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Bericht für den 27. Juni 2011 Tingel-Tangel-Tenhagen Erinnern Sie sich auch
noch an die ARD-Sendung vom 3. Mai 2010 Euro-Angst: Wie sicher ist unser Geld? – da
ging es seinerzeit noch um die erste Griechenland-Rettung, und Irland sowie
Portugal waren noch nicht auf dem Radarschirm zu erblicken. In diesem
Konglomerat aus den besonders staatsgläubigem Bayerischen Rundfunk und dem ZDF
ließ man auch unsere Bundeskanzlerin proklamieren: Wir
schützen das Ersparte unserer Bürger. Inzwischen mehren sich
die Stimmen, die darauf hinweisen, dass dieses Ersparte längst schon weg sei,
weil unwiederbringlich verkonsumiert. In jener bemerkenswerten Sendung hat man
Hermann-Josef Tenhagen von FINANZTEST als Beschwichtiger für die vielen Bürgerfragen eingeladen. So
seien nach Tenhagen die Sorgen der Bürger nicht
berechtigt, sondern nur verständlich. Und eine Altersvorsorge habe man
langfristig zu sehen, da habe staatliche Förderung wie bei der Riester-Rente
Priorität. Und natürlich durfte nicht die Warnung vor dem gelben Metall der
Staatsungläubigen fehlen: Gold sei reine Spekulation und bei ganz großer
Inflation könne man Gold ja nicht essen – da sei es besser,
Schreber-Gärten anzubauen. Tenhagen wie er leibt und lebt – der Erklärbär im
Auftrag des politischen Systems, tingelt in der Folge von einer Sendung zur
nächsten und versucht massive Verlustrisiken zu verharmlosen und
gutmenschliches Verständnis für die vermeintlich armen Griechen zu heucheln. Tenhagen ist bei der zweiten Griechenland-Rettung derzeit auf
der nächsten Tingel-Tangel-Tour durch die
System-Medien. Immer noch ist er seinen Prinzipien treu geblieben, dass nur
staatkonforme Investments die richtige Entscheidung seien – keinesfalls
Gold. Immerhin musste er allerdings schon zugeben, dass ein Haircut
bei Griechenland-Investments Auswirkungen auf die Anlagen seiner ihm folgenden
Schafsherde habe. Um gleich wieder zu beschwichtigen: Mit einem niedrigen
Anteil griechischer Anleihen in deutschen Versicherungen würde kein realer
Verlust für den Sparer sichtbar, sondern nur ein Rendite-Rückgang. Die Sparer werden Tingel-Tangel-Tenhagen sicherlich in Erinnerung behalten,
wenn das Merkel-Regime letztlich vor die Kameras treten muss, um dem Volk zu
verkünden: Eure Ersparnisse sind leider weg.
Dumm nur, dass für solche System-Huren kein rettender Hubschrauber, sonders nur
ein mit Rachegelüsten aufgepeitschtes Volk, warten wird. Beim Gold setzte sich
der Angriff der letzten Woche fort. Es gibt derzeit gute Gründe, warum die
Notenbanken weltweit, insbesondere die EZB und ihre Mitglieds-Notenbanken, wohl
eines ihrer letzten Gefechte austragen müssen. Schließlich wird eine
gescheiterte Abstimmung am Mittwoch im griechischen Parlament zu unkontrollierbaren
Reaktionen an den Finanz-Märkten führen. Das wäre dann der Preis unserer stets
nur alternativlos denkenden Politiker-Kaste. Während dessen plant die
FED nach dem Auslaufen des QE2-Programms eine Fortsetzung des Ankaufs von
US-Staatsanleihen. Wer diese außer den Primary Dealer
Banken in den USA und der FED überhaupt noch kauft, ist mir sowieso
schleierhaft. Obwohl sich nach einem
vormittäglichen Einbruch Gold wieder oberhalb der Marke von $1.500
stabilisieren konnte, war der ganze Markt von extremer Nervosität
gekennzeichnet. Die Markt-Teilnehmer wissen, dass die Notenbanken über ihre
Helfershelfer in New York und London derzeit kräftig Druck auf alle vier Edelmetalle
machen. Der A.M. Fix kam mit $1.501,00 (EUR 1.057,19) um zwanzig Dollar
niedriger zustande als zum A.M. Fix am Freitag letzter Woche. Es folgte ein leichtes
Oszillieren des Kurses. Aber auch zum P.M. Fix wurde mit $1.498,00 (EUR
1.052,48) der COMEX-Stand vom Freitagabend
verteidigt. Hier muss wohl eine kräftige Menge physisches Gold im Spiel gewesen
sein, die wohl aus Richtung Europa in die Märke gepumpt wird. Der gleichzeitig
gepushte Euro-Kurs sorgte noch zu weiteren Sorgen-Falten bei den europäischen
Edelmetall-Investoren. Denn zum Ende des heutigen COMEX-Handels
ging es auf $1.495,60 zwar nur um vier Dollar nach unten. In Euro gemessen
betrug der Rückgang aber neun Euro. Die marginale Änderung
des US-Dollarindex (USDX) um 0,1 Prozent-Punkte nach unten auf 75,4 ist alleine
dem künstlich gehobenen Euro-Kurs zu verdanken. Werfen wir auf Basis der
heutigen Kurse einen Blick ein Jahr zurück, so notiert Gold mit einem
Jahrs-Gewinn von 19 Prozent derzeit weit unterhalb der Marke von 30 Prozent. Denn
Gold müsste eigentlich oberhalb der Marke von $1.600 stehen. Aber derzeit ist es
interessanter, die Selbstzerstörung des Euro-Systems im Allgemeinen und
insbesondere der zwei kontinental-europäischen Großmächte Deutschland und
Frankreich im Besonderen zu verfolgen. Mit dem unkontrollierten Ende des Euros
werden diese beiden Länder in Zukunft wohl wieder wesentlich kleinere Brötchen
backen müssen. Nach Japan wäre das dann drei G7-Staaten – wenn man
Italien wegen seiner kritischen Finanzlage noch hinzurechnet, dann vier –
die wohl eine Liga absteigen müssen. Verbleiben die Vereinigten Staaten und
Großbritannien sowie Kanada. Wichtige Marktdaten im Überblick
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