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Bericht für den 31. Mai 2011 Bloomberg gelesen ...
Marktentwicklung klar Bevor ich mir am frühen
Morgen die Kurse im asiatischen Markt ansehe, fällt mein erster Blick auf die
Schlagzeilen bei Bloomberg. Dort hieß es heute früh gegen 6:00 Uhr MEZ (dank Windows
Smartphone): Stocks
and Euro Gains on Optimism Over Greece. Danach Duschen, Zähneputzen,
Fahrt zur Arbeit. Dann erst der erste Blick auf Gold, den NIKKEI und den
EUR/USD-Kurs kurz nach 7:00 Uhr. Tenor: Im Osten nichts Neues. Damit ist das Geschehen
an den Finanz-Märkten für den heutigen Tag schon allumfänglich beschrieben. Was
man an dem Anstieg des DAX um zwei Prozent zur Mittagszeit ablesen konnte. Der
Euro legte gegenüber dem US-Dollar um 0,8 Prozent zu. Starker Euro –
starke Rohstoff-Märkte: Das galt auch heute. Die Ausnahme war Gold, das auf
seinem US-Dollarniveau stagnierte. Euro-Gold fiel bis zum Mittag um zehn Euro.
Platin stieg um $31, Palladium um $17 und selbst Silber um 55 Cent. Da muss
wohl das Gold-Kartell kräftig nachgeholfen haben. Price Action makes Market Commentary – deshalb herrschte auch wieder Optimismus
bei den Berichterstattern und Experten. Der Markt soll sturmreif geschossen
werden, eine weitere milliardenschwere Rettung für Griechenland zu schlucken.
Das von Manchen schon seit Mai 2010 vorhergesagte Euro-Systemende ist also für
heute erst einmal abgesagt – wieder einmal. In Nibelungen-Treue haben
sich die EZB, die Politiker und selbst die griechische Oppositions-Partei geschworen,
für Griechenland keine Umschuldung zu wagen. Dabei hätten wir es ja besser
wissen können: Sich abzeichnende Probleme erfassen die Vertreter des
Papier-Geldsystems viel schneller, als beispielsweise ich und andere das können.
Die Konsequenzen von verschiedenen Handlungs-Alternativen werden dort durchgespielt
und der Weg des geringsten System-Risikos gewählt. Das sind keine Idioten, wie
uns manche Kommentatoren das Glauben machen wollen, sondern Voll-Profis (mein
Ranking: Bank of England – erster Platz wegen der Herkules-Aufgabe bei
dieser höchstbankrotten Insel noch etwas retten zu wollen, dann FED; Bank of
Japan ist ein Handlanger der FED – aber erfolgreich als Übungsgelände für
die neuen monetären Wunderwaffen; deshalb Platz drei; Schlusslicht ist die EZB,
die anstatt hemmungslos zu Monetarisieren die Euro-Staaten in den Ring
geschickt hat – nicht den seit einem Jahr zu beobachteten,
selbstverschuldeten Problemen). Anschließend werden die Politiker auf die neue
Systemlinie eingeschworen – alternativlos, wie wir ja bereits wissen.
Danach geht es nur noch um das Ausführen, wozu es ja die diversen Instrumente
der Notenbanken nebst ihren Hilfstruppen (z.B. Gold-Kartell, Primary Dealer
Banken) gibt. Über das Fenster Bloomberg wird der staunenden
Investment-Gemeinde dann die neue Wahrheit verkündet, die jeder dann an der
Markt-Entwicklung verifizieren kann. Hokuspokus – alles
wird plötzlich gut. So hat man auch die
Erdbeben-Katastrophe von Japan vor wenigen Monaten schnell wieder durch
geldpolitische Maßnahmen in den Griff bekommen – natürlich nicht den
einsetzenden industriellen Niedergang Japan; und schon gar nicht die durch
absolute Hierarchietreue resultierende Atomkatastrophe, die wohl mehr als
hundert Milliarden Dollar kosten wird (mir graust es hier vor den Chinesen, die
noch mehr als Japan ihr Gesicht bei objektiver Würdigung desselben Problems
verlieren würden, gefolgt übrigens von Frankreich, das sich auch durch eine
streng hierarchische Rankordnung auszeichnet). Papier-Geld ist eben auf der gesamten Welt gesetzliches
Zahlungs-Mittel – das heißt jeder kann mit diesem Geld zahlen, das heißt seine
Verpflichtungen ablösen – und die Notenbanken können beliebig viel dieses
Geldes in den Kreislauf einschleifen (über Staaten, über Banken), um System
gefährdenden Engpässen entgegenzutreten. Was das System nicht
beherrschen kann sind unkontrollierbare Situationen wie beispielsweise ein
Militär-Putsch in Griechenland,
bei dem die neuen Herrscher ihre Zahlungen auf Staatsschulden
einstellen. Es sei denn, man kooperiert mit den neuen Machthabern – eher
wahrscheinlich als kategorisch ausgeschlossen. Es geht schließlich nicht um die
Demokratie – und schon gar nicht um die Moral. In diesem Fall würde
nämlich ein Automatismus der Abschreibung einsetzen, der Banken und selbst die
EZB (trotz des Monopols zum Drucken von Euros) in schwere Bedrängnis bringen
kann. Das ändert überhaupt
nichts an der Einschätzung, dass die Situation für das System von Tag zu Tag
gefährlicher wird. Weil ein überschuldetes Land wie Griechenland noch mehr
Schulden aufgeladen bekommt, die es noch weniger beherrschen kann. Es fehlt
einfach das Eingeständnis, wann Griechenland sich als pleite bezeichnet, um die
ausstehenden Schulden ausbuchen zu können. Wer abhängig vom Beatmungs-Gerät
ist, der traut sich nicht, selbst den Stecker zu ziehen und abzuwarten, ob die
Spontan-Atmung noch funktioniert. Das wäre zwar die Rückkehr ins normale Leben
– aber es besteht auch das Risiko des Todes. Und so wird nach gutem
Zureden der Ärzte in Form von Juncker, Trichet, Rehn & Co lieber der
Mittelweg zwischen Leben und Sterben gewählt. Leiten wir zurück zum
Gold und den anderen Edelmetallen. Eigentlich können – nachdem derzeit
Gold als monetäre Konkurrenz zum Euro (und natürlich zum US-Dollar) im
Rampenlicht des Interesses steht – sich die Besitzer von Silber nicht
über die heutige Preis-Entwicklung beschweren: + 2,55 Prozent auf Basis des
Londoner Fixings. Auch das ebenfalls kreditgetriebene Edelmetall Palladium
legte auf Basis des Londoner P.M. Fixings 2,64 Prozent zu. Interessant ist, dass
Platin um 2,35 Prozent (Basis P.M. Fixing an der Londoner LPPM) zulegte. Dieses
Metall ist eigentlich ein Gold-Ersatz für die US-Eliten (Einschätzung von Herrn
Vartian – siehe dessen Berichte auf http://www.goldgenossenschaft.net)
und müsste ähnlich wie Gold steigen. Aber für die Europäer ist dieses
Edelmetall praktisch unbekannt – in Deutschland wird die volle
Umsatzsteuer von 19 Prozent fällig und die Spreads zwischen Ankauf und Verkauf
sind selbst bei Ausklammerung der Umsatzsteuer astronomisch hoch. Das ist ein Indiz, dass
die Investoren in den Vereinigten Staaten massiv in ihre Fluchwährung Platin
gehen – Gold wird dort aufgrund der Erfahrung der Vergangenheit als
höheres Risiko angesehen – und der aus der Reihe fallende Gold-Preis von
den Europäern selbst nach unten manipuliert wurde. Was lernen wir nach dem
heutigen Tag: Nicht läuft wie erwartet ab. Die reale Situation wird mit
Kursgewinnen bei den irrealen Werten beschönigt und den realen Werten
unterdrückt. Freuen wir und lieber an den Preisen, um irreale Werte (zu hohen
Preisen) in reale Werte (zu niedrigen Preisen) umzuschichten. Und von der
derzeit irrealen Welt möglichst lange zu profitieren. Denn eines muss uns klar
sein: Ein umfassender Systemcrash wird selbst für die Goldinvestierten temporär
zu einem kräftigen Rückgang der derzeitigen Lebens-Qualität führen. Wichtige Marktdaten im Überblick
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