Bericht für den 5. Juli 2011

 

Contra vim non valet ius

 

Nach dem gestrigen US-Feiertag erst einmal einen Blick auf die Situation des Dollarsystems: Die Real-Renditen sind heute auf 3,1 Prozent gefallen und der US-Dollarindex auf 74,4 leicht gestiegen. Der von mir ermittelte Quotient aus beiden Werten von 24,0 zeigt nun gegenüber dem letzten Freitag – dort stand der Wert bei nur noch 23,3 Punkten – eine Stabilisierung im US-Dollarraum an. Das war Bloomberg heute früh eine eigene Meldung an erster Stelle wert – ein Zeichen, dass man die Probleme erkannt hat und derzeit angeht.

 

Zum Abend überschattete aber folgende Bloomberg-Nachricht die Märkte: Portugal’s Bond Rating Are Cut to Junk by Moody’s With a Negative Outlook. Also – die Rettung für den US-Dollarraum naht. Mit Portugal wird nun die zweite Euro-Rettungssau innerhalb eines kurzen Zeitraums durch das Dorf getrieben.

 

Derweil versuchte der böse Rollstuhlfahrer heute persönlich, die Beweggründe des Merkel-Regimes für die verschiedenen Rettungsmaßnahmen des Euros dem Zweiten Senat des Bundesverfassungs-Gerichts darzustellen. Die Euro-Gegner werden dort letzten Endes sowieso nicht das erreichen, was sie zu erreichen glauben. Gegen die Gewalt der Exekutive vermag auch das Recht nichts anzurichten. Dieser Kampf von Gauweiler, Schachschneider & Co ist zwar ehrenvoll, wird aber letztendlich überhaupt nichts bringen. Ebenso wie die anfänglich parlamentarischen Widerstände völlig in sich zusammengebrochen sind. Ein Regime kann man eben nur mit Mitteln der Gewalt stoppen – aber keinesfalls mit Mittel des Rechtsstaates, deren Repräsentanten genau von diesem Regime alimentiert werden.

 

Wir lassen also diesen Schau-Prozess, der derzeit in Karlsruhe stattfindet, hinter uns und widmen uns dem heutigen Geschehen an den Gold-Märkten. Dort kam es nach der bereits gestern gesehenen Erholung zu einem kräftigen Anstieg des gelben Metalls, der seinen vorläufigen Abschluss gegen 19:30 Uhr MEZ zum COMEX-Schluss mit $1.511,50 (EUR 1.045,74) fand. Ein Gewinn von $29 und 24 Euro.

 

Zuerst konnte man sich noch zum Vormittags-Handel in London mit $1.498,75 (EUR 1.035,76) über die Runden retten. Aber New York beherrschte erneut die heutige Markt-Entwicklung – somit lag Gold zum P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ mit $1.510,00 (EUR 1.042,82) um fünfzehn Dollar über dem gestrigen Stand des Londoner Nachmittags-Handels.

 

Die Bloomberg-Nachricht über Portugal scheint zu wirken: Im Nach-COMEX Handel stieg Gold weiter an mit einem zunehmend verfallenden Euro (Surprise, Surprise!). Gegen 21:30 Uhr MEZ stand das gelbe Metall schon bei $1.1516 oder EUR 1.050. Der US-Aktienmarkt stagnierte nach den Gewinnen der letzten Woche. US-Leichtöl stieg um fast zwei Dollar auf knapp $97 an.

 

Besonders erfreulich: Das die letzte Zeit besonders geprügelte Silber legte heute um $1,50 zu.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.498,75

(€1.035,76)

$1.495,25

(€1.029,36)

+ $3,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.510,00

(€1.042,82)

$1.495,00

(€1.029,97)

+ $15,00

COMEX Schlusskurs

$1.511,50

(€1.045,74)

Kein Handel

 

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$34,76

(€24,01)

$34,10

(€23,49)

+ $0,66

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.731,00

(€1.195,05)

$1.722,00

(€1.186,75)

+ $9,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$772,00

(€532,95)

$758,00

(€522,40)

+ $14,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,4

74,3

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,1 %

Kein Handel

 

Quotient aus USDX und Renditen

24,0

 

 

 

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