|
Bericht für den 7. Juli 2011 Situation wird erstmal
Zwangsberuhigt Die EZB hat heute den
Leitzins um marginale 0,25 Prozent-Punkte auf 1,5 Prozent erhöht. Gleichzeitig
betonten die selbsternannten Währungs-Hüter, dass man weiterhin trotz der
gestrigen Herabstufung der Staatsanleihen Portugals durch die Rating-Agentur Moodys auf
Ramsch-Niveau weiterhin diese Papiere aufkaufen würde. Das alles war natürlich
keine Überraschung, so dass der insbesondere gegenüber Gold unter Druck
geratene Euro-Kurs praktisch nicht reagierte. Wobei es bei unseren vorne und
hinten durch das Politbüro der Zentralbanker nebst ihren Helfershelfern aus dem
Banken-System manipulierten Märkten immer schwieriger wird, echte
Marktbewegungen von unechten zu unterscheiden. So steht beispielsweise
inzwischen der japanische Leitindex NIKKEI über der Marke von 10.000 Punkten,
das heißt nicht weit weg von dem Stand, wo ein Erdbeben das Land mit schweren
Zerstörungen überraschte und eine Atomkatastrophe hinterließ, für deren
Folgen-Beseitigung wohl noch dreistellige Dollar-Milliarden notwendig sein
werden. Versorgungs-Probleme beim Strom und explodierende Kosten für die
Bereitstellung alternativer (fossiler) Kraftwerke sind die Folgen. Diese
Industrie-Weltmacht wird wohl für die nächsten sechs Monate und mehr gegenüber
ihren Hauptkonkurrenten China, Deutschland und Korea zurückfallen. Aber die
dortigen Aktien-Märkte steigen weiter – warum eigentlich? Wie nach der Katastrophe
in Japan werden auch hierzulande nach den diversen Tsunami-Euro-Wellen,
die nacheinander Griechenland, Irland und Portugal zu verwüsten scheinen, die
Märkte zwangsberuhigt. Das konnten wir heute an
dem Verhalten an den Gold-Märkten beobachten. Nachdem es gestern vor allen
Dingen in Euro kräftig bergauf ging, stand der heutige Tag unter dem Stern der
Stagnation. Der Kurs wollte sich einfach nicht in die eine oder andere Richtung
von dem gestern erreichten Schlussstand von $1.530 lösen. Im asiatischen Handel
und dem Londoner Vormittags-Handel kam es zu geringen Kursverlusten, die sich
mit $1.526,25 (EUR 1.066,86) auch zum A.M. Fix bemerkbar machten. In den ersten
Handels-Stunden der New Yorker COMEX kam es zu keiner signifikanten Änderung,
so dass der P.M. Fix mit $1.527,50 (EUR 1.066,62) praktisch unverändert
tendierte. Erst zum COMEX-Schluss konnte sich Gold
wieder leicht oberhalb der Marke von $1.530 stabilisieren. Wobei dieser Anstieg
lediglich auf den sich wieder leicht befestigenden Euro-Devisenkurs zum
US-Dollar ableiten ließ. Gold beendete den COMEX-Handel
mit $1.530,90 (EUR 1.066,13). Der US-Dollarindex gab
um 0,2 Punkte auf 74,9 nach. Gleichzeitig stiegen die Real-Renditen der
10-jährigen US-Staatsanleihen wieder auf 3,2 Prozent an. Das ließ in der Folge
den Quotienten aus beiden Werten um 0,8 Punkte auf 23,4 fallen. Morgen ist Freitag und
ich bin gespannt, ob man pünktlich zum Wochenschluss mit einer Preisdrückung
aufwarten will. Morgen steht schließlich um 8:30 Uhr EST, also 14:30 Uhr MEZ,
also zehn Minuten nach Eröffnung der COMEX die Verkündung der US-Arbeitsmarktdaten
für den Monat Juni 2011 durch das BLS an. Vielleicht muss da eine weitere
Situation zwangsberuhigt werden. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||