Bericht für den 4. Juli 2011

 

Ignoranz essen Gehirnzellen auf

 

Wenn man die zunehmend eurokritischen Berichte und Reportagen in den System-Medien der vergangenen Zeit gelesen hat, könnte man zu dem Eindruck kommen, dass (endlich) ein Ruck durch die deutsche Medien-Landschaft geht. Während sich das deutsche Block-Parteisystem im Führerbunker verschanzt hat und Parolen über den unmittelbar bevorstehenden Euro-Endsieg dem Volke verkündet, nimmt die Zahl der Desertierenden von Woche zu Woche zu. Nur noch die Herausgeber des Hamburger Kampfblatts Der Panzerbär leisten im Hochhaus Brandstwiete 19 erbitternden publizistischen Widerstand.

 

Aber es gibt sie noch, die Einhunderundfünfzigprozentigen, die dem Merkel-Regime in Treue die Standarte des tausendjährigen Euro-Reichs halten. Da spricht ein Bericht der WELT AM SONNTAG am Wochenende unter dem Titel Angst essen Deutsche auf – eine Anspielung auf den Fassbinder-Film Angst essen Seele auf aus dem Jahr 1974, mit der die Grundlagen der Multikulti-Gesellschaft in Deutschland auch filmpropagandistisch gelegt wurden – davon, dass die Deutschen eine fast neurotische Furcht vor Inflation und Währungsschnitt hätten, während Menschen in anderen Ländern sich viel entspannter zeigten.

 

Zumindest lässt man in dem Bericht Bert Flossbach, Vermögensverwalter der Reichen  und Superreichen dieser Republik, zu Worte kommen. Klar denken Sie, denn die Bank- und Kundenberater des kleinen Maxi setzen per Order di Mufti lediglich die Verkaufsziele ihres Managements um und kümmern sich nicht um die individuellen Belange ihrer zu beratseligen Schafe.

 

Bert Flossbach wagt es völlig systeminkonform, seiner Kundschaft zu einem Anteil von 20 bis 25 Prozent Gold im Portfolio zu raten. Seine Ersparnisse sieht er von Inflation bedroht, die Währung kurz vor dem Exitus, schreibt die WELT AM SONNTAG. Recht hat er, dieser Vermögensberater. Aber warum nur 25 Prozent, wenn den Rest entweder die Inflation auffressen wird oder beim Exitus den Garaus machen wird. Schließlich müsste Gold sich dann im Exitus-Fall mindestens vervierfachen, um das Vermögen des Kunden retten zu können – ohne Rendite versteht sich.

 

Witzig ist auch der folgende Vergleich des WELT-Berichts: In der Folge haben die Deutschen allein im ersten Quartal dieses Jahres rund 38 Tonnen Gold gekauft. Seltsamerweise ist dies in anderen Ländern ganz anders, die Franzosen legten sich beispielsweise gerade mal 300 Kilo Gold zu. Bei den zutiefst staatsgläubigen Franzosen, in deren Land keine Marktwirtschaft, sondern in Form des Etatismus eine Vorform der staatlichen Planwirtschaft unter Integration der Großkonzerne herrscht, sicherlich kein Wunder. Dabei wäre Frankreich doch das Paradies auf Erden für die Staatsrats-Vorsitzende in Berlin nebst ihren Politbüro-Marionetten. Na ja, die ENA-Ausbildung müssten die wohl nachholen – und beim französischen Volk muss man auch aufpassen, dass es nicht zu massiven Widerständen kommt.

 

Wer es trotzdem wagt weiter in diesem Pamphlet zu lesen, der wird mit einer Aneinanderreihung der wirklich noch aus der Zeit der ausgestorbenen Dinosaurier stammenden Argumente malträtiert. So hält ein US-Amerikaner Gold für ein denkbar schlechtes Instrument und würde höchstens in einen börsengehandelten Gold-Indexfond investieren. Das Geld legt er lieber in Staatsanleihen und Aktien an.

 

Der Engländer hält das gelbe Metall für nutzlos, da es keine Dividende bringt, nicht produktiv sei und keine Gewinne brächte. Klar, denn die Verwässerung der Papiergeld-Währungen durch das massive Anwerfen der Gelddruck-Maschinen bringt dafür die erwünschten Gewinne – nominal jedenfalls. Das Einschleusen von Falschgeld ist auch nur solange produktiv, bis die Produzenten, die Ware für Falschgeld liefern, dies letztendlich merken – dann wird dieses Dreckzeug nämlich überhaupt nicht mehr genommen. Egal ob es mit Schweiß und Tränen erarbeitet wurde oder von unseren Notenbanken nur nachgedruckt wurde.

 

Und der Berater aus Singapur rät sich mit Immobilien über beide Ohren zu verschulden. Denn wenn die Inflation wirklich anhält, dann bezahlt sich der Kredit über die Entwertung letzten Endes mehr oder weniger selbst. Das klingt mehr nach Alice im Wunderland als nach ernsthaften Empfehlungen wirklicher Anlageberater. Denn der Staat hat es über Jahrzehnte und Jahrhunderte immer wieder verstanden, solche Gewinne in Form von Zwangs-Hypotheken abzuschöpfen. Ergebnis: Der Immobilien-Investor bleibt auf seinen Schulden sitzen, aber keiner wird in der Anfangs-Phase genug Geld haben, um den notwendigen Mietzins erwirtschaften zu können.

 

Man kann dem Deutschen alles Mögliche vorwerfen – aber beim Gold reagiert er emotional völlig korrekt. Anders als die Propagandisten der WELT AM SONNTAG, bei denen ihre zur Schau gestellte Ignoranz ihnen noch die letzten Gehirnzellen aufzufressen scheint.

 

Die Märkte in den Vereinigten Staaten waren heute wegen Independance Day geschlossen. Nach der massiven Drückung während der letzten Woche konnte sich Gold heute bis wenige Dollar an die Marke von $1.500 heranarbeiten. Auf Tagesbasis betrug der Kurszuwachs knapp zehn US-Dollar.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.495,25

(€1.029,36)

$1.492,75

(€1.027,71)

+ $2,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.495,00

(€1.029,97)

$1.483,00

(€1.025,87)

+ $12,00

COMEX Schlusskurs

Kein Handel

$1.482,80

(€1.022,24)

 

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$34,10

(€23,49)

$33,85

(€23,37)

+ $0,25

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.722,00

(€1.186,75)

$1.708,00

(€1.179,55)

+ $14,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$758,00

(€522,40)

$750,00

(€517,95)

+ $8,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,3

74,4

- 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

Kein Handel

3,2 %

 

Quotient aus USDX und Renditen

 

23,3

+ 0,1

 

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