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Bericht für den 11. Juli 2011 Die Kunst des (Euro-)Krieges Das lange Warten wurde
letztlich belohnt: Trotz massiver Eingriffe der Zentralbanken in die
Edelmetall-Märkte konnte Gold heute im Laufe des Nachmittags die Marke von
1.100 Euro nachhaltig nach oben durchstoßen. Während die anderen drei
Edelmetalle zum Teil signifikante Dollar-Verluste erleiden mussten. An solchen Tagen kann
man gut beobachten, welches Edelmetall von den Investoren als Krisen-Währung bewertet
wird, in das man auch wirklich fliehen kann. Und vor allen Dingen, welches
Metall den liquidesten Markt besitzt, um größere
Geldbeträge in die eine Richtung, aber genauso in die andere Richtung
verschieben zu können. Bei der Größe eines Währungs-Raums wie den des Euros ist
das entscheidend. Aus dem Geschehen des
heutigen Tages kann man schlussfolgern: Die Euro-Rettung durch immer größere
Hilfs- und Rettungs-Pakete ist endgültig gescheitert. Sowohl die Politiker als
auch die Vertreter der Europäischen Zentralbank müssen sich eine grundlegend andere
Strategie überlegen. Sonst wird das nächste Hilfe-Opfer wohl Frankreich und
zuletzt Deutschland lauten. Und wenn erst der deutsche Staat pleitegeht, dann
machen die verbliebenen Euro-Befürworter das Licht endgültig aus. Wem nützt es
– außer dem Feind – wenn eine Gemeinschafts-Währung bei jedem
Rückschlag seine eigenen Mitglieds-Länder mit der Politik der verbrannten Erde überzieht. Die Kette ist nur so
stark wie ihr schwächstes Glied: Diese militärische Weisheit gilt nicht nur für
Fronten, die durch unterschiedlich gut ausgebildete und bewaffnete Armeen
geschützt werden sollen. Sondern sie gilt genauso für unsere Währungsunion. Die
Gegner sind nicht so dumm und greifen die Armeen an den stärksten
Frontabschnitten an. Nein, sie suchen sich zuerst die Griechen, dann die
Irländer gefolgt von den Portugiesen und zuletzt nun die Italiener und die
Spanier aus. Sun Tsu
schreibt in seinem Buch Die Kunst des Krieges: Der General, der eine Schlacht gewinnt, stellt vor dem Kampf im Geiste
viele Berechnungen an. Der General, der verliert, stellt vorher kaum
Berechnungen an. Wie verhalten sich
unsere Euro-Politiker, welche die sprichwörtlichen Generäle repräsentieren? Sie
lassen sich immer wieder durch die Angriffe ihrer Gegner überraschen. Und wenn
sie dann schließlich nach heftigem und langwidrigem Palaver entscheiden, dann
immer alternativlos – und auf der Verlierer-Straße. Und noch zwei Weisheiten
über die Kriegs-Kunst: Deshalb zwingt der kluge
Kämpfer seinem Gegner seinen Willen auf, doch er lässt es nicht zu, dass der
Gegner ihm den seinen aufzwingt. Und: Belästige
den Feind, wenn er sich Ruhe gönnen will. Zwinge ihn zum Aufbruch, wenn er
ruhig lagert. Diese beiden Sätze
passen nur zu gut zu den fundamentalen Fehlern, die unsere Euro-Verteidiger tagtäglich
begehen. Da hilft es nur
oberflächlich, wenn deutsche Truppen die zerbröckelnden griechischen, irischen,
portugiesischen und jetzt italienischen und spanischen Fronten stützen: Das
führt nur zu einer Verdünnung der eigenen Abwehrfähigkeit. Deshalb wird es auch
nichts helfen, wenn noch mehr deutsche Garantien, Rettungsgelder und sonstige
Bürgschaften an die Euro-Front geschickt werden. Das führt letztendlich zu der
Situation, dass die Gesamtfront innerhalb kürzester Zeit auf dem gesamten
Abschnitt wegen Abwehrschwäche zusammenbrechen wird. Wie sollte ein deutscher
General nun reagieren? Zuerst sollte er einsehen, dass jemand, der alles
verteidigen möchte, letztlich nichts mehr verteidigen kann. Die Truppen der
Griechen, der Irländer und Portugiesen sind bereits geschlagen und
demoralisiert – wie möchte man auf dieser Basis eine Kriegswende
herbeiführen? Spanien und Italien
stehen seit heute unter Dauerbeschuss – und deren
Verteidigungsbereitschaft wankte heute schon beachtlich. Nur die Luft-Kavallerie
der FED konnte Schlimmeres verhindern. Aber diese Luftschläge können nur kurzzeitige
Erleichterung bewirken – den Krieg entscheiden werden sie nicht. Der deutsche General
sollte, ebenso wie sein französisches Pendant seine Truppen von der Euro-Front
abziehen und sein eigenes Territorium zuerst zu verteidigen versuchen. Das wird
schon schwierig genug werden. In Griechenland dagegen werden
die Angreifer nicht viel zum Plündern finden. Sie werden wegen der
Besatzungs-Kosten dieses Land also schnellstmöglich wieder verlassen müssen.
Halten die Bollwerke des Euro-Raums, dann kann man wieder über Expansion
nachdenken – zukünftig natürlich mit Generälen, die nicht nur reaktiv und
alternativlos denken und handeln. Dafür
müssen aber neben dem Euro auch die Länder aufgegeben werden, die einfach nicht
mehr zu verteidigen sind. Ich befürchte jedoch,
dass man sich gegen Sun Tsus Kriegskünste
entscheiden wird und so dem Feind die Option des zerstörerischen Gesamtsieges
gewähren wird. Wichtige Marktdaten im Überblick
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