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Bericht für den 9. Juni 2011 Kumulierte Rettung – 20.900
Euro pro Grieche? An dem Wohl der Griechen
scheint der Banken-Oligarchie viel zu liegen. Ansonsten wäre es wohl nicht
vermittelbar, dass neben den bislang zugesagten Hilfsgeldern in Höhe von 110 Milliarden
Euro nun weitere 120 Milliarden Euro im Gespräch sind. Von den 120 Milliarden
soll der private Sektor 30 Milliarden schultern und weitere 30 Milliarden soll
die Privatisierung von Staatsbesitz einbringen. Verbleiben 60 Milliarden Euro,
welche die Europäer und der IWF zusätzlich beisteuern müssten. Die Rettungssumme
erscheint wohl realistisch – nicht jedoch die angestrebte Aufteilung. Der
private Sektor (im Wesentlichen Banken und Versicherungen) wird sich mit Hilfe
der EZB herausreden können, dass ansonsten wegen der Gefahr eines Defaults
Griechenland endgültig als zahlungsunfähig angesehen werden könnte. Und die
angebliche Privatisierung wird höchstens einen Bruchteil erlösen –
welcher Investor kauft denn staatliche Unternehmen, deren Mitarbeiter mit ihren
Privilegien praktisch unkündbar sind und deren Rendite nicht vorhanden oder
sogar negativ ist. Außerdem: Wer hofft denn nach Dominique Strauß-Kahn ernsthaft noch auf den IWF, der bislang ein
Drittel der Zahlungen beigesteuert hat. Dann verbleiben bei der
EU realistischerweise über 100 Milliarden zusätzlich aufzubringende Lasten für
Griechenland. Und wer soll es bezahlen: Deutschland natürlich, denn alle
anderen Länder sind selbst schon pleite (Irland, Portugal), stehen selbst unter
enormen Druck (Italien, Spanien) oder werden demnächst wohl selbst in Probleme
kommen (Frankreich). Rechnen wir erst einmal
zusammen, was uns Griechenland kumuliert kosten wird: 110 Milliarden Euro der
Rettung vor einem Jahr plus 120 Milliarden für die zweite Rettungs-Aktion.
Summa summarum 230 Milliarden Euro. Bei 11 Millionen Griechen macht das
schlappe 20.900 Euro pro Einwohner aus. Oder anders ausgedrückt: Dieser Betrag
entspricht dem Bruttoinlands-Produkts des Landes vom Jahr 2010. Das BIP pro Kopf beträgt
für Deutschland in etwa 25.700 Euro – das von Luxemburg übrigens 55.700
Euro. So groß ist der Unterschied zwischen einem Griechen (EUR 20.900)
gegenüber einem Deutschen (EUR 25.700) gar nicht. Nur dass der Deutsche von
diesem Anteil noch viel Geld in die zu rettenden EU-Staaten verschieben muss
und der Grieche diesen Anteil zusätzlich verkonsumieren konnte. Dadurch entsteht die
paradoxe Situation, dass in der Vergangenheit der Grieche wohl netto einen
höheren Lebens-Standard genießen konnte als der Deutsche. Nun, da ein Großteil
der Zahlungen die Zins- und Tilgungsbelastungen, die der Grieche natürlich
nicht tragen kann, ausgeglichen werden muss, wird plötzlich der Gläubiger
(Deutschland) zum Ersatz-Zahler des Schuldners (Griechenland). Da verfängt auch nicht
die Argumentation, dass der durchschnittliche Grieche ein niedriges
Nettoeinkommen bei hohen Kosten habe. Diese Situation haben wir auch in
Deutschland – man schaue nur auf Länder wie Mecklenburg-Vorpommern. Aber
dort sind auch die Preise von Immobilien nicht so gehypt
wie in Griechenland. Man konnte dort auch keine über Jahre andauernden
Real-Lohnzuwächse auf Kredit erzielen. Jetzt steht der Mecklenburg-Vorpommerer
vor der Situation, dass er trotz Niedriglöhnen wegen der vergleichsweise
niedrigen Lebens-Haltungskosten plus niedrigen Mietkosten noch mit Not über die
Runden kommen kann, während der durchschnittliche Grieche ohne permanenten Kredit
nicht mehr überleben kann. Was interessiert uns das
Schicksal des Griechen, wenn es unseren Landsleuten im Prinzip auch nicht
besser geht. Sind wir das Welt-Sozialamt, bei dem alle Bürger aus dem Ausland
Anrecht auf ein bedingungsloses Einkommen zu Lasten des deutschen Steuermichels
haben? An den Finanz-Märkten
endete heute der Euro-Höhenflug, der wohl nach der Entscheidung der EZB, den
Leitzins doch nicht anzuheben, für eine Enttäuschung der Markt-Teilnehmer
sorgte. In der Folge setzte Euro-Gold seinen gestern begonnenen Höhenflug fort.
Zum COMEX-Schluss stand Euro-Gold mit EUR 1.062,21
($1.541,10) um fast neun Euro höher als gestern zur gleichen Zeit. Die Anstiege zeichneten
sich im Laufe des Tages ab und manifestierten sich in einem moderaten Anstieg
um zwei Euro zum A.M. Fix und einen Anstieg um acht Euro zum P.M. Fix. Aber auch in US-Dollar
schwenkte Gold von einem anfänglichen Rückgang um wenige Dollar auf einen
leichten Tages-Anstieg um. Erneut wurde versucht, die Marke von $1.550 zu
knacken – und erneut hat das Kartell dies (noch) verhindern können. Der US-Dollarindex
(USDX) legt um 0,3 Punkte auf 74,2 zu bei unveränderten Real-Renditen der
10-jährigen Treasury Notes von 3,0 Prozent. Wichtige Marktdaten im Überblick
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