juncker und der IWF nicht mehr an die Zahlungsfähigkeit
glauben, kann man der folgenden Aussage Junckers, die
im Handelsblatt zitiert wird, entnehmen: Die
Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert Juncker weiter
mit den Worten: "Es gibt bestimmte IWF-Regeln. Und eine dieser Regeln besagt,
dass der IWF nur aktiv werden kann, wenn für die nächsten zwölf Monate eine
Refinanzierungsgarantie gegeben ist. Ich glaube nicht, dass die Troika zu dem
Schluss kommen wird, dass diese gegeben ist." Auf gut Deutsch: Wir
zögern mit weiteren Zahlungen nur einfach den Zeitpunkt hinaus, wann
Griechenland endgültig Pleite anmelden muss. Eigentlich sind sie aber bereits
jetzt am Ende. Wenn man bedenkt, dass
von den acht G8-Nationen vier (4) aus der EU kommen – und von diesen drei
(3) den Euro als gemeinsame Währung besitzen, dann kann man eigentlich nur von
einem Laien-Schauspiel sprechen. Wobei die Steuerzahler dieser Länder nicht
einfach die Vorstellung verlassen können und unsere Laien-Schauspielen ausbuhen
können, sondern zum Ende dieses Schauspiel mit massiven zusätzlichen Lasten
verlassen. Aber auch der G8-Staat
Japan hat mit Tepco ein Anrecht auf den diesjährigen
G8-Gipfellaien-Preis. Wohin dieses Land in Zukunft segelt, nachdem die dortige
Berichterstattung immer katastrophalere Auswirkungen der Atom-Katastrophe ans
Licht bringt, kann man nur pessimistisch mutmaßen. Bei den Edelmetallen
setzte heute die pünktlich zum G8-Gipfel erwartete Gold- und
Silberpreisdrückung gegen 8:00 Uhr MEZ ein. Zu dieser Zeit hatte Gold die Marke
von $1.530 durchstoßen. In den folgenden zwei Stunden ging es erst einmal um
zehn Dollar bis auf $1.520 herunter. Und nachdem der A.M. Fix mit $1.521,50
(EUR 1.074,66) festgestellt wurde, in einer zweiten Drückungswelle zum frühen
Nachmittag auf $1.517. Mit Beginn der New Yorker
COMEX-Handels erholte sich das gelbe Metall wieder
bis zu einem Stand von $1.525. Der eine halbe Stunde später folgende P.M. Fix
mit $1.518,50 (EUR 1.073,52) machte diese Erholung aber wieder zunichte.
Wahrscheinlich war Zentralbank-Gold im Spiel – die COMEX-Händler
kennen inzwischen wohl die Tricks des Gold-Kartells um solche wichtigen Termine
und nehmen die reduzierten Preise zum Anlass, sich mit Positionen einzudecken. Nach einen kurzen
Ausflug in Richtung der Marke von $1.515 erholte sich Gold zum COMEX-Schluss wieder auf $1.522,80 (EUR 1.077,48). Der Tagesverlust von knapp vier Dollar
ist verschmerzbar. Wichtige Marktdaten im Überblick
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